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  • Was Kapitalerhöhungen für Anleger:innen bedeuten, ©marvent - stock.adobe.com

Börsenpraxis: Wie funktioniert eine Kapitalerhöhung?

2022-09-26T08:15:00+02:0024. September 2022|

Der Luxus­au­to-Her­stel­ler Aston Mar­tin hat kürz­lich über eine Kapi­tal­erhö­hung Geld ein­ge­sam­melt. Der Wind­rad­an­la­gen-Her­stel­ler Nordex eben­falls. Im ver­gan­ge­nen Jahr war der Rei­severan­stal­ter TUI ein pro­mi­nen­tes Bei­spiel, dass Unter­neh­men auf die­se Art Geld ein­neh­men. Was heißt das aber für die Anle­ger:innen? 

Von Ant­je Erhard

Geld für Inves­ti­tio­nen, für Unter­neh­mens­käu­fe oder zum Schul­den­ab­bau kön­nen Unter­neh­men über eine Kapi­tal­erhö­hung ein­sam­meln. Es gibt zwei Arten von Kapi­tal­erhö­hun­gen: 

Nominelle Kapitalerhöhung 

So genann­te nomi­nel­le Kapi­tal­erhö­hun­gen wer­den aus Rück­la­gen finan­ziert. Dazu kann ein Unter­neh­men die Anzahl sei­ner Akti­en erhö­hen. Das Unter­neh­men kann hier Gra­tis-Akti­en aus­ge­ben. Das heißt für die Aktionär:innen, dass sie zwar mehr Akti­en des Unter­neh­mens haben, aber deren Gesamt­wert gleich­bleibt. 

Effektive Kapitalerhöhung 

Bei so genann­ten effek­ti­ven Kapi­tal­erhö­hun­gen wer­den jun­ge Akti­en aus­ge­ge­ben. Die­se Art der Kapi­tal­erhö­hung ist mit und ohne Bezugs­rech­te mög­lich. Bei Kapi­tal­erhö­hun­gen mit Bezugs­rech­ten erhal­ten die bis­he­ri­gen Aktionär:innen das Vor­recht, die neu­en Akti­en zuerst zu kau­fen. Die­ses Pri­vi­leg hat den Vor­teil, dass sie ihren bis­he­ri­gen Anteil am Unter­neh­men durch den Kauf neu­er Akti­en sta­bil hal­ten. Sie kön­nen auf die­se Art auch ihre Stimm­rech­te wah­ren.  

Bezugs­rech­te müs­sen den Altaktionär:innen dann gewährt wer­den, wenn das so genann­te Grund­ka­pi­tal einer Gesell­schaft um min­des­tens zehn Pro­zent steigt. So sieht es das Akti­en­ge­setz vor. Meist sinkt der Kurs der Aktie bei einer Kapi­tal­erhö­hung, weil die neu aus­ge­ge­be­nen Akti­en güns­ti­ger sind als die alten. Das Bezugs­recht soll das aus­glei­chen. 

Die Bezugs­rech­te wer­den auto­ma­tisch in das Depot gebucht. Für den Han­del die­ser Bezugs­rech­te gibt es einen bestimm­ten Zeit­raum. Meis­tens 14 Tage. Die Bezugs­rech­te haben wäh­rend die­ser Zeit eine eige­ne Wert­pa­pier­kenn­num­mer (WKN) und kön­nen an der Bör­se gehan­delt wer­den. In die­ser Zeit kön­nen die­se Bezugs­rech­te aus­ge­übt wer­den, wie es in der Fach­spra­che heißt. Dann kön­nen neue Akti­en gekauft, oder die Bezugs­rech­te an der Bör­se ver­kauft wer­den. 

Der Preis die­ser Bezugs­rech­te wird auf Basis des alten und des neu­en Akti­en­kur­ses und des Bezugs­ver­hält­nis­ses berech­net. Wenn du nichts machst, wer­den die­se Rech­te am Ende der Frist auto­ma­tisch ver­kauft – doch der Kurs ist dann meist nicht güns­tig für dich. 

Unter­neh­men kön­nen sich von ihren Anteilseigner:innen bis zu fünf Jah­re im Vor­aus eine Kapi­tal­erhö­hung geneh­mi­gen las­sen. Das geschieht zur Haupt­ver­samm­lung.  

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