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Teil 1: Rente unter Hartz-IV-Niveau?

2020-05-25T10:41:36+02:0029. Januar 2020|

Rente unter Hartz-IV-Niveau. Das dro­ht 75 Prozent der Frauen, die zwis­chen 35 und 50 Jahre alt sind. Diese Schreck­ens­meldung ist fünf Jahre alt. Zeit nachzufra­gen: Muss das so kom­men?

Von Gisela Haber­er 

Ist Altersarmut weiblich?

432 Euro erhal­ten alle­in­ste­hende Hartz-IV-Bezieher und ‑Bezieherin­nen 2020 im Monat. Die geset­zliche Rente soll für Frauen, die ab 2032 in Ruh­e­s­tand gehen, darunter liegen. Das ergaben Hochrech­nun­gen aus dem Jahr 2015. Die Schätzung kur­siert on- und offline, meist als „aktuelle“ News ohne ursprünglich­es Jahr der Veröf­fentlichung.

Damals wurde auch ein Grund mit angegeben: 2015 hat­ten Män­ner im Schnitt 40 Jahre Erwerb­sar­beit hin­ter sich, bevor sie geset­zliche Rente bezo­gen, Frauen dage­gen nur 26. Ein­er der entschei­den­den Fak­toren: Denn die Höhe der geset­zlichen Rente hängt von der Höhe des Einkom­mens und von der Erwerb­s­bi­ografie ab.

Zahlenbeispiele

Der Zusam­men­hang zwis­chen Arbeit­s­jahren und Renten­höhe lässt sich auch an Ost-West-Ver­gle­ichen deut­lich able­sen. Im Osten Deutsch­lands hat es Tra­di­tion, dass Frauen arbeit­en – auch Müt­ter. Entsprechend fällt der Unter­schied zwis­chen den Renten­höhen von Män­nern und Frauen im Schnitt hier erhe­blich geringer aus als im West­en.

Ein Beispiel: Im Osten erhal­ten Män­ner, die ab 2018 erst­ma­lig Rente bezo­gen, im Schnitt ger­ade mal 57 Euro mehr Rente im Monat als Frauen. Im West­en ist der Unter­schied gut sechs Mal so hoch. Doch auch hier schließt sich die Kluft, wie ein Ver­gle­ich zwis­chen Bestands- und „Neu-Rent­ner­in­nen“ zeigt.

Bei den Rent­nern und Rent­ner­in­nen im West­en, die schon länger in Ruh­e­s­tand sind, erhal­ten Män­ner im Schnitt 422 Euro mehr pro Monat als Frauen. 340 Euro sind es aber nur noch bei denen, die 2018 das erste Mal Rente bezo­gen. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Das ist immer noch viel, aber spür­bar weniger als bis­lang. Ein­er der Gründe: Auch im West­en kommt die Allein­ver­di­ener-Ehe aus der Mode.

Zur Erin­nerung: Bis 1977 waren Ehe­frauen in der Bun­desre­pub­lik zur Führung des Haushalts geset­zlich verpflichtet. Sie braucht­en die Zus­tim­mung ihres Ehe­manns, um beruf­stätig sein zu dür­fen. Frauen dieser Gen­er­a­tion sind unter den „Bestands-Rent­ner­in­nen“. Sie kon­nten vielfach keine oder kaum eigene Rente­nansprüche erwer­ben. Die „Neu-Rent­ner­in­nen“ hat­ten da schon mehr beru­fliche Frei­heit­en.

Frauen holen auf

Der West­en lernte vom Osten: Dort gab es bere­its vor der Wende flächen­deck­ende Ange­bote zur Kinder­be­treu­ung. Im West­en wer­den Kindergärten und Krip­pen seit der Wiedervere­ini­gung immer stärk­er aus­ge­baut. Heute wirkt es fast schon selb­stver­ständlich, dass es bun­desweit zumin­d­est einen geset­zlichen Anspruch auf Kinder­be­treu­ung gibt – wenn das Ver­sorgungsnetz in der Prax­is auch noch immer Löch­er hat.

Vorhan­dene Ange­bote wer­den jeden­falls angenom­men. Müt­ter bleiben nach der Geburt ihrer Kinder im Schnitt weniger lange zu Hause als früher, während Väter ver­stärkt Elternzeit nehmen.

Kinder im All­t­ag tat­säch­lich gemein­sam zu erziehen, liegt im Trend. Wie sehr, zeigt das Beispiel des IT-Mark­ts, auf dem Fachkräfte hart umkämpft sind: Große Fir­men wie SAP und Hewlett Packard Enter­prise lock­en mit firmeneige­nen Elternzeit­mod­ellen für junge Väter – bei voller Bezahlung. Je mehr Zeit Väter für die Fam­i­lie haben, desto mehr Zeit haben Frauen für ihren Beruf.

Das soge­nan­nte Wech­selmod­ell macht dies auch nach ein­er Tren­nung möglich. Dabei teilen sich Eltern Betreu­ungszeit­en: Sie leben getren­nt, erziehen ihre Kinder aber gemein­sam. Zugle­ich erlan­gen immer mehr Frauen höhere Abschlüsse. Ins­ge­samt sind heute ein Drit­tel mehr junge Leute an Hochschulen eingeschrieben als vor zehn Jahren. Aktuell ist die Hälfte der Studieren­den weib­lich.

Bald kön­nten Frauen sog­ar die Mehrheit stellen. Denn allein gegenüber dem Vor­jahr ist die Zahl der Stu­dentin­nen im Win­terse­mes­ter 2019/20 dop­pelt so stark gestiegen wie die Zahl der Stu­den­ten. Damit haben immer mehr Frauen die Chance auf gut bezahlte Jobs.

Je länger Frauen beruf­stätig sind und je mehr sie ver­di­enen, desto höher fällt später ihre geset­zliche Rente aus. Die Hochrech­nung von 2015 ist also nicht für alle Zeit in Stein gemeißelt.

Aktiv vorsorgen

Die geset­zliche Rente ist für Frauen wie Män­ner nur eine Basis, auf der jed­er und jede auf­bauen muss. Tipps dazu gibt es in anderen Beiträ­gen zu betrieblich­er Altersver­sorgung und pri­vater Vor­sorge. In dieser Serie geht es nun erst mal darum, den Grund­stein zum Leben­sun­ter­halt im Alter zu leg­en.

Die Regeln der geset­zlichen Rente sind für Frauen wie Män­ner gle­ich: Die spätere Leis­tung richtet sich nach den im Lauf eines Lebens gesam­melten Beitragszeit­en und „Ent­gelt­punk­ten“.

Ent­gelt­punk­te sind die Währung der geset­zlichen Rente. Und in dieser Währung kön­nen Frauen genau­so punk­ten wie Män­ner. Sie müssen es nur tun! Diese Serie bietet Tipps, wie Frauen Ent­gelt­punk­te sam­meln. Das gibt Rente!

Unsere große Rentenserie!

Der zweite Teil ist beson­ders inter­es­sant für junge Men­schen, denn für diese ist die Rente noch super­weit weg. Dabei kön­nen sie bere­its Grund­la­gen für spätere Ansprüche leg­en. Vor allem Frauen soll­ten ihre Chan­cen sofort nutzen. Courage ver­rät, wie’s geht.

Der dritte Teil ist beson­ders inter­es­sant für Men­schen, die Kinder und Enkel haben. Denn Kinder punk­ten auf dem Rentenkon­to. Für die Erziehungsleis­tung gibt es einen Bonus: Dem Rentenkon­to wer­den Erziehungs- und Berück­sich­ti­gungszeit­en gut­geschrieben. Courage erk­lärt, was das bedeutet und wie das geht.

Der vierte Teil unser­er Rentenserie richtet sich vorallem an Frauen, die Ange­hörige, Nach­barn oder Fre­unde, teils unter Verzicht auf eigenes Einkom­men pfle­gen. Denn auch Pflege kann dazu beitra­gen, später etwas mehr geset­zliche Rente zu erhal­ten – auch bei geset­zlich Ver­sicherten, die selb­st schon im Ruh­e­s­tand sind.

 

Noch mehr Infos für dich

Beate Sander — Nachruf auf eine besondere Frau

Die Börsen­mil­lionärin Beate Sander ist gestor­ben. Als Investorin, aber auch als Men­sch hat sie viele Frauen beein­druckt: Sie hat gezeigt, dass es niemals zu spät ist, Neues zu ler­nen, dass Mut sich auszahlt und dass Wis­sen Früchte trägt, wenn man es teilt. Ein Rück­blick auf das Leben ein­er bemerkenswerten Frau, die durch ihren Ehrgeiz, ihre Hart­näck­igkeit und ihre Lei­den­schaft beein­druckt hat.

Teil 1: Geld für Mütter

Vor und nach der Geburt eines Kindes gibt es Mut­ter­schaft­sleis­tun­gen. Was (wer­den­den) Müt­tern zuste­ht, hängt davon ab, wie sie kranken­ver­sichert sind und in welchem Arbeitsver­hält­nis sie ste­hen. Die meis­ten Leis­tun­gen sind eigens zu beantra­gen. Wo, wann, was, wie viel gibt es? Diese Fra­gen klärt Courage – im Überblick und im Detail im ersten Teil unser­er neuen Serie Fam­i­lie und Finanzen.

Der finanzielle Check-up

Bil­lio­nen Euro liegen hierzu­lande auf kaum verzin­sten Kon­ten. Etliche Men­schen sind nicht aus­re­ichend gegen Risiken abgesichert und viele wis­sen nicht, was ihnen im Alter bleibt. Es gibt also viele Gründe für eine Finanzber­atung. Aus­gaben, Ver­di­enst, Kon­ten, Depots, Ver­sicherun­gen, die Woh­nung, beru­fliche Pläne und kost­spielige Hob­bys unter­liegen dem finanziellen Check-up. Nach der Analyse erfahren Kun­den, wie sie ihre Zukun­ft finanziell am besten sich­ern.

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