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Teil 2: Von Anfang an punkten!

2020-05-25T10:44:13+02:0010. Februar 2020|

Für junge Leute ist die Rente noch super­weit weg. Dabei kön­nen sie bere­its Grund­la­gen für spätere Ansprüche leg­en. Vor allem Frauen soll­ten ihre Chan­cen sofort nutzen. Courage ver­rät, wie’s geht.

 

Von Gisela Haber­er 

Junge Leute jobben häu­fig neben Schule oder Studi­um, viele absolvieren Frei­willi­gen­di­en­ste oder Prak­ti­ka. Teils lassen sich darüber bere­its erste Ansprüche gegenüber der geset­zlichen Renten­ver­sicherung erwer­ben. Beson­dere Vergün­s­ti­gun­gen gibt’s für Azu­bis und Beruf­san­fänger.

Mehr als Rente

Die geset­zliche Renten­ver­sicherung leis­tet mehr als Renten­zahlun­gen. Sie finanziert ihren Ver­sicherten zum Beispiel schon während ihres Beruf­slebens bei Bedarf auch Präven­tion­s­maß­nah­men oder eine medi­zinis­che Reha, um die Gesund­heit zu erhal­ten oder wieder­herzustellen. Das kann bere­its nach einem Unfall oder ein­er Erkrankung in jun­gen Jahren nötig sein.

Doch Leis­tun­gen gibt es nur unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen. So müssen zum Beispiel auf dem Rentenkon­to aus­re­ichend Ent­gelt­punk­te und Ver­sicherungszeit­en ver­merkt sein. „Punk­ten“ lässt sich nicht nur durch eigene Beiträge, son­dern auch durch Beiträge aus anderen Kassen oder schlicht durch Anrech­nung bes­timmter Zeit­en.

Teils müssen Ver­sicherte selb­st aktiv wer­den, damit für sie Beiträge gezahlt oder Zeit­en angerech­net wer­den. Diese Möglichkeit­en sollte sich kein­er ent­ge­hen lassen.

Schüler und Studierende

Zeit­en für Schu­laus­bil­dung und Studi­um ab dem 17. Leben­s­jahr kön­nen unter Umstän­den für die geset­zliche Rente angerech­net wer­den – auch ohne Beiträge. Dafür sind dem Renten­ver­sicherungsträger entsprechende Nach­weise vorzule­gen wie Schüler­ausweis, Zeug­nisse oder Imma­triku­la­tions­bescheini­gun­gen.

Wur­den schulis­che Aus­bil­dungszeit­en nach dem 16. Leben­s­jahr noch nicht angerech­net oder dauerte eine schulis­che Aus­bil­dung länger als acht Jahre, kön­nen für diese Zeit­en frei­willig Beiträge gezahlt wer­den. Diese Nachzahlun­gen sind bis zum 45. Leben­s­jahr möglich.

Die Höhe der Beiträge ist dafür frei zu wählen: zwis­chen dem monatlichen Min­dest­beitrag von derzeit 83,70 Euro bis zum Höch­st­beitrag von 1.246,20 Euro. Die Nachzahlung kann sin­nvoll sein, um Ansprüche auf eine höhere Rente oder weit­ere Leis­tun­gen zu erwer­ben.

Ferienjobs

Etwa zwei Drit­tel der Schüler und Stu­den­ten ver­di­enen sich etwas dazu. Unter „Ferien­job“ fall­en dabei alle Beschäf­ti­gun­gen, die von vorn­here­in auf drei Monate oder ins­ge­samt 70 Arbeit­stage im Jahr begren­zt sind. Für diese zeitlich begren­zten Jobs fall­en keine Sozial­ab­gaben an.

Haben Ferien­job­ber in einem Kalen­der­jahr aber mehrere solch­er Jobs, wer­den auch sie ver­sicherungspflichtig. Die Sozial­ab­gaben sind dann auf den gesamten Jahresver­di­enst zu zahlen. Heißt: Mit einem Ferien­job lassen sich keine Rente­nansprüche erwer­ben, mit mehreren schon.

Doch Achtung: Bere­its ein Ferien­job kann Sozialleis­tun­gen gefährden. Die Fam­i­lien­ver­sicherung in der geset­zlichen Kranken­ver­sicherung endet ab 455 Euro Einkom­men pro Monat (Gren­ze für 2020), das Kindergeld, wenn volljährige Kinder länger als 20 Stun­den pro Woche arbeit­en.

Nebenjobs

Mini­job­ber, die regelmäßig max­i­mal 450 Euro im Monat ver­di­enen, kön­nen wählen: selb­st in die Rentenkasse ein­zahlen oder nicht. Lassen sie sich von ihrer Ver­sicherungspflicht befreien, dann erhal­ten sie etwas mehr Lohn.

Zahlen sie eigene Beiträge, haben sie andere Vorteile: Gewerbliche Mini­job­ber tra­gen nur 3,6 Prozent der Abgaben an die Rentenkasse, ihr Arbeit­ge­ber die restlichen 15 Prozent. Dieser kleine eigene Beitrag erhöht die spätere Rente etwas, vor allem aber erwer­ben Mini­job­ber Ansprüche auf weit­ere Leis­tun­gen. Gle­ichzeit­ig eröffnet ihnen der Eigen­beitrag den Zugang zu Ent­gel­tumwand­lung für eine betriebliche Altersver­sorgung sowie zu staatlich­er Förderung der eige­nen Altersvor­sorge in Form der Riester-Rente.

Schließen Mini­job­ber einen Riester-Ver­trag ab, erhal­ten sie für einen Eigen­beitrag von fünf Euro im Monat volle staatliche Förderung, etwa die Grundzu­lage von 175 Euro plus eventuell Zula­gen für jedes Kind bis 300 Euro (ab Geburt­s­jahrgang 2008, davor 185 Euro).

Minijobs: nur zeitweise!

Achtung: Mit Mini­jobs lässt sich keine Rente ver­di­enen, die später zum Leben reicht. Ein Arbeit­sleben voller Mini­jobs berechtigt noch nicht ein­mal zum Bezug der geplanten Grun­drente, die Ger­ingver­di­ener bess­er stellt. Frauen soll­ten also keines­falls in die Mini­job-Falle tap­pen.

Aber ger­ade für Akademik­erin­nen, die rel­a­tiv spät ins Beruf­sleben ein­steigen, kann es wichtig sein, über den Neben­job im Studi­um Beitragszeit­en zu sam­meln. So haben sie eher die 35 Beitrags­jahre zusam­men, die etwa für einen vorzeit­i­gen Renten­bezug vorgeschrieben sind.

Mit Mini­jobs lassen sich auch Ansprüche auf Leis­tun­gen wie Präven­tion und Reha erwer­ben. Und diese gibt’s dann auch für Mini­job­berin­nen in vollem Umfang!

Midijobs

Seit 1. Juli 2019 dür­fen soge­nan­nte Midi­job­ber zwis­chen 450,01 Euro bis 1300 Euro ver­di­enen (frühere Gren­ze: 850 Euro). Ihr Arbeit­ge­ber zahlt grund­sät­zlich immer seinen vollen Beitragsan­teil in die Renten­ver­sicherung ein, während die Midi­job­ber selb­st einen reduzierten Anteil zahlen. Je geringer ihr Lohn, desto stärk­er die Reduzierung.

Auf ihrem Rentenkon­to wird ihnen dage­gen grund­sät­zlich so viel zugeschrieben, als hät­ten sie ihren vollen Beitragsan­teil eingezahlt. Auch Midi­job­ber haben ein Recht auf Ent­gel­tumwand­lung und Riester-Förderung.

Freiwilligendienste

Für die Rente punk­ten, ohne selb­st einzuzahlen: Das geht durch frei­willige Dien­ste. Für Män­ner und Frauen, die frei­willig Wehr­di­enst leis­ten, übern­immt der Staat die Beiträge.

Auch während eines Ökol­o­gis­chen oder Sozialen Jahres sowie beim Bun­des­frei­willi­gen­di­enst zahlt allein der jew­eilige Arbeit­ge­ber in die Rentenkasse. Der Bun­des­frei­willi­gen­di­enst ste­ht Men­schen jeden Alters offen.

Darüber kön­nen zum Beispiel auch Frauen, die sich nach ein­er Fam­i­lien­phase beru­flich ori­en­tieren wollen, in neue Auf­gaben­felder rein­schnup­pern und zugle­ich Rente­nansprüche erwer­ben – ohne eigene Beiträge zu leis­ten.

Auf der Suche nach Ausbildung und Arbeit

17- bis 25-Jährige, die nicht gle­ich nach der Schule mit der Aus­bil­dung begin­nen, kön­nen sich bei der Agen­tur für Arbeit aus­bil­dungssuchend melden. Dann wird ihnen die Zeit ihrer Suche auf ihrem Rentenkon­to gut­geschrieben.

Für Bezieherin­nen von Arbeit­slosen­geld übern­immt die Agen­tur für Arbeit die Renten­beiträge: auf Antrag oder auf­grund beste­hen­der Ver­sicherungspflicht.

Praktika

Wer­den Prak­ti­ka in einem bes­timmten Betrieb vorgeschrieben, lässt sich damit für die Rente punk­ten. So gel­ten Prak­ti­ka, die für eine betriebliche Beruf­saus­bil­dung oder in einem dualen Studi­um pflicht­gemäß zu leis­ten sind, als ver­sicherungspflichtig.

Prak­ti­ka, die in nicht betrieb­s­ge­bun­de­nen Stu­di­engän­gen vorgeschrieben sind, bleiben dage­gen – unab­hängig vom Ver­di­enst sozial­ab­gaben­frei.

Für alle anderen Prak­ti­ka, die frei gewählt wer­den, gel­ten die Mini­job-Regelun­gen – so weit sie über­haupt ent­lohnt wer­den.

Azubis

Azu­bis wer­den von der geset­zlichen Renten­ver­sicherung bevorzugt behan­delt. Passiert ihnen ein Arbeit­sun­fall oder erlei­den sie eine Beruf­skrankheit, erhal­ten sie ab dem ersten Tag ihrer Aus­bil­dung sofort Unter­stützung. So dür­fen sie zum Beispiel im Not­fall sofort auf Reha, während dafür son­st eine Min­destver­sicherungszeit von fünf Jahren gilt.

Azu­bis, die ab 2020 eine Erwerb­s­min­derungsrente beziehen, wer­den so gestellt, als hät­ten sie bis 65 Jahre und neun Monate Lohn bezo­gen. Diese soge­nan­nte Zurech­nungszeit erhöht sich schrit­tweise bis 2031 auf 67 Jahre.

Alle pflichtver­sicherten Azu­bis bis 25 Jahre erhal­ten Bonus­punk­te: Für bis zu drei Jahre ihrer Aus­bil­dung wird ihnen auf ihrem Rentenkon­to so viel gut­geschrieben, als hätte ihr Einkom­men drei Vier­tel des Durch­schnittsver­di­en­sts aller Renten­ver­sicherten betra­gen.

Berufseinsteiger

Während der ersten sechs Jahre nach Aus­bil­dungsende kön­nen bere­its zwölf Monate Pflicht­beiträge genü­gen, um Erwerb­s­min­derungsrente oder Reha zu erhal­ten. Unter Aus­bil­dung fall­en dabei alle Arten von Schul‑, Fachschul‑, Hochschul- und Beruf­saus­bil­dung.

Unsere große Rentenserie!

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Der dritte Teil ist beson­ders inter­es­sant für Men­schen, die Kinder und Enkel haben. Denn Kinder punk­ten auf dem Rentenkon­to. Für die Erziehungsleis­tung gibt es einen Bonus: Dem Rentenkon­to wer­den Erziehungs- und Berück­sich­ti­gungszeit­en gut­geschrieben. Courage erk­lärt, was das bedeutet und wie das geht.

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