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Solarinvestments: Tipps und Plattformen

2020-10-23T12:03:23+02:0023. Oktober 2020|

Anders denken! Dieses Cre­do gilt ger­ade bei nach­halti­gen Gel­dan­la­gen.

Im drit­ten Teil der Serie geht es nun um Tipps und konkrete Ideen für Solar­in­vest­ments. Ganz gle­ich, ob als Teil ein­er Anlagege­mein­schaft wie Genossen­schaften und Crowd­in­vest­ings oder als Einzelin­vestor, es gibt viele inter­es­sante Pro­jek­te. 

Von Michaela Stem­per

Genossenschaftsanteile

Über­schaubare Solarpro­jek­te vor der Haustür find­en viele Anleger ver­trauenser­weck­ender als große Pho­to­voltaikan­la­gen außer Reich­weite. Deshalb steigt seit Anfang 2000 die Zahl der genossen­schaftlichen Energiepro­duzen­ten.

In Beteili­gungs­ge­mein­schaften investieren Einzelper­so­n­en Beiträge, um eine gemein­sam Solaran­lage bauen und betreiben zu kön­nen. Über eine Google®-Suche find­et man in fast jed­er Region eine Energiegenossen­schaft. 

Energiegewinner eG

Beispiel­sweise die Energiegewin­ner eG aus Köln. Eine pro­fes­sionelle Genossen­schaft, die ihre Anteile zu je 50 Euro anbi­etet. Mit nur einem Anteil wird man Mit­glied und kann sich auf unter­schiedliche Arten an neuen Pro­jek­ten beteili­gen. Zum Beispiel durch Nachrang­dar­lehen oder auch Mod­ulka­uf, der sich in der rechtlichen Abbil­dung  einem Dar­lehen ähnelt. 

Quelle: Energiegewin­ner eG

In der Solarsparte ist derzeit eine Pho­to­voltaikan­lage, kurz PV-Anlage, auf dem Dach ein­er Ten­nishalle in Dinslak­en aus­geschrieben. Es ist die erste Anlage der Genossen­schaft, die ein­drucksvoll auf einem Bogen­dach instal­liert wurde.

Sie beste­ht aus 1.208 monokristalli­nen 320 Watt Mod­ulen und hat eine Gesamtleis­tung von 386,56 kWp. Mit der jährlichen Ertragsleis­tung kön­nen über 100 Deutsche Haushalte mit regen­er­a­tivem Strom ver­sorgt wer­den.

Die Mit­glieder der Genossen­schaft kön­nen bei diesem Objekt einzelne Mod­ule kaufen. Die Aufteilung der großen Anlage hat steuer­liche Vorteile, die es im Detail zu besprechen gilt.

Der Ertrag ermit­telt sich aus dem Verkauf des gener­ierten Stroms, abzüglich der laufend­en Kosten für die Dach­pacht des Ten­nisheims, Ver­sicherung, Betrieb­s­führung und Rück­stel­lun­gen. 

Ein Mod­ul kostet ein­ma­lig 369,51 Euro. Der Investor Rela­tions Ver­ant­wortliche der Genossen­schaft Philip Hlawaty erk­lärt, wie der Preis zus­tande kommt: „Der Mod­ul­preis ist abhängig vom prog­nos­tizierten Ertrag und der Ein­spei­sev­ergü­tung. Dadurch erre­ichen wir, dass jedes Mit­glied in jedem Pro­jekt gle­ich behan­delt wird. Mod­ule ein­er Anlage im son­nen­re­ichen Breis­gau sind dadurch ten­den­ziell teur­er als eine bau­gle­iche Anlage mit ein­er gerin­geren Ein­strahlungsrate an der regen­re­ichen Nord­seeküste.“

Gemäß Ver­trag wer­den jährlich rund sieben Prozent des Kauf­preis­es an den Eigen­tümer des Moduls aus­geschüt­tet. Fünf Prozent dienen der Tilgung, der Über­schuss stellt die vari­ablen Zin­sen dar. Ganz konkret wer­den für die Ten­nishalle derzeit 26,87 Euro prog­nos­tiziert, was 7,27 Prozent entspricht. Der Wert schwankt ger­ingfügig. Son­nen­re­iche Som­mer wirken sich pos­i­tiv, Störun­gen im Netz neg­a­tiv in der Bilanz aus. 

Deshalb ein guter Tipp für das Invest­ment in Solar­mod­ule: Ein Blick auf die son­ni­gen Regio­nen der Repub­lik lohnt, um die Ertragskraft eines poten­tiellen Invest­ments schon ein­mal grob ein­schätzen zu kön­nen.

Karten dazu gibt es auf der Web­site des Deutschen Wet­ter­di­en­stes (Start­seite, Leis­tun­gen, Strahlung – Solaren­ergie). 

Crowdinvesting 

Beim Crowd­in­vest­ing oder auch Crowd­fund­ing geht es darum, dass eine größere Men­schen­menge, englisch „crowd“, ein Pro­jekt oder eine Geschäft­sidee finanziert, englisch „to fund“. Im deutschen Sprachge­brauch hat sich der Begriff Schwarm­fi­nanzierung einge­bürg­ert.

Zumeist wird das notwendi­ge Kap­i­tal über Online Plat­tfor­men einge­sam­melt. Auch für nach­haltige Invest­ments lohnt der Blick auf Crowd­in­vest­ing Plat­tfor­men. Acht­en Sie auf ser­iöse Anbi­eter mit langjähriger Invest­men­this­to­rie. Hier reichen die Ange­bote von an Banken angelehnte Plat­tfor­men wie „DKB-Crowd“, über Grün­der mit anfänglichem Eigen­nutz bei „WIWIN“ bis hin zu NGO nahen wie „bet­ter­vest“.

Aber auch Plat­tfor­men wie „Green­Vest­ing“ von Fond­sprofis oder „Econeers“, die klar definierte Nach­haltigkeit­skri­te­rien prüfen, haben solide Ange­bote. 

DKB-Crowd

Invest­ments bei DKB-Crowd in Part­ner­schaft mit der Deutsche Kred­it­bank AG sind schon ab 250 Euro möglich. Man vergibt an die Betreiber des jew­eili­gen Pro­jek­tes let­z­tendlich ein Dar­lehen. Deshalb prüft der Anbi­eter den Betreiber wie die Pro­jek­t­pla­nung auf Herz und Nieren, bevor ein Invest­ment auf die Plat­tform gehoben wird. 

Derzeit wird bei der DKB eine Anlagemöglichkeit in ein ganzes Solarkraftwerk, also einen Solarpark auf der grü­nen Wiese, in Rätzin­gen, ange­boten. Ins­ge­samt sollen 2,15 Mil­lio­nen Euro durch Schwarm­fi­nanzierung zusam­menge­tra­gen wer­den. Derzeit sind bere­its 79% finanziert*.

Zu beacht­en ist die soge­nan­nte Fund­ing-Schwelle. Erst wenn diese erre­icht wird, kommt die Finanzierung tat­säch­lich zus­tande. Die ver­ant­wortliche Pro­jek­t­ge­sellschaft bietet drei ver­schiede Nachrang­dar­lehen an, die sich in der Stück­elung, Laufzeit und Verzin­sung unter­schei­den.

Bei der kur­zlaufend­en Vari­ante „S“ investiert der Anleger 250 Euro oder jed­er darüber hin­aus durch 50 teil­bare Betrag für eine Laufzeit von 5 Jahren. Das investierte Kap­i­tal verzinst sich zu 3 Prozent. Jährlich wer­den 20 Prozent der Anlage­summe getil­gt. 

WIWIN

Die Plat­tform WIWIN überzeugt durch ihren Grün­der Matthias Wil­len­bach­er, der 1997 selb­st das erste Win­drad auf dem elter­lichen Grund und die erste Solaran­lage auf dem Dach der Sche­une baute. WIWIN ent­stand als Schwest­erge­sellschaft der Juwi AG, einem seit fast 25 Jahren täti­gen Pro­jek­ten­twick­ler für erneuer­bare Energien.

Seit 2011 hat die Plat­tform mehr als 5.000 Anleger für erneuer­bare Energien gewon­nen und ins­ge­samt 66 Mil­lio­nen Euro Finanzierungsvol­u­men bere­it­gestellt. Ohne einen einzi­gen Aus­fall, wie Wil­len­bach­er selb­st betont. 

Das aktuelle Pro­jekt „Solarkraft Deutsch­land“ bietet die Möglichkeit, in ein ganzes Port­fo­lio von 17 PV-Anla­gen der Münch­en­er Solarkraft Unternehmensgruppe zu investieren.  Das Gesamtvol­u­men des Port­fo­lios beträgt 1.000.000 Euro. Eine Investi­tion ist ab 500 Euro möglich, max­i­mal kön­nen bis zu 25.000 Euro investiert wer­den. Die Zin­sen von 4,25 Prozent wer­den jährlich aus­gezahlt. Die Tilgung erfol­gt am Laufzei­t­ende im Jahr 2027.

bettervest

Bei bet­ter­vest han­delt es sich um eine Plat­tform für nach­haltige Invest­ments der beson­deren Art. Die Mit­grün­derin und Inge­nieurin Mar­i­lyn Heib, selb­st stark NGO ori­en­tiert, betont: „Wir bieten mehr als nur Finanzierun­gen von grü­nen Energien. Unsere Pro­jek­te sind nicht nur ökol­o­gisch, son­dern auch sozial nach­haltig.“ 

Deshalb stellt Courage das einzige aus­ländis­che Pro­jekt in dieser Rei­he vor: Solar-Home-Sys­teme (SHS) für net­zferne Haushalte in Sam­bia. Ein SHS beste­ht aus einem Solar­mod­ul, ein­er Bat­terie mit Bat­terie­m­an­age­mentsys­tem und einem Zahlungssys­tem. Zwei LED Lam­p­en und eine Röhren­lampe brin­gen Licht in die Hüt­ten Sam­bias. Außer­dem bein­hal­tet das Set ein Radio sowie eine auflad­bare Taschen­lampe.

Quelle: bet­ter­vest

Eben­falls kön­nen über ver­schiedene Adapter Handys aufge­laden wer­den. Mit dem Dar­lehensvol­u­men von 349.900 Euro kön­nen 3.600 solch­er Sets finanziert wer­den. Kred­it­nehmer ist die deutsche Africa Crowdfin UG (haf­tungs­beschränkt), die eigens nur für dieses Crowd­fund­ing gegrün­det wurde und das Dar­lehen an das lokale Unternehmen WidEn­er­gy Africa Ltd. weit­er­leit­et. 

Gesucht wer­den deutsche Inve­storen vor allem deshalb, weil die Zin­sen für Kleinkred­ite in Sam­bia hor­rend sind. Mit bis zu 16 Prozent müsse man für einen Kred­it rech­nen, erk­lärt Mar­i­lyn Heib, die sich schon seit 2012 mit nach­halti­gen Invest­ments bei bet­ter­vest beschäftigt.

Für die fün­fjährige Anlage (ab 250 Euro) in Sam­bia wer­den 6,5 Prozent Zin­sen in Aus­sicht gestellt. Zins und Tilgung wer­den jährlich gezahlt. „Ein solch­es Invest­ment geht man aber nicht nur für die Auss­chüt­tun­gen an, son­dern hat meist auch den Social Impact im Hin­terkopf“, erläutert Heib.

Einzelinvestments

Milk the Sun

Wer sich mit Genossen­schaften und Crowd­in­vest­ing nicht so recht anfre­un­den kann, der kann auch auf eigene Faust investieren. Eine der größten Plat­tfor­men für Solar­in­vest­ments heißt beze­ich­nen­der­weise Milk the Sun.

2012 gegrün­det, hat sich das Unternehmen zum weltweit führen­den, offe­nen Mark­t­platz für PV-Anla­gen in gewerblich­er Größenord­nung entwick­elt. Hier kön­nen auch Pri­vatan­leger ganze Solaran­la­gen erwer­ben. 

Auf der Start­seite gibt es einen prak­tis­chen Find­er: Anlage­summe und Anlagere­gion sind rasch aus­gewählt. Bei den kleineren Anla­gen ist das Ange­bot über­sichtlich.

Rund 29.000 Euro zahlt man beispiel­sweise für das kle­in­ste Pro­jekt: eine 12,9 kWp Anlage auf einem für 20 Jahre gepachteten Dach in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Damit kann man drei Haushalte ein Jahr lang mit Strom ver­sor­gen. Zusät­zlich stellt Milk the Sun 1.000 Euro pauschal Ver­mit­tlung­spro­vi­sion in Rech­nung. Ein Fix­be­trag, der sich bei größeren eher rech­net.

Bei ein­er Jahre­spro­duk­tion von rund 12.000 kWh, die in den ersten zehn Jahren mit 34,05 Cent (fest­geschriebene Ein­spei­sev­ergü­tung) vergütet wer­den, ergibt sich ein Ertrag von 4.086 Euro jährlich. Davon wer­den die laufend­en Kosten für die Betrieb­s­führung von 170 Euro, sowie die Dach­pacht von 400 Euro und die anteilige Pro­vi­sion für Milk the Sun von 50 Euro abge­zo­gen. Nach Kosten ergibt sich ein Ertrag von 3.466 Euro.

Tilgt man in den ersten zehn Jahren jew­eils ein Zehn­tel der Anlage mit 2.900 Euro, verbleiben 566 Euro oder knapp 2 Prozent Ren­dite. Nach zehn Jahren ist der Anlage­be­trag voll­ständig zurück­ge­führt. Aber die Erträge müssen neu kalkuliert wer­den, wenn die Ein­spei­sev­ergü­tung wegfällt.

Branchenin­sid­er kalkulieren derzeit mit rund 5 Cent je Kilo­wattstunde. Damit trägt die Anlage bis zum Ende der Dachver­pach­tung ger­ade ein­mal ihre eige­nen Kosten. 

Das Beispiel zeigt, ein Einzel­pro­jekt muss genau aus­gewählt und die Para­me­ter für die Ren­dite­berech­nung zu unter­schiedlichen Zeit­punk­ten betra­chtet wer­den. Oft­mals entschei­det Größe und Stan­dort über die Rentabil­ität. 

Fazit

Informieren ist das ober­ste Gebot bei jedem Invest­ment. Um sich einen ersten Ein­druck über die nach­halti­gen Pro­jek­te, sowie deren Betreiber, denen man let­z­tendlich sein Geld anver­traut, zu ver­schaf­fen, helfen Prospek­te, Bilder und Videos auf den Plat­tfor­men.

Nicht von der Sonne und den Ren­ditechan­cen blenden lassen: Der Erwerb der vorgestell­ten Ver­mö­gen­san­la­gen ist mit erhe­blichen Risiken ver­bun­den und kann zum voll­ständi­gen Ver­lust des einge­set­zten Kap­i­tals führen. Recher­chieren Sie so lange, bis Sie die Details des gewählten Invest­ments ver­ste­hen. Fra­gen kön­nen meist per­sön­lich am Tele­fon oder über Chart­funk­tio­nen gestellt wer­den. Das sollte man unbe­d­ingt nutzen.

*Stand 8. Sep­tem­ber 2020

Im ersten Teil geht es um Nach­haltiges Investieren, die neben wirtschaftlichen und sozialen auch ökol­o­gis­che Aspek­te umfassen.

Den Invest­ments in diesem Bere­ich haben wir einen zweit­en Teil gewid­met. Dazu besuchen wir eine Solaren­ergiegenossen­schaft im Main-Taunus-Kreis.

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