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Börsenpraxis: Börsengang – Wie du Aktien zeichnen kannst

2022-09-27T12:22:57+02:0027. September 2022|

Einer der größ­ten Bör­sen­gän­ge in Deutsch­land steht an: Am 29. Sep­tem­ber geht der Sport­wa­gen-Her­stel­ler Por­sche an die Bör­se. Wie kommst du an Akti­en bei einem Bör­sen­gang? 

Von Ant­je Erhard

Einer der größ­ten Bör­sen­gän­ge in Deutsch­land und Euro­pa steht an: Por­sche geht am 29. Sep­tem­ber an die Bör­se. Ab dem 20. Sep­tem­ber haben Anleger:innen und Investor:innen die Mög­lich­keit, die Aktie des Sport­wa­gen-Her­stel­lers zu zeich­nen. 

Akti­en zeich­nen – das bedeu­tet, du „bestellst“ eine Anzahl von Akti­en, bevor ein Unter­neh­men an die Bör­se geht. Dazu gibt es eine Frist vor dem offi­zi­el­len ers­ten Bör­sen­tag. Meist sind das ein bis zwei Wochen.  

Zu einem Bör­sen­gang gehört die Fest­set­zung, zu wel­chem Preis die Akti­en aus­ge­ge­ben wer­den sol­len. Dazu legen die Ban­ken, die den Bör­sen­gang beglei­ten, mit dem Unter­neh­men eine Span­ne fest. 

Im Fal­le von Por­sche wur­de die Span­ne auf 76,50 bis 82,50 Euro fest­ge­setzt. Bis zum 28. Sep­tem­ber kann die Aktie gezeich­net wer­den. Im aktu­el­len Umfeld gehen weni­ge Unter­neh­men an die Bör­se. Doch Por­sche wird einer der größ­ten Bör­sen­gän­ge in Euro­pa. Und teilt dafür das Grund­ka­pi­tal in 911 Mil­lio­nen Akti­en. 911 – damit wird dem Sport­wa­gen 911 Tri­but gezollt, dem bekann­tes­ten Modell der Por­sche-Palet­te. 

Erst prüfen – dann zeichnen 

Bevor du eine Aktie zeich­nest: Prüf das Unter­neh­men: Was tut das Unter­neh­men? Ver­stehst du das Geschäfts­mo­dell? Wie ist es im Wett­be­werb posi­tio­niert, wer ist die Kon­kur­renz? Wie wer­den die Aus­sich­ten bewer­tet? Wie steht es um Gewinn, Ver­lust, Eigen­ka­pi­tal, Umsatz etc.? Hat es ein Allein­stel­lungs­merk­mal? Und auch: Was macht das Unter­neh­men mit dem Geld? 

Du kon­tak­tierst dei­nen Bro­ker, um die­se Akti­en zu zeich­nen. Am bes­ten bestellst du über die Insti­tu­te, die den Bör­sen­gang in Deutsch­land beglei­ten. Dar­un­ter sind Deut­sche Bank und Com­merz­bank,  DAB BNP Pari­bas, die BW Bank. 

Ob dir letzt­lich Akti­en zuge­teilt wer­den, hängt von der Nach­fra­ge ab und bei wel­cher Bank oder bei wel­chem Bro­ker du zeich­nest: Wer zum Kon­sor­ti­um gehört, bekommt Akti­en zuge­teilt und kann sie an die Kund:innen wei­ter­ge­ben. Ande­re Ban­ken dürf­ten leer aus­ge­hen. Wie vie­le von dei­nen bestell­ten Akti­en du letzt­lich tat­säch­lich erhältst, hängt davon ab, wie vie­le dir zuge­teilt wer­den bzw. wer­den kön­nen: Die Ban­ken ver­tei­len das Kon­tin­gent an Akti­en. 

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis 

Außer­dem muss eine bestimm­te Men­ge an Akti­en gezeich­net wer­den. Ist die Nach­fra­ge sehr hoch, wird der Preis, zu dem die Aktie aus­ge­ge­ben wird, eher am Ende der Span­ne lie­gen, bei nied­ri­ge­rer Nach­fra­ge am unte­ren Ende der so genann­ten Book­buil­ding-Span­ne. 

Wäh­rend die­ser Zeit geben alle inter­es­sier­ten Anle­ge­rin­nen und insti­tu­tio­nel­len Inves­to­rin­nen ihre Gebo­te ab, zu denen sie die Aktie erwer­ben möch­ten. Der Emis­si­ons­kurs, zu dem die Aktie dann schließ­lich aus­ge­ge­ben wird, ergibt sich aus dem Durch­schnitt die­ser Ange­bo­te. Du weißt also bei der „Bestel­lung“ noch nicht genau, zu wel­chem Preis du die Aktie schließ­lich erwirbst – ledig­lich die Span­ne ist fest.  

Ban­ken haben eine Faust­for­mel: Es müs­sen dop­pelt so vie­le Ange­bo­te ein­ge­hen wie Akti­en dann aus­ge­ge­ben wer­den kön­nen, damit ein Bör­sen­gang als erfolg­reich gilt. Wer­den mehr Ange­bo­te abge­ge­ben als Akti­en gezeich­net wer­den kön­nen, sagt man: Die Aktie ist über­zeich­net. Bei Por­sche dürf­te das der Fall sein. 

Zeichnungsgewinne möglich – aber nicht alles 

Am Tag der Erst­no­tiz sind so genann­te Zeich­nungs­ge­win­ne mög­lich, wenn die Aktie über dem Aus­ga­be­preis notiert. Das ist häu­fig, aber nicht immer der Fall. Man­che Anle­ge­rin­nen neh­men auch gleich am ers­ten Tag Gewin­ne mit und ver­kau­fen direkt wie­der. Es gibt Bei­spie­le, dass Akti­en am ers­ten Han­dels­tag gefal­len sind. Übli­cher­wei­se sor­gen dann die beglei­ten­den Ban­ken mit Stüt­zungs­käu­fen dafür, dass der Kurs über dem Aus­ga­be­preis bleibt.  

Wer im Vor­feld eines Bör­sen­gan­ges nicht zum Zuge kommt und kei­ne Akti­en zuge­teilt bekommt, kann sie am Tag der Erst­no­tiz kau­fen. Ab dann ist das Unter­neh­men bör­sen­no­tiert. Oder spä­ter. Meist ruckelt ein Kurs eini­ge Wochen nach dem Bör­sen­gang. Dann enden Hal­te­fris­ten von Aktio­nä­ren, die Auf­re­gung legt sich. Auf Zeich­nungs­ge­win­ne zu spe­ku­lie­ren, greift aber zu kurz: Akti­en sind lang­fris­ti­ge Invest­ments. 

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