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Warum Frauen (mehr) füreinander einstehen dürfen

2020-12-14T09:14:53+01:0010. Dezember 2020|

Sex­is­tis­che Kom­mentare im beru­flichen Umfeld sind für viele Frauen keine Sel­tenheit. So auch für die SPD-Poli­tik­erin Sawsan Chebli, die in einem Mag­a­zin des Pub­lizis­ten Roland Tichy sex­is­tisch ange­gan­gen wor­den ist. Dorothee Bär, ihre CSU-Kol­le­gin, ver­lässt daraufhin die Stiftung, der Tichy vor­sitzt.

Bär zeigt damit Sol­i­dar­ität im großen Stil. „Auch wenn wir Frauen oft in der Min­der­heit sind, wir haben die Macht uns zu wehren. Gemein­sam“, sagte Chebli dem Mag­a­zin Focus. Dieser Zusam­men­halt ist es, den unser Land noch häu­figer braucht.

Von Katha­ri­na Heilen

Gemeinsam können wir mehr bewegen

Der Zusam­men­halt unter Frauen ist wichtig, weil große Verän­derun­gen nur gemein­sam durchge­set­zt wer­den kön­nen. Wenn wir langfristig nach ein­er Verän­derung streben und uns mehr Unter­stützung unter- und füreinan­der wün­schen, müssen wir zusam­men­hal­ten.

Je mehr Frauen auf die Missstände aufmerk­sam machen, desto mehr rück­en sie in das Bewusst­sein der Gesellschaft. Zeichen der Sol­i­dar­ität und des Zusam­men­halts kön­nen – wenn sie von vie­len aufgezeigt wer­den – nicht länger ignori­ert wer­den. 

Zunächst ist es wichtig, ein Bewusst­sein für solche Szenar­ien zu schaf­fen. Eini­gen Men­schen ent­ge­hen diese Sit­u­a­tio­nen, weil sie schlichtweg nicht bemerken, dass es sich um einen sex­is­tis­chen Kom­men­tar han­delt.

Diejeni­gen, die es bemerken, trauen sich häu­fig nicht, auf dessen Tak­t­losigkeit aufmerk­sam zu machen – aus Angst vor möglichen beru­flichen Kon­se­quen­zen oder davor, nicht ernst genom­men zu wer­den. 

Je mehr Frauen sich jedoch für Schritte wie den von Chebli entschei­den und sich sol­i­darisch zeigen, desto mehr wird es ihnen gle­ichge­tan. Fest ver­ankerte, gesellschaftliche Struk­turen und Ver­hal­tensweisen ändern sich nicht von heute auf mor­gen.

Hier gilt es, einen lan­gen Atem zu beweisen und dranzubleiben. Selb­st wenn es sich müh­selig und anstren­gend anfühlt, solche Schritte sind enorm wichtig, wenn wir als Frauen ein Arbeit­sum­feld ohne Sex­is­mus anstreben. 

Zusammenhalt bringt mehr Zufriedenheit und Erfolg

Mehrere Stu­di­en, so auch eine Studie der Goethe-Uni­ver­sität Frank­furt bele­gen, dass Zusam­men­halt und Zusam­me­nar­beit unter Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­ern zufrieden­er macht. Diese Studie unter­liegt Befra­gun­gen und Grup­pendiskus­sio­nen sowie ein­er Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Super­vi­sion. Das Ein­ste­hen füreinan­der sorgt also nicht nur für das Auf­brechen von fest­ge­fahre­nen Ver­hal­tensweisen, son­dern auch für mehr per­sön­liche und gemein­schaftliche Zufrieden­heit. 

Nicht zulet­zt prof­i­tiere auch die Mark­twirtschaft von dem Zusam­men­halt unter Mitar­beit­ern und Mitar­bei­t­erin­nen. Unternehmen, in denen in Teams zusam­mengear­beit­et wird und die eine Kul­tur pfle­gen, in der man füreinan­der ein­ste­ht und respek­tvoll behan­delt wird, sind laut den Stu­di­en erfol­gre­ich­er. Men­schen und Wirtschaft prof­i­tieren also von einem gle­ich­berechtigten und chan­cen­gle­ichen Arbeit­skli­ma. 

Courage-Tipps für mehr Zusammenhalt

Die Aktion Cheb­lis ist ein Beispiel, wie Zusam­men­halt ausse­hen kann. Auch das Aus­führen von gemein­samen Pro­jek­ten und Koop­er­a­tio­nen ist ein Weg, Zusam­men­halt zu leben und zu stärken.

Ein weit­er­er Weg, um für mehr Zusam­men­halt untere­inan­der zu sor­gen, ist das Engage­ment in lokalen, nationalen oder inter­na­tionalen Beruf­s­net­zw­erken. Beispiele für solche Net­zw­erke aus ver­schiede­nen Branchen sind: 

  • Glob­al Dig­i­tal Women (GDW): GDW ist kein Vere­in, son­dern finanziert sich über Koop­er­a­tionspart­ner­schaften mit Konz­er­nen. Es ist ein inter­na­tionales Net­zw­erk von Frauen der Dig­i­tal­branche mit dem Ziel, diese sicht­bar­er, stärk­er und ver­net­zter zu machen. 
  • Ver­band deutsch­er Unternehmerin­nen (VdU): VdU bietet eine Plat­tform für den Erfahrungsaus­tausch, inter­na­tionale Kon­tak­te, Arbeits­grup­pen zu ver­schiede­nen The­men und Engage­ment extern­er Men­tor­ing-Pro­gramme für deutsche Unternehmerin­nen.
  • Euro­pean Women Man­age­ment Devel­op­ment (EWMD): Das Net­zw­erk organ­isiert jährlich Kon­feren­zen, arbeit­et mit Unternehmen wie Nestlé, Henkel und Audi zusam­men und spricht speziell Frauen in Führungspo­si­tio­nen in Man­age­ment und Wirtschaft an. 
  • web­gr­rls e.V.: Ein Vere­in, der Frauen verbindet, die in der Branche der neuen Medi­en arbeit­en. Das Ziel ist die beru­fliche Weit­er­en­twick­lung, sowie die Präsenz- und Ein­flusssteigerung von Frauen in einem dig­i­tal geprägten Arbeit­sum­feld.

Das Ziel von mehr Zusammenhalt 

Mehr Zusam­men­halt unter Frauen hat das Ziel, für eine (Arbeits-)Welt zu sor­gen, in der sich Kol­le­gen und Kol­legin­nen gle­icher­maßen behan­delt und geschätzt fühlen. Machtverteilun­gen und ‑struk­turen wer­den aufge­brochen und bieten gle­iche Chan­cen für Frauen und Män­ner, die nötige Kom­pe­ten­zen mit­brin­gen.

Vielmehr führt der Zusam­men­halt aber zu konkreten Ergeb­nis­sen und gemein­sames Wach­s­tum. Wir alle kön­nen voneinan­der prof­i­tieren und unsere Stärken nutzen sowie Schwächen aus­gle­ichen, um eine gle­ich­berechtigte und chan­cen­gle­ichere Zukun­ft mitzugestal­ten und das (Arbeits-)leben für uns und zukün­ftige Gen­er­a­tio­nen zu verän­dern. 

Courage Inside: 

Das Courage Mag­a­zin selb­st ist ein Ergeb­nis weib­lichen Zusam­men­halts. Die bei­den Grün­derin­nen Astrid Zehbe und Daniela Mey­er haben inner­halb des Finanzen­ver­lags gemein­sam Deutsch­lands erstes Finanz- und Kar­ri­eremagazin für Frauen ins Leben gerufen. #stronger­to­geth­er

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