Startseite/Mehr Geld trotz Corona-Krise

Mehr Geld trotz Corona-Krise

2020-11-06T08:54:49+01:0021. April 2020|

In der Coro­na-Kri­se wird immer wie­der von sys­tem­re­le­van­ten Beru­fen berich­tet, von Men­schen, die jetzt unser Sys­tem auf­recht­erhal­ten und dafür sor­gen, dass wir mit Lebens­mit­teln, Betreu­ung, Pfle­ge und medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den. Zum gro­ßen Teil wer­den die­se Beru­fe von Frau­en aus­ge­übt, die dafür teils sehr schlecht bezahlt wer­den – und zwar immer noch.

Gast­bei­trag von Sus­an J. Mol­den­hau­er

Systemrelevanz oder warum sich gerade in diesen Zeiten eine Gehaltsverhandlung systemverändernd auswirken kann.

Wenn ich die­ser Tage und Wochen in den sozia­len Medi­en und Netz­wer­ken sur­fe, ent­de­cke ich wie­der­holt Lobes­hym­nen auf Men­schen in sys­tem­re­le­van­ten Beru­fen und Beschäf­ti­gungs­fel­dern, die trotz Coro­na-Kri­se unent­wegt „für uns da sind“, das Sys­tem auf­recht­erhal­ten und uns alle mit dem wirk­lich Wich­ti­gen und Lebens­not­wen­di­gen ver­sor­gen: Lebens­mit­tel für uns alle, Betreu­ung, Pfle­ge und Unter­stüt­zung für die kran­ken und hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen.

Im Grun­de führt uns jetzt die Coro­na-Kri­se vor Augen, wie wich­tig und wert­voll die­se Beru­fe für uns sind. Und wer führt die­se Beru­fe zum gro­ßen Teil aus? Rich­tig: Frau­en. Und dazu noch unter­be­zahlt.

Doch warum spiegelt sich die Systemrelevanz nicht beim Gehalt wider?

In einem Sys­tem, in dem alles durch einen Preis bewer­tet wird, stellt das Gehalt nicht nur Mit­tel zum Zweck dar und dient zum Über­le­ben, son­dern es drückt vor allem eines aus: die Wert­schät­zung unse­res Tuns, die Wich­tig­keit unse­res Beru­fes und des­sen Ein­ord­nung in der Hier­ar­chie inner­halb einer Orga­ni­sa­ti­on und dar­über hin­aus, in unse­rer Gesell­schaft.

Wertschätzung beginnt mit dem eigenen Selbstwertgefühl!

Wir brau­chen ein neu­es Selbst­be­wusst­sein dar­über, was unser Tun wirk­lich wert ist. Jetzt den Kopf in den Sand ste­cken und war­ten, bis sich die Ent­schei­der und Ent­schei­de­rin­nen in Gewerk­schaft, Arbeit­ge­ber­ver­bän­den und Poli­tik dazu durch­rin­gen, end­lich eine ech­te Gleich­be­rech­ti­gung nicht nur zwi­schen Mann und Frau durch­zu­set­zen, son­dern vor allem die sys­tem­re­le­van­ten Beru­fe zu stär­ken, in denen gro­ßer Fach­kräf­te- und Nach­wuchs­kräf­te­man­gel herrscht, kann lan­ge dau­ern.

Trotz des Lob­ge­san­ges und der Dan­kes­be­kun­dun­gen im Netz. Schnell kann die viral gegan­ge­ne Auf­merk­sam­keit schwin­den, wenn es wie­der in Rich­tung „Nor­ma­li­tät“ geht.

Wie systemrelevant bin ich eigentlich?

Gera­de in Zei­ten der Coro­na-Kri­se zeigt sich also, was wirk­lich zählt und was der jewei­li­gen Orga­ni­sa­ti­on hilft. Hier kann ich selbst schnell her­aus­fin­den, was ich dazu bei­tra­ge, dass in „mei­nem Sys­tem“ alles wei­ter­läuft, trotz oder gera­de wegen Home­of­fice und Coro­na-Shut­downs zum Bei­spiel.

Fol­gen­de Über­le­gun­gen kön­nen dabei hel­fen:
Viel­leicht bin ich wesent­lich effi­zi­en­ter, struk­tu­rier­ter und auf­ge­räum­ter, wenn ich aus dem Home­of­fice her­aus agie­re, weil der stres­si­ge Berufs­ver­kehr für mich weg­ge­fal­len ist.
Viel­leicht habe ich mei­nem Chef die zün­den­de Idee ver­mit­telt, wie wir unse­re Kun­den trotz Coro­na-Kri­se an uns bin­den und ihnen auch über Inter­net, Mail und Tele­fon einen guten Ser­vice bie­ten.
Viel­leicht tra­ge ich ent­schei­dend dazu bei, wie wir wich­ti­ge Pro­zes­se in unse­rem Unter­neh­men noch effi­zi­en­ter gestal­ten.
Viel­leicht unter­stüt­ze ich ent­schei­dend bei der Digi­ta­li­sie­rung von rele­van­ten Pro­zes­sen.
Viel­leicht ent­ste­hen, dank Coro­na-Kri­se, ganz neue Ideen, an die wir vor­her gar nicht gedacht hät­ten.

Mit der Erkenntnis der Systemrelevanz im eigenen, kleinen Wirkungsfeld zu neuem Selbstwertgefühl für die eigene Leistung.

Also war­um nicht jetzt mit der Che­fin oder dem Chef einen Ter­min ver­ein­ba­ren?
War­um nicht jetzt über den eige­nen Bei­trag in der Wert­schöp­fungs­ket­te spre­chen?
War­um nicht jetzt über die erreich­ten Zie­le, erfolg­reich abge­wi­ckel­te Pro­jek­te, gute Ideen spre­chen?
War­um nicht jetzt neu den­ken und das auch kom­mu­ni­zie­ren?
War­um also nicht jetzt einen Ter­min mit dem Fokus auf die eige­ne Wei­ter­ent­wick­lung im Unter­neh­men und eine ent­spre­chen­de Gehalts­an­pas­sung ver­ein­ba­ren?
Gera­de jetzt trau­en sich die wenigs­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, einen Gehalts­ver­hand­lungs­ter­min zu ver­ein­ba­ren. Und das wie­der­um wirft gleich ein ganz ande­res Licht auf die­je­ni­ge, die sich jetzt traut. Nur Mut!

In der Serie „Gehalts­ver­hand­lun­gen“ möch­te ich euch Schritt für Schritt die The­men näher brin­gen, die ich auch in mei­nen Coa­chings behand­le. Ihr dürft gespannt sein.

Den ers­ten Teil der Gehalts­se­rie mit Sus­an J. Mol­den­hau­er fin­det ihr hier.

Den zwei­ten Teil der Gehalts­se­rie mit Sus­an J. Mol­den­hau­er fin­det ihr hier.

Den drit­ten Teil der Gehalts­se­rie mit Sus­an J. Mol­den­hau­er fin­det ihr hier.

Über die Autorin:

Sus­an J. Mol­den­hau­er ver­fügt über mehr als 20 Jah­re Erfah­rung in der Finanz­bran­che mit dem Fokus auf ganz­heit­li­che, unab­hän­gi­ge Bera­tung. Durch das Aus­bil­den, Schu­len und Füh­ren von Mit­ar­bei­tern ent­deck­te sie ihre star­ke Affi­ni­tät zum Coa­ching.

Als zer­ti­fi­zier­te Kar­rie­re­be­ra­te­rin und Coach unter­stützt sie im Team der STRATEGY PIRATES® GmbH & Co. KG Men­schen im Berufs­le­ben. Bei den geldfreundinnen.de ist sie mit der Rubrik „Kar­rie­re- und Gehalts­coa­ching“ ver­tre­ten. Sie bie­tet Work­shops, Vor­trä­ge und Ein­zel­coa­chings an.

Als Frau, die sich in einer män­ner­do­mi­nier­ten Bran­che ihre Spo­ren ver­die­nen muss­te, ist ihr Her­zens­the­ma, Frau­en zu moti­vie­ren, mit mehr Mut, Selbst­be­wusst­sein und dem Erken­nen ihres „Selbst-Wer­tes“ ihren Weg erfolg­reich zu gehen.

Noch mehr Infos für dich

7 Tipps zur Selbstführung im Homeoffice

Mil­lio­nen von Deut­schen arbei­ten aktu­ell im Home­of­fice – für vie­le sehr unge­wohnt: Es feh­len gere­gel­te Tages­ab­läu­fe, Kol­le­gen, Vor­ge­setz­te und oft auch ein­fach die Dis­zi­plin, zu Hau­se genau­so pro­duk­tiv zu arbei­ten wie im Büro. Eine gute Orga­ni­sa­ti­on, aber vor allem die Fähig­keit zur Selbst­füh­rung sind dar­um um so wich­ti­ger, hier einen guten Job zu machen.

Personal Branding — Was verbirgt sich dahinter?

Mit etwas Geduld, einer lang­fris­ti­gen Stra­te­gie und den eige­nen Stär­ken kann Per­so­nal Bran­ding zu neu­en Auf­trä­gen, Pro­jek­ten oder Posi­tio­nen ver­hel­fen. Das Ziel ist es, sich in den Köp­fen der Men­schen für sein The­ma und sei­ne Fähig­keit zu ver­an­kern — ohne sich dabei auf­dring­lich zu ver­kau­fen. Ver­kau­fen lässt sich in die­sem Fall das eige­ne Image, die Leis­tun­gen und die Exper­ti­se, die sich im opti­ma­len Fall ganz orga­nisch ver­brei­ten.

Zitat der Woche KW13
Buch des Monats

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben