Startseite/Teil 1: Was sind Kryptowährungen?

Teil 1: Was sind Kryptowährungen?

2020-03-10T19:19:19+02:002. Dezember 2019|

Die Dig­i­tal­isierung schre­it­et voran: Rech­nun­gen erre­ichen uns per Mail, den näch­sten Urlaub bezahlen wir per Kred­itkarte online und Onli­neshop­ping ist selb­stver­ständlich. Warum sollte nicht auch Geld dig­i­tal sein? Höch­ste Zeit, Bit­coin und andere dig­i­tale Währun­gen ein­mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Von Michaela Stem­per

Im All­t­ag begeg­nen uns Kryp­towährun­gen derzeit noch sel­ten. Lediglich einzelne Air­lines und Hotels, Online­plat­tfor­men oder Berlin­er Cof­fee-Shops akzep­tieren Bit­coin als Zahlungsmit­tel. Häu­figer erre­ichen uns jedoch Nachricht­en von Bit­coin als Invest­ment – sagen­hafte Kur­sanstiege und drama­tis­che Kursver­luste machen Schlagzeile.

Der Begriff Kryp­towährung hat seinen Ursprung im griechis­chen „kryp­tos“, was so viel wie ver­schlüs­selt oder geheim bedeutet. Kryp­tografie gilt als Wis­senschaft zur Ver­schlüs­selung von Infor­ma­tio­nen. In Zeit­en von IT-Sicher­heit geht es dabei haupt­säch­lich um die Wider­stands­fähigkeit von Dat­en gegen unbefugten Daten­zu­griff oder Manip­u­la­tion. Eine Währung, die mit kryp­tografis­chen Werkzeu­gen wie der Blockchain-Tech­nolo­gie erzeugt wird, nen­nt sich fol­glich Kryp­towährung oder Kryp­to­geld.

In aller Munde: Bitcoin – die erste Kryptowährung

Der bekan­nteste Vertreter im Kryp­to-Uni­ver­sum ist der Bit­coin. Auch hier weist der Name die Rich­tung: Bit­coin set­zt sich aus „Bit“, der englis­chen Beze­ich­nung für die kle­in­ste Datenein­heit, und „Coin“, englisch für Münze zusam­men. Das dafür ver­wen­dete Sym­bol, ein B mit zwei Strichen, ähnelt stark dem Dol­larze­ichen. Physis­che Münzen wer­den bei dig­i­tal­en Währun­gen nicht geprägt, den­noch sieht man zur besseren Ver­an­schaulichung immer mal wieder ein „B“ auf glänzen­dem Met­all.

Das weltweit führende dig­i­tale Zahlungsmit­tel wurde 2007 konzip­iert und vor zehn Jahren erst­mals öffentlich gehan­delt. Leg­endär ist die erste Zahlung ein­er Ware im realen Leben mit Bit­coin: 2010 bot ein Entwick­ler 10.000 Bit­coins für den­jeni­gen, der ihm zwei große Piz­zas bringe. Drei Tage später fand sich ein Liefer­ant, der zwis­chen­zeitlich auf­grund der Wert­steigerung mehrfach­er Mil­lionär sein dürfte. Und so feiert die Com­mu­ni­ty den Liefertag, den 22. Mai 2007, als Bit­coin-Piz­za-Day. Als Erfind­er des Bit­coins als dezen­trales und somit von Bankenkrisen unab­hängiges Sys­tem gilt Satoshi Nakamo­to. Ein Pseu­do­nym, wie man heute weiß, hin­ter der die Bit­coin-Com­mu­ni­ty eine einzelne Per­son oder eine ganze Gruppe von Pro­gram­mier­ern ver­mutet. Angedichtet wurde die Erfind­ung des Bit­coin so eini­gen Entwick­lern, gefun­den hat sich aber kein wahrer Kan­di­dat. Eigentlich schade, denn der Kryp­to-Cre­ator sollte für den Nobel­preis für Wirtschaftswis­senschaften vorgeschla­gen wer­den. Die Richtlin­ien erlauben jedoch keine Teil­nahme, wenn die Iden­tität des Kan­di­dat­en nicht gek­lärt ist.

Derzeit existieren gemäß der Online­plat­tform coinmarketcap.com etwa 18,07 Mil­lio­nen Bit­coins (Stand Ende Novem­ber 2019), was einem Gegen­wert von 129 Mil­liar­den US-Dol­lar entspricht. Die Mark­tkap­i­tal­isierung schwankt stark, da der Preis der Kryp­towährung, der sich rein aus Ange­bot und Nach­frage ergibt, sehr volatil ist. So sind Tagess­chwankun­gen von zehn Prozent keine Sel­tenheit.

Wie entstehen Bitcoins?

Aber zurück zur Prax­is: Bit­coins entste­hen nicht wie Euro, US-Dol­lar oder britis­che Pfund dadurch, dass eine Noten­bank wie die Europäis­che Zen­tral­bank, die amerikanis­che Fed­er­al Reserve oder die Bank of Eng­land das Geld in Umlauf bringt. Vielmehr entste­hen Bit­coins durch soge­nan­ntes Min­ing (englisch „schür­fen“). Ähn­lich wie bei Gold­mi­nen existieren Unternehmen, von den USA über Island bis nach Chi­na, die Bit­coin schür­fen. Das passiert nicht mit dem Sieb am Fluss, son­dern mit neuen Tech­nolo­gien: Ganze Lager­hallen von Prozes­soren und Super­com­put­ern stellen Berech­nun­gen an, um immer neue Bit­coin-Ein­heit­en zu schaf­fen. Den Prozess muss man sich vorstellen, wie die Lösung ein­er sehr kom­plizierten math­e­ma­tis­chen Auf­gabe, die nur durch hohe Rech­n­er­leis­tung möglich ist. Die Tech­nolo­gie, der­er man sich bedi­ent, nen­nt sich Blockchain. Auf den Entste­hung­sprozess mit „Min­ing“ und die „Blockchain-Tech­nolo­gie“ wer­den wir im zweit­en Teil der Serie „Dig­i­tale Währun­gen“ detail­liert­er einge­hen.

Wo wird Bitcoin akzeptiert?

Hochbur­gen der Bit­coin-Akzep­tanz gibt es im Kleinen wie im Großen: vom Kryp­to-Kiez Graefe in Berlin, über die nieder­ländis­che Stadt Arn­heim („Bit­coin-fre­undlich­ste Stadt“) und den Großraum Toron­to (Bit­coin-ATMs) bis hin zu Brasilien (Akzep­tanz in der Bre­ite).

Welche andere Kryptowährungen gibt es?

Auch wenn Bit­coin syn­onym für Kryp­towährun­gen ver­wen­det wird, existieren laut coinmarketcap.com noch rund 4800 weit­ere „Digi­coins“ im knapp 200-Mil­liar­den-Dol­lar-Markt (Stand Ende Novem­ber 2019). Auf die Mut­ter aller Cyber­währun­gen ent­fall­en rund zwei Drit­tel. Weit­ere maßge­bliche Kryp­towährun­gen sind Ethereum, XRP (Rip­ple), Theter, Lite­coin oder EOS.

Man kann Cyber­money wie Bit­coin als Spielfeld für Speku­lanten und Com­put­ern­erds abtun. Aber dig­i­tales Geld kön­nte durch den Vorstoß von Face­book und der Währung Libra bald zum All­t­ag gehören, wie ein Pay­pal-Kon­to oder Apple Pay.

Libra – eine vielversprechende Kryptowährung

Denn die Face­book-Währung Libra ist anders konzip­iert. Als soge­nan­nter „Sta­ble Coin“ ori­en­tiert sie sich an einem Korb echter Währun­gen wie Euro und US-Dol­lar. Das Ziel ist klar: die hohen Kurss­chwankun­gen, die Bit­coin & Co aufweisen, sollen ver­ringert wer­den. Dadurch würde sich Libra deut­lich bess­er als Zahlungsmit­tel etablieren kön­nen. Und hier kom­men wir zum eigentlichen Ziel der neuen Währung. Face­book will durch Libra die Zahlun­gen sein­er zwei Mil­liar­den Kun­den, beispiel­sweise in Anwen­dun­gen wie What­sapp und Mes­sen­ger, erle­ichtern.

Mark Zucker­berg, der Face­book-Grün­der, ver­sucht mit einem großen Kreis an Ini­tia­toren, der soge­nan­nten Libra Asso­ci­a­tion, die neue Währung möglichst bre­it aufzustellen. Ins­ge­samt 21 Grün­dungsmit­glieder wie die Musik­plat­tform Spo­ti­fy, der Taxi­di­enst Uber oder das Telekom­mu­nika­tion­sun­ternehmen Voda­fone unter­stützen derzeit die neue Idee. Das Auss­chei­den des Onlinebezahl­dien­sts Pay­pal sowie der Kred­itkar­te­nan­bi­eter Mas­ter­card und Visa aus diesem Kreis ver­set­zt dem Pro­jekt einen gehöri­gen Dämpfer. Grund hier­für sind offene reg­u­la­torische Fra­gen, die das Pro­jekt verzögern und die gek­lärt sein müssen, bevor der Startschuss für die neue Face­book-Währung fällt.

Es bleibt span­nend, wie sich die dig­i­tal­en Währun­gen entwick­eln und etablieren wer­den. Es schadet sicher­lich nicht, sich der Vor- und Nachteile bewusst zu wer­den. Die neue Serie „Dig­i­tale Währun­gen“ bietet hierzu eine gute Gele­gen­heit.

Noch mehr Infos für dich

Beate Sander — Nachruf auf eine besondere Frau

Die Börsen­mil­lionärin Beate Sander ist gestor­ben. Als Investorin, aber auch als Men­sch hat sie viele Frauen beein­druckt: Sie hat gezeigt, dass es niemals zu spät ist, Neues zu ler­nen, dass Mut sich auszahlt und dass Wis­sen Früchte trägt, wenn man es teilt. Ein Rück­blick auf das Leben ein­er bemerkenswerten Frau, die durch ihren Ehrgeiz, ihre Hart­näck­igkeit und ihre Lei­den­schaft beein­druckt hat.

Teil 1: Geld für Mütter

Vor und nach der Geburt eines Kindes gibt es Mut­ter­schaft­sleis­tun­gen. Was (wer­den­den) Müt­tern zuste­ht, hängt davon ab, wie sie kranken­ver­sichert sind und in welchem Arbeitsver­hält­nis sie ste­hen. Die meis­ten Leis­tun­gen sind eigens zu beantra­gen. Wo, wann, was, wie viel gibt es? Diese Fra­gen klärt Courage – im Überblick und im Detail im ersten Teil unser­er neuen Serie Fam­i­lie und Finanzen.

Der finanzielle Check-up

Bil­lio­nen Euro liegen hierzu­lande auf kaum verzin­sten Kon­ten. Etliche Men­schen sind nicht aus­re­ichend gegen Risiken abgesichert und viele wis­sen nicht, was ihnen im Alter bleibt. Es gibt also viele Gründe für eine Finanzber­atung. Aus­gaben, Ver­di­enst, Kon­ten, Depots, Ver­sicherun­gen, die Woh­nung, beru­fliche Pläne und kost­spielige Hob­bys unter­liegen dem finanziellen Check-up. Nach der Analyse erfahren Kun­den, wie sie ihre Zukun­ft finanziell am besten sich­ern.

Buch des Monats

Hinterlassen Sie einen Kommentar

This Is A Custom Widget

This Sliding Bar can be switched on or off in theme options, and can take any widget you throw at it or even fill it with your custom HTML Code. Its perfect for grabbing the attention of your viewers. Choose between 1, 2, 3 or 4 columns, set the background color, widget divider color, activate transparency, a top border or fully disable it on desktop and mobile.

This Is A Custom Widget

This Sliding Bar can be switched on or off in theme options, and can take any widget you throw at it or even fill it with your custom HTML Code. Its perfect for grabbing the attention of your viewers. Choose between 1, 2, 3 or 4 columns, set the background color, widget divider color, activate transparency, a top border or fully disable it on desktop and mobile.