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Teil 7: Rentenfallen? Vermeiden!

2020-05-25T10:47:17+02:0027. April 2020|

Viele Jahre Kinder und Haushalt ver­sor­gen, lange Teilzeit arbeit­en, nie Gehalt­ser­höhun­gen fordern: Es gibt viele Fall­en, die zu Mick­er-Renten führen. Doch meist lassen sie sich ver­mei­den: durch bewusste Leben­s­pla­nung und ‑führung.

Von Gisela Haber­er 

Rentenfallen? Vermeiden!

Viele Jahre Kinder und Haushalt ver­sor­gen, lange Teilzeit arbeit­en, nie Gehalt­ser­höhun­gen fordern: Es gibt viele Fall­en, die zu Mick­er-Renten führen. Doch meist lassen sie sich ver­mei­den: durch bewusste Leben­s­pla­nung und ‑führung.

Das Renten­sys­tem unter­schei­det nicht zwis­chen Män­nern und Frauen. Die Regeln sind für alle gle­ich. Jed­er Punkt, der für die Rente gesam­melt wurde, hat densel­ben Wert: für Rent­ner­in­nen wie für Rent­ner (mehr dazu in Teil 6 unser­er Rentenserie).

Doch noch gelingt es Män­nern, oft mehr für die Rente zu punk­ten als Frauen. Das muss nicht so bleiben. Frauen kön­nen ihr Renten-Schick­sal in die Hand nehmen.

Dass dies gelingt, machen Rent­ner­in­nen im Osten Deutsch­lands vor. Sie sind schlicht ähn­lich lang und ähn­lich qual­i­fiziert beruf­stätig wie Män­ner und erhal­ten daher ähn­lich hohe Renten (mehr dazu in Teil 1 unser­er Rentenserie)

Rentenfalle 1: Haushalt

Frauen küm­mern sich häu­fig um Haushalt und Kinder. Wird dieser Weg bewusst gewählt, schön und gut. Nur ist das eine riskante Wahl. Denn kein eigenes Einkom­men zu haben, macht abhängig vom „Ernährer“. Aus dieser Abhängigkeit zu entrin­nen, wird mit den Jahren immer schwieriger.

Im Alter kann die Falle endgültig zuschnap­pen: Wenn kein oder nur ein geringer Anspruch auf eine Rente aufge­baut wurde. Ein gemein­samer Haushalt lässt sich auch gemein­sam führen.

Ganz neben­bei prof­i­tieren davon auch die Män­ner: Denn sie sind im Grunde erst dann wirk­lich selb­st­ständig, wenn sie nicht ver­sorgt wer­den müssen wie kleine Kinder. Der Part­ner­schaft tut Augen­höhe eben­falls in der Regel gut.

Rentenfalle 2: Kinder

Erziehungsleis­tung wird gesellschaftlich hon­ori­ert: Der Staat über­weist Renten­beiträge für Erziehungszeit­en (mehr dazu in Teil 3 unser­er Rentenserie). Gemein­same Kinder kön­nen bewusst ein gemein­sames „Pro­jekt“ wer­den. Dann wird durchgerech­net, welche Aufteilung der Erziehungszeit­en fürs Fam­i­lieneinkom­men am sin­nvoll­sten ist.

Hin­ter­grund: Für ein Jahr Erziehungszeit gibt es einen Renten­punkt, genau so viel wie für ein Jahr mit Durch­schnittsver­di­enst. Wer vor Erziehung des Kindes weniger Einkom­men hat­te als der Durch­schnitt, „ver­di­ent“ sozusagen an seinen Kindern: Die Erziehungsleis­tung punk­tet dann mehr auf dem Rentenkon­to als zuvor die Erwerb­sar­beit. Bei über­durch­schnit­tlichem Einkom­men ist es ander­srum: Erziehung punk­tet weniger als die Beruf­stätigkeit.

Näch­stes Prob­lem: Die Höhe des eige­nen Einkom­mens wird teils unter­schätzt. In ein­er Umfrage der Uni­ver­sität Basel von Feb­ru­ar 2020 gab ein Drit­tel der Frauen an, weniger zu ver­di­enen als ihr Part­ner. Ein offen­er Gehaltsver­gle­ich zeigte aber: Sie ver­di­en­ten mehr.

Genau­so sah sich ein Drit­tel der Män­ner als Besserver­di­ener – ohne es zu sein. Klar wurde: Wed­er Män­ner noch Frauen logen absichtlich. Bei­de woll­ten so sehr dem tra­di­tionellen Rol­len­bild entsprechen, dass sie die Augen vor ihrer Wirk­lichkeit ver­schlossen. Fürs Fam­i­lieneinkom­men kann es also lohnen, offen Gehalts­bescheini­gun­gen (oder bei Selb­st­ständi­gen Steuerbeschei­de) zu ver­gle­ichen und dann zu entschei­den, wie die max­i­mal drei­jährige Erziehungszeit untere­inan­der aufgeteilt wird.

Rentenfalle 3: Teilzeit

Viele Frauen sehen Teilzeit als besten Weg, Fam­i­lie und Beruf zu vere­in­baren. Solange Kinder ver­sorgt wer­den müssen, kann dies auch so sein. Nur: Kinder wer­den flügge – oft ehe man sich’s ver­sieht. Dann kann es für alle Beteiligten bess­er sein, wenn Müt­ter auf eine volle Stelle auf­s­tock­en: Kinder erleben dadurch, dass auch Frauen beru­flich „ihren Mann ste­hen“. Natür­lich ist dann die Hausar­beit zu teilen, doch das macht alle Haushaltsmit­glieder selb­st­ständi­ger.

Müt­tern, die (voll) beruf­stätig sind, fällt es meist auch leichter, Kinder ziehen zu lassen. Auf deren Auszug fol­gt dann kein Emp­ty-Nest-Syn­drom, son­dern Freude über neue Frei­heit­en. Vor allem bleiben Müt­ter dann nicht in der Teilzeit­falle hän­gen – was ihnen eine Mini-Rente bescheren würde.

Rentenfalle 4: Trennung

Tren­nen sich Eltern, leben Kinder danach über­wiegend im Haushalt der Mut­ter. Allein­erziehende haben ein über­durch­schnit­tlich hohes Armut­srisiko: auch im Alter. Einen Ausweg bietet das soge­nan­nte Wech­selmod­ell. Dabei leben Kinder in den Haushal­ten bei­der Eltern: zu möglichst gle­ichen zeitlichen Anteilen. Das gibt Müt­tern wie Vätern die Chance Eltern zu bleiben, aber auch beruf­stätig zu sein.

Der Inter­essen­ver­band Unter­halt und Fam­i­lien­recht (ISUV) berät Eltern, wie sie ihre Kinder trotz Zer­würf­nis weit­er gemein­sam erziehen kön­nen. Nach sein­er Erfahrung ist dies zugle­ich der beste Weg, trotz Tren­nung beruf­stätig zu sein und (Alters-)Armut vorzubeu­gen. Kinder prof­i­tieren, indem sie ihre Bindung an bei­de Eltern behal­ten.

Rentenfalle 5: Hohes Einkommen

Wie kann ein hohes Einkom­men zur Renten­falle für die Rente wer­den? Indem man sich als Besserver­di­enende allein auf die geset­zliche Rente als Finanzierung des Ruh­e­s­tands ver­lässt. Das Prob­lem: Nur bis zu ein­er bes­timmten Gren­ze des Einkom­mens fließen Beiträge an die Rente.

Aktuell liegt diese soge­nan­nte Beitrags­be­mes­sungs­gren­ze im West­en bei 6.900 Euro brut­to pro Monat, im Osten bei 6.450 Euro. Auf Einkom­men ober­halb dieser Gren­ze wer­den keine Renten­beiträge fäl­lig – für diesen Teil gibt es dann aber auch keine Rente. Denn die Renten sind gedeck­elt.

The­o­retisch liegt ihre Höch­st­gren­ze bei rund 3000 Euro. Dafür müsste man 45 Arbeit­s­jahre lang die max­i­mal möglichen zwei Renten­punk­te erre­ichen. Das gelingt nie­man­dem. Die tat­säch­lichen Renten liegen (teils deut­lich) darunter.

Für jemand, der monatlich ein Brut­to­ge­halt über 6.900 Euro gewohnt ist, dürfte sich eine Rente von unter 3.000 Euro im Monat als her­ber Ein­schnitt anfühlen. Da hil­ft nur: nicht heute alles aus­geben, son­dern für mor­gen aus­re­ichend pri­vat vor­sor­gen.

Rentenfalle 6: Gehaltsverhandlung

Im Schnitt ver­di­enen Frauen weniger als Män­ner. Das Sta­tis­tis­che Bun­de­samt hat genau nachgerech­net: Ohne Berück­sich­ti­gung von Arbeits­dauer und Tätigkeit liegt die Lohn­lücke zwis­chen Män­nern und Frauen bei 21 Prozent. Wird die Rech­nung um Beruf­swahl und Teilzeitar­beit bere­inigt, bleibt eine Lohn­lücke von sechs Prozent.

Geset­zliche Änderun­gen sor­gen inzwis­chen dafür, dass Frauen sich über die Gehäl­ter ihrer männlichen Kol­le­gen informieren und auf gle­ichen Lohn für gle­iche Arbeit drin­gen kön­nen.

Doch dieser Weg ste­ht dann nicht offen, wenn Arbeit­sauf­gaben unter­schiedlich sind. Dann sind Frauen gefordert, sozusagen ohne geset­zliche Rück­endeck­ung in Gehaltsver­hand­lun­gen für sich einzuste­hen. Das fällt vie­len schw­er. Teils liegt das auch an überkomme­nen Vorstel­lun­gen vom „braven Mäd­chen“. Courage gibt Frauen Tipps: mit ein­er eige­nen Serie zu Gehaltsver­hand­lun­gen.

Unsere große Rentenserie alle Teile!

Im ersten Teil der Rentenserie stellt sich Courage die Frage: Rente unter Hartz-IV-Niveau, muss das sein? Und ver­rät, wie der Grund­stein zum Leben­sun­ter­halt im Alter gelegt wer­den kann, damit so was nicht passiert.

Der zweite Teil ist beson­ders inter­es­sant für junge Men­schen, denn für diese ist die Rente noch super­weit weg. Dabei kön­nen sie bere­its Grund­la­gen für spätere Ansprüche leg­en. Vor allem Frauen soll­ten ihre Chan­cen sofort nutzen. Courage ver­rät, wie’s geht.

Der dritte Teil ist beson­ders inter­es­sant für Men­schen, die Kinder und Enkel haben. Denn Kinder punk­ten auf dem Rentenkon­to. Für die Erziehungsleis­tung gibt es einen Bonus: Dem Rentenkon­to wer­den Erziehungs- und Berück­sich­ti­gungszeit­en gut­geschrieben. Courage erk­lärt, was das bedeutet und wie das geht.

Der vierte Teil unser­er Rentenserie richtet sich vor allem an Frauen, die Ange­hörige, Nach­barn oder Fre­unde, teils unter Verzicht auf eigenes Einkom­men pfle­gen. Denn auch Pflege kann dazu beitra­gen, später etwas mehr geset­zliche Rente zu erhal­ten – auch bei geset­zlich Ver­sicherten, die selb­st schon im Ruh­e­s­tand sind.

Noch mehr Infos für dich

Beate Sander — Nachruf auf eine besondere Frau

Die Börsen­mil­lionärin Beate Sander ist gestor­ben. Als Investorin, aber auch als Men­sch hat sie viele Frauen beein­druckt: Sie hat gezeigt, dass es niemals zu spät ist, Neues zu ler­nen, dass Mut sich auszahlt und dass Wis­sen Früchte trägt, wenn man es teilt. Ein Rück­blick auf das Leben ein­er bemerkenswerten Frau, die durch ihren Ehrgeiz, ihre Hart­näck­igkeit und ihre Lei­den­schaft beein­druckt hat.

Teil 1: Geld für Mütter

Vor und nach der Geburt eines Kindes gibt es Mut­ter­schaft­sleis­tun­gen. Was (wer­den­den) Müt­tern zuste­ht, hängt davon ab, wie sie kranken­ver­sichert sind und in welchem Arbeitsver­hält­nis sie ste­hen. Die meis­ten Leis­tun­gen sind eigens zu beantra­gen. Wo, wann, was, wie viel gibt es? Diese Fra­gen klärt Courage – im Überblick und im Detail im ersten Teil unser­er neuen Serie Fam­i­lie und Finanzen.

Der finanzielle Check-up

Bil­lio­nen Euro liegen hierzu­lande auf kaum verzin­sten Kon­ten. Etliche Men­schen sind nicht aus­re­ichend gegen Risiken abgesichert und viele wis­sen nicht, was ihnen im Alter bleibt. Es gibt also viele Gründe für eine Finanzber­atung. Aus­gaben, Ver­di­enst, Kon­ten, Depots, Ver­sicherun­gen, die Woh­nung, beru­fliche Pläne und kost­spielige Hob­bys unter­liegen dem finanziellen Check-up. Nach der Analyse erfahren Kun­den, wie sie ihre Zukun­ft finanziell am besten sich­ern.

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