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Teil 4: Geld für Bildung: BAföG

2021-01-15T11:38:18+01:005. Januar 2021|

Mehr staat­li­che Unter­stüt­zung für ihre Aus- und Fort­bil­dung: Das bringt Schü­lern und Stu­die­ren­den die Reform des BAföG, die stu­fen­wei­se bis 2021 erfolgt. Seit August 2020 bie­tet auch das Auf­stiegs-BAföG (frü­her Meis­ter-BAföG) mehr För­de­rung. Cou­ra­ge gibt einen Über­blick, wer pro­fi­tiert und ant­wor­tet auf häu­figs­te Fra­gen.

Von Gise­la Habe­rer

Im Überblick

Mehr Geld, mehr Emp­fän­ger, mehr Unter­stüt­zung für Eltern in Aus­bil­dung und güns­ti­ge­re Bedin­gun­gen bei der Rück­zah­lung des Dar­le­hens­an­teils: So las­sen sich die Refor­men beim Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz (BAföG) und beim Auf­stiegs­fort­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz (Auf­stiegs-BAföG) zusam­men­fas­sen. Staat­li­che För­de­rung gibt es in drei Aus­bil­dungs­ab­schnit­ten:

BAföG ab Klasse 10

Bereits ab der zehn­ten Klas­se kön­nen Jugend­li­che BAföG erhal­ten – und zwar als Geld­ge­schenk vom Staat. Denn sie erhal­ten BAföG als vol­len Zuschuss. Sie müs­sen also kei­nen Cent zurück­zah­len.

BAföG fürs Studium

Stu­die­ren­de erhal­ten BAföG zur Hälf­te als Zuschuss und zur Hälf­te als zins­lo­ses Dar­le­hen. Das Dar­le­hen ist nur bei aus­rei­chen­dem Ein­kom­men zurück­zu­zah­len, gestaf­felt nach der finan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit. Maxi­mal sind 10.010 Euro rück­zahl­bar: in 77 Monats­ra­ten zu 130 Euro.

BAföG für den beruflichen Aufstieg

Nach der Erst­aus­bil­dung gibt es das Auf­stiegs-BAföG unab­hän­gig vom Alter über alle Fort­bil­dungs­stu­fen hin­weg bis zum Mas­ter Pro­fes­sio­nal. Das Auf­stiegs-BAföG setzt sich aus Zuschüs­sen zum Lebens­un­ter­halt, antei­li­ger Über­nah­me von Kos­ten für Lehr­gän­ge, Prü­fun­gen und Mate­ri­al für Abschluss­ar­bei­ten sowie zins­güns­ti­gen Dar­le­hen zusam­men. Die Rück­zah­lung der Dar­le­hens­an­tei­le wird bei bestan­de­ner Prü­fung zur Hälf­te, bei anschlie­ßen­dem Start in die Selbst­stän­dig­keit kom­plett erlas­sen.

Antworten auf häufigste Fragen

Wer erhält BAföG?

Um BAföG zu erhal­ten, sind meh­re­re Vor­aus­set­zun­gen zu erfül­len:

Alter:

In der Regel gibt es die För­de­rung maxi­mal bis zum 30. Geburts­tag. Sie kann län­ger flie­ßen, wenn Kin­der unter 14 Jah­ren oder pfle­ge­be­dürf­ti­ge Eltern betreut wer­den, bezie­hungs­wei­se der zwei­te Bil­dungs­weg absol­viert wur­de.

Einkommen:

Das eige­ne Ein­kom­men darf 450 Euro im Monat nicht über­stei­gen. Die Frei­be­trä­ge für elter­li­ches Ein­kom­men stei­gen stu­fen­wei­se bis 2021. Dann lie­gen sie bei steu­er­lich gemein­sam ver­an­lag­ten Eltern bei 2000 Euro net­to im Monat. Bei ein­zeln ver­an­lag­ten Eltern oder Ehe­part­nern der BAföG-Emp­fän­ge­rin oder des ‑Emp­fän­gers lie­gen sie bei 1330 Euro net­to.

Die­se Höchst­gren­zen gel­ten ab 1. August 2021, wenn bereits BAföG bezo­gen wird, sonst ab 1. Okto­ber 2021. Auf die­se Frei­be­trä­ge kön­nen sich wei­te­re addie­ren, etwa für den Unter­halt wei­te­rer Kin­der, pfle­ge­be­dürf­ti­ger Ange­hö­ri­ger oder Ex-Part­ner.

Ver­die­nen Eltern abzüg­lich aller Frei­be­trä­ge rund 24.000 Euro net­to im Jahr, gibt es vol­les BAföG. Dar­über kann es eine Teil­för­de­rung geben. Auch ein gerin­ger BAföG-Betrag kann loh­nen: Denn der BAföG-Bezug macht unab­hän­gig von sei­ner Höhe wei­te­re För­de­run­gen oder Ver­güns­ti­gun­gen zugäng­lich.

Unter bestimm­ten Umstän­den gibt es BAföG unab­hän­gig vom Ein­kom­men der Eltern: Etwa wenn Kin­der bereits für eini­ge Jah­re finan­zi­ell eigen­stän­dig waren oder zu Beginn des Aus­bil­dungs­ab­schnitts über 30 Jah­re alt sind oder ein Abend­gym­na­si­um oder Kol­leg besu­chen.

Vermögen:

Auch wer BAföG bezieht, darf Erspar­nis­se haben. Das Ver­mö­gen wird bis zu bestimm­ten Frei­be­trä­gen nicht auf die Höhe der För­de­rung ange­rech­net. Ab dem Win­ter­se­mes­ter 2020/21 liegt die Gren­ze für Sin­gles bei 8200 Euro. Dazu kom­men 2300 Euro für jeden Ehe­part­ner und für jedes Kind, das BAföG-Emp­fän­ger unter­hal­ten.

Begabung:

BAföG hängt nicht von Noten ab. Anders ver­hält es sich bei Sti­pen­di­en, die häu­fig nach Bega­bung, sozia­lem Enga­ge­ment und wei­te­ren Kri­te­ri­en ver­ge­ben wer­den.
Mehr Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Wie viel BAföG gibt es?

Die För­de­rung besteht aus meh­re­ren Kom­po­nen­ten: dem soge­nann­ten Grund­be­darf und – je nach Bedarf – einer Pau­scha­le für Wohn­kos­ten, einem Zuschlag für Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung und einem Kin­der­be­treu­ungs­zu­schlag. Mit dem Win­ter­se­mes­ter 2020/ 21 wur­de die För­de­rung pro Monat ange­ho­ben.

Grundbedarf:

Stu­die­ren­de erhal­ten für ihren Grund­be­darf nun bis zu 427 Euro, Schü­le­rin­nen und Schü­ler je nach Schul­art zwi­schen maxi­mal 247 und maxi­mal 681 Euro, jeweils pro Monat.

Wohnpauschale:

Die Wohn­pau­scha­le ist vom Wohn­sitz abhän­gig. Für Wohn­raum bei oder von den Eltern gibt es 56 Euro, für eine Woh­nung frem­der Ver­mie­ter 325 Euro im Monat.

Versicherungs-Zuschlag:

BAföG-Emp­fän­ger, die sich bereits selbst kran­ken­ver­si­chern müs­sen, erhal­ten einen Zuschlag: Bis zum 30. Geburts­tag 109 Euro, danach 189 Euro, jeweils pro Monat.

Kinderbetreuungszuschlag:

Eltern, die BAföG erhal­ten, bekom­men für ihre Kin­der einen Betreu­ungs­zu­schlag von 150 Euro pro Monat. Den Zuschlag gibt es bis zum 14. Geburts­tag des Kin­des.

Die Höhe der För­de­rung kann sich durch eige­nes oder elter­li­ches Ein­kom­men ver­rin­gern. Es reicht aber bereits, BAföG von weni­gen Euro pro Monat zu bezie­hen, um Anspruch auf wei­te­re För­de­run­gen oder Ver­güns­ti­gun­gen zu haben.

Die vor­aus­sicht­li­che Höhe des BAföG lässt sich durch Online-Rech­ner abschät­zen:
Stu­den­ten­werk- Göt­tin­gen

Bafög-Rech­ner

Wo wird BAföG beantragt?

Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die BAföG bean­tra­gen wol­len, fra­gen am bes­ten im Sekre­ta­ri­at ihrer Schu­le nach, wo sie den Antrag stel­len müs­sen. In der Regel sind die ört­li­chen Ämter für Aus­bil­dungs­för­de­rung am Wohn­ort der Eltern zustän­dig, nur in Ein­zel­fäl­len die am Wohn­ort des Aus­zu­bil­den­den.

Schü­ler und Schü­le­rin­nen, die Abend­gym­na­si­en, Kol­legs, höhe­re Fach­schu­len und Berufs­aka­de­mien besu­chen, stel­len den Antrag im Bezirk ihrer Aus­bil­dungs­stät­te. Stu­die­ren­de bean­tra­gen BAföG beim Stu­die­ren­den­werk am Stand­ort ihrer Hoch­schu­le.

Der Antrag lässt sich auch elek­tro­nisch aus­fül­len und per Post oder digi­tal über­mit­teln. Hier

Wer erhält Aufstiegs-BAföG?

Auf­stiegs-BAföG kann in jedem Alter in Anspruch genom­men wer­den und zwar von jedem, der eine Blei­be­per­spek­ti­ve in Deutsch­land hat. Die Bewil­li­gung rich­tet sich nach der ange­streb­ten Fort­bil­dung.

Anfang 2020 wur­den drei neue Fort­bil­dungs­stu­fen ein­ge­führt: Geprüfte/r Berufsspezialist/in, Bache­lor Pro­fes­sio­nal und Mas­ter Pro­fes­sio­nal. Alle drei Fort­bil­dungs­stu­fen wer­den mit dem Auf­stiegs-BAföG geför­dert.

Die neu­en Bezeich­nun­gen nach dem novel­lier­ten Berufs­bil­dungs­ge­setz (BBiG) soll Fach­kräf­ten Arbeits­märk­te welt­weit zugäng­li­cher machen und signa­li­sie­ren: Beruf­li­che Fort­bil­dung und Stu­di­um sind gleich­wer­tig.

Ein Bache­lor Pro­fes­sio­nal ent­spricht zum Bei­spiel der frü­he­ren Meis­ter­prü­fung und ist gleich­wer­tig mit den Abschlüs­sen von (Fach-)Hochschulen als Bache­lor of Arts, of Sci­ence oder of Edu­ca­ti­on.

Ins­ge­samt sind mehr als 700 Fort­bil­dungs­ab­schlüs­se för­der­fä­hig, dar­un­ter Fort­bil­dun­gen mit den bis­he­ri­gen Abschluss-Bezeich­nun­gen zum /zur Hand­werks- und Industriemeister/in, Erzieher/in, Techniker/in, Fachkaufmann/frau und Betriebswirt/in.

Geför­dert wer­den Fort­bil­dun­gen öffent­li­cher und pri­va­ter Anbie­ter, die fach­lich gezielt auf Prü­fun­gen nach dem Berufs­bil­dungs­ge­setz (BBiG), der Hand­werks­ord­nung (HwO) oder auf gleich­wer­ti­ge Abschlüs­se nach Bun­des- oder Lan­des­recht vor­be­rei­ten.

Die Fort­bil­dung kann neben­be­ruf­lich oder in Voll­zeit absol­viert wer­den, muss in jedem Fall aber min­des­tens 400 Unter­richts­stun­den umfas­sen. Seit August 2020 wird auch vir­tu­el­ler Unter­richt geför­dert. Anbie­ter müs­sen noch eine Rei­he wei­te­rer Vor­aus­set­zun­gen erfül­len. Inter­es­sier­te erkun­di­gen sich am bes­ten vor­ab, ob die gewünsch­te Fort­bil­dung die qua­li­ta­ti­ven Kri­te­ri­en des Auf­stiegs­fort­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz (AFBG) erfüllt und es dafür Auf­stiegs-BAföG gibt.

Wie viel Aufstiegs-BAföG gibt es?

Das Auf­stiegs-BAföG unter­stützt bei Aus­ga­ben für die Fort­bil­dung und unter Umstän­den auch für den Lebens­un­ter­halt. Kos­ten für Lehr­gangs-und Prü­fungs­ge­büh­ren sowie Abschluss­pro­jek­te wer­den unab­hän­gig von Ein­kom­men und Ver­mö­gen geför­dert.

Maxi­mal gibt es 15.000 Euro für Gebüh­ren, die Hälf­te davon als Zuschuss, der Rest als zins­güns­ti­ges Dar­le­hen. Bei bestan­de­ner Prü­fung wird die Rück­zah­lung des Dar­le­hens zur Hälf­te, bei anschlie­ßen­der Exis­tenz­grün­dung kom­plett erlas­sen. Mate­ri­al­kos­ten für Abschluss­pro­jek­te wer­den mit bis zu 2000 Euro geför­dert, davon je die Hälf­te als Zuschuss und als zins­güns­ti­ges Dar­le­hen.

Allein­er­zie­hen­de, die sich voll oder in Teil­zeit fort­bil­den wol­len, erhal­ten für Kin­der in ihrem Haus­halt einen Betreu­ungs­zu­schlag. Für Kin­der unter 14 Jah­ren sowie Kin­der mit Behin­de­rung gibt es 150 Euro pro Monat.

Für eine Fort­bil­dung in Voll­zeit gibt es einen Zuschuss zum Unter­halt. Die Höhe hängt vom Ein­kom­men und Ver­mö­gen der Bil­dungs­wil­li­gen und ihrer Ehe- oder Lebens­part­ner und ‑part­ne­rin­nen ab.

Allein­ste­hen­de erhal­ten maxi­mal 892 Euro im Monat. Bis zu 235 Euro pro Monat gibt es für Kin­der, für die auch Kin­der­geld fließt, sowie für Ehe- und ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner- und part­ne­rin­nen.

Wo wird Aufstiegs-BAföG beantragt?

Auf­stiegs­wil­li­ge kön­nen sich vor der Antrag­stel­lung bera­ten las­sen:

Tele­fo­nisch mon­tags bis frei­tags von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kos­ten­frei­en Hot­line 0800 – 622 36 34.

Per­sön­lich bei den Ämtern für Auf­stiegs­för­de­rung. Adres­sen nach Bun­des­län­dern hier.
Bei den Ämtern für Auf­stiegs­för­de­rung wird das Auf­stiegs-BAföG auch bean­tragt. Zu den For­mu­la­ren.

Alle bis­he­ri­gen Tei­le unse­rer Serie Fami­lie und Finan­zen auf einem Blick:

Alles über Mut­ter­schafts­leis­tun­gen: Wo, wann, was, wie viel gibt es? Die­se Fra­gen klärt Cou­ra­ge im 1. Teil “Geld für Müt­ter”.

Alles ums Elter­geld, wer was bekommt und wo die Leis­tung zu bean­tra­gen ist, erklärt Cou­ra­ge im 2. Teil “Geld für Eltern”.

Alles über das Kin­der­geld. Cou­ra­ge klärt grund­le­gen­de Fra­gen rund um die­se Leis­tung im 3. Teil “Geld für Kin­der”.

Wei­te­re Unter­stüt­zun­gen für ihre Bil­dung. Über Sti­pen­di­en infor­miert Cou­ra­ge im 5. Teil ” Geld für Bil­dung: Sti­pen­di­en”

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