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Sieben Tipps für Kroatiens Küste

2020-08-12T11:07:08+02:0031. Juli 2020|

Endlich am Meer! Der süßlich harzige Duft son­nenbeschienen­er Kiefern, die über mir ein schat­tiges Dach bilden, geben mir das Gefühl, endlich im Süden zu sein. Die türk­is­blaue Küste im Nor­den Kroa­t­iens zu erre­ichen, war in diesem Jahr alles andere als selb­stver­ständlich.

Von Michaela Stem­per

1. Reiseplanung 2020

Unbe­ha­gen macht sich bre­it, wenn ich ans Reisen mit dem Flugzeug denke. Aber was ist die Alter­na­tive?

Anders als in den ver­gan­genen Jahren pla­nen wir, mit dem Auto ans Mit­telmeer zu fahren. Mehr als 1000 Kilo­me­ter in den heißen Süden. Vorher undenkbar. Unsere Wahl fällt nicht zufäl­lig auf Kroa­t­ien. Schon längst wollte ich Urlaub in der Heimat mein­er kroat­is­chen Fre­undin machen – jet­zt ist die Gele­gen­heit.

Die Urlaub­sin­seln der Kvarn­er Bucht liegen im Nor­den, was unsere Reis­eroute auf die Insel Krk zumin­d­est auf unter 1000 Kilo­me­ter drückt.

Aber Achtung: Die schnell­ste Route von Frank­furt über München, Vil­lach, Ljubl­jana bis nach Krk ist nicht die ele­gan­teste. Lange Warteschla­gen dro­hen am Karawanken­tun­nel. Zudem führt ein Großteil der Strecke über Kroa­t­iens Bun­desstraßen.

Unser Tipp: Die Route auf der A3 bzw. A9 über Pas­sau, Graz, Mari­bor, Zagreb bis auf die „gold­ene Insel“ ist nur unwesentlich länger, aber deut­lich beque­mer.

Wir pla­nen einen Zwis­chen­stopp in Spi­tal am Pyhrn ein. So hat man die ersten 590 Kilo­me­ter hin­ter sich und erre­icht nach weit­eren 460 Kilo­me­tern entspan­nt das Reiseziel über die „Krc­ki most“, die die Insel mit dem Fes­t­land verbindet. Denn ich wollte in diesem Som­mer auch keinen Fuß auf eine Fähre set­zen.

Vignette: für Öster­re­ich und Slowe­nien kann man vor dem deutschen Gren­züber­gang Stuben erwer­ben. Kosten: ab 9,40 EUR (AU), ab 30 EUR (SLO).

Maut: zusät­zliche „Tun­nel­ge­bühren“ lassen sich gut mit dem ADAC-Routen­plan­er kalkulieren. Kred­itkarten­zahlung möglich. Kosten: 15 EUR (AU), 14,03 EUR (HR).

Zwis­chen­stopp: „Haus der Naturfre­unde“, Spi­tal (direkt an der A 9). Kosten: 107 EUR im DZ.

Ein­reise: Reisen in das EU-Land Kroa­t­ien müssen aktuell angemeldet wer­den. Infos über das Auswär­tige Amt .

2. Euro in Kuna tauschen

Auch wenn Kroa­t­ien seit dem 1. Juli 2013 ein Mit­gliedsstaat der EU ist, wird weit­er­hin in kroat­is­chen Kuna gezahlt.

In Deutsch­land zu wech­seln, lohnt sich nicht, da die Haus­bank die Beschaf­fungskosten für Geld­scheine und Münzen an den Kun­den weit­ergibt.

Vor Ort tauscht man Bargeld am besten über eine der staatlichen Wech­sel­stuben Fina, um auf der sicheren Seite zu sein. Denn Wech­sel­stuben kön­nen bis zu zehn Prozent der Summe als Kom­mis­sion in Rech­nung stellen. Der Hin­weis „No Com­mis­sion“ ist irreführend: Oft bekommt man schlichtweg weniger Kuna fürs Geld.

Die Abhol­ung an ATMs wird emp­fohlen, aber auch hier kann der Kurs stark vari­ieren. Im Zweifels­fall lieber die Transak­tion abbrechen. Gute Erfahrun­gen, d.h. einen guten Wech­selkurs, haben wir an den Auto­mat­en der öster­re­ichis­chen Erste Bank gemacht.

Restau­rantrech­nun­gen lassen sich mit EC- oder Kred­itkarte begle­ichen. Hier die Zahlung in Kuna wählen und der Karten­be­treiber rech­net später um.

3. Übernachten in Kroatien

Unsere Wahl fällt auf Malin­s­ka. Ein gut erschlossen­er Ort, wo viele kroat­is­che Haupt­städter ein Ferien­dom­izil unter­hal­ten.

Da diese nicht das ganze Jahr vor Ort sein kön­nen, wer­den schöne pri­vate Apart­ments und Häuser ver­mi­etet. Der Kern des Orts rund um den Hafen bietet Über­nach­tungsmöglichkeit­en in der klas­sis­chen Architek­tur der Adri­aküste.

Unser Favorit: Wer mod­ernere Unterkün­fte direkt am Meer schätzt, sollte sich gezielt den Stadt­teil Zidari­ci aus­suchen. Hotels aller Kat­e­gorien wer­ben um Gäste: vom Fünf-Sterne-Hotel im ele­gan­ten Riva-Stil bis hin zu Häusern, die der Hab­s­burg­erzeit entsprun­gen sein kön­nten.

Apart­ments Malin­s­ka: booking.com, airbnb.de

Hotels: Riva 5* (am Hafen), 4300 EUR, Hotel Blue Waves 3* , 1460 EUR, Hotel Vil­la Rova 4* , 1505 EUR (Zidari­ci), Vil­la Clara 4*, 1680 EUR (Porat). Hotel­preise für eine vierköp­fige Fam­i­lie für eine Woche, Aus­nahme: Vil­la Rova nur für Erwach­sene.

4. Paradiesischer Küstenweg

Wun­der­schön! Der „Rajs­ka Ces­ta“ ist seit 1938 ein Wan­der- und Erhol­ungsweg direkt am Meer. Von schat­ten­spenden­den Bäu­men gesäumt, reicht das Grün bis in die Wellen.

Ein Traumstrand neben dem anderen

Quelle: Michaela Stem­per

Vom Zen­trum Malin­skas wen­det man sich in Rich­tung Halu­do­vo und wan­dert ent­lang alter Badestellen und ein­er ver­lasse­nen Hotel­ru­ine immer vor­bei an wind­schiefen Kiefern, ural­ten Mit­telmeerzed­ern und knor­ri­gen Eichen. Nach jed­er Kurve ent­deckt man eine neue Bucht, einen schö­nen Felsvor­sprung oder einen schat­ti­gen Platz. Hin­ter ein­er kleinen Mari­na begin­nt der eigentliche Paradiesweg.

Rund zwei Kilo­me­ter Rich­tung Nor­den ist er mit dem Rad befahrbar, als Wan­der­weg führt er in das nahegele­gene Küsten­städtchen Njivice. Es lohnt sich, auf der Rad­tour Bade­sachen dabei zu haben. Profis span­nen sog­ar Hänge­mat­ten zwis­chen den Bäu­men ober­halb der Felsen auf. Mehr Robin­son-Feel­ing geht nicht.

Rad­ver­leih: Rent a Quad, Bike, Scoot­er in Malin­s­ka, Kosten: 100 Kuna/Tag, Kinder­sitze vorhan­den, keine Räder für Kinder unter 140 cm.

Rad- und Wan­derkarte: Ide­al auch für den Spät­som­mer. Rund 400 km Rad­wege für Ren­nräder, Trekking- und Moun­tain­bikes gibt es auf Krk. Karten kosten­los bei der Tourist-Info.

Beach Bar: Parada­jz am Anfang des Paradieswegs.

5. Kroatische Küche

Kroat­en sind keine großen Früh­stück­er. Aber wer sich auf den „croa­t­ian way of life“ ein­lässt, erlebt mehr als in jedem see­len­losen Star­bucks. Denn den meist starken „Kava“, also Kaf­fee, gibt es immer und über­all.

Ganz wun­der­bar – fast so wie vor 35 Jahren bei meinem ersten Jugoslaw­ienbe­such – ist der Back­waren­verkäufer, der all­mor­gendlich seine Run­den am Strand dreht. Laut schreiend verkauft er Strudel mit Quark, Kirsch oder Apfel. Oder auch die für den Balkan typ­is­chen, fet­ti­gen, aber göt­tlichen „Burec“ mit Schaf­skäse, Spinat oder Fleisch.

Fish & Chips und gegrillte Meeres­früchte  Quelle: Michaela Stem­per

Mit­tags wer­den oft nur Kleinigkeit­en gegessen. Abseits vom Strand haben wir einen tollen Fish-&-Chips-Imbiss an der Straße nach Njivice ent­deckt. Ein­fach am rot-weißen Leucht­turm anhal­ten und frisch gegrillte Doraden genießen.

Abends bieten die Konobas (Tav­er­nen) leckere Fleisch und Fis­chgerichte. Cevap­ci­ci ken­nt man vom Kroat­en an der Ecke, aber was man hier an Fisch und Meeres­frücht­en bekommt, ist sen­sa­tionell. Viel gegrill­ter Okto­pus und Sepia. Tolle Muschel­gerichte.

Kava am Meer: Mare & Mons (Rova 43), Fish & Chips Popaj (Put Radi­ci), boden­ständig: Kono­ba Dubas­ni­ca (nah der Schule), gehoben: Pri­mors­ka Koli­ba (Sv. Apoli­nara), Restau­rant Muli­no (Hotel Malin, Prom­e­nade) bess­er als die Hafen­lokale in Malin­s­ka: Kono­ba Porat.

6. Lust auf Meer?

Beliebt: Ent­deck­ungs­tour unter Wass­er.  Quelle: Michaela Stem­per

Aktiv­itäten rund ums Meer wer­den auf Krk großgeschrieben. Man kann schwim­men, schnorcheln, tauchen, angeln, segeln, Motor­boot oder Semi­sub­ma­rine fahren und sich beim Wasser­par­cours oder Stand-Up-Pad­dling beweisen.

Nach zwei Wochen Suche ist uns aber eines klar: es gibt nicht DEN Strand. Krk ist umsäumt von Bucht­en. Mal so winzig klein, sodass sie namentlich nicht auf der Karte verze­ich­net sind, mal größer, so wie der rund zwei Kilo­me­ter lange Strand von Bas­ka. Das Wass­er ist kristal­lk­lar und funkelt mitunter in einem karibis­chen Türkis. Fast immer knirscht Kies unter den Füßen, mal fein­er und mal grober.

Unsere Kinder stören sich erstaunlicher­weise wenig daran. Sie beobacht­en zwis­chen den Felsen Meer­estiere, nen­nen „ihre“ Seeigel Wil­helm, Wilma und Vaiana und ärg­ern einen Sepia so lange, bis er Tinte rauss­chießt.

Auf die Boote und los. Quelle: Michaela Stem­per

Mit dem Boot erre­icht man auch unzugängliche Strände wie den bekan­nten Gold­en Beach oder Fox Bay. Aus­flugss­chiffe brechen all­mor­gendlich ab Krk-Stadt oder Punat auf.

Noch schön­er finde ich es, ein Motor­boot zu mieten und über­all dort zu ankern, wo das Wass­er beson­ders smaragd­far­ben ist oder die Felsen uns vor starken Bora-Winden schützen.

Ver­leih Motor­boot: Rent a Boat, Malin­s­ka (nur mit Boots­führerschein) ab 900 Kuna zzgl. Treib­stoff (Anbi­eter ver­gle­ichen), SUP 70 Kuna, Tret­boot 90 Kuna, Wasser­par­cours 50 Kuna.

7. Einmal rund um die Insel

Krk zählt zu den ältesten Städten des Adri­a­raums. Römer, Frankopa­nen, Venezian­er und Hab­s­burg­er, sie alle hin­ter­ließen ihre Spuren. Nir­gend­wo kann man das bess­er nachempfind­en als in der Insel­haupt­stadt.

Fasziniert ste­hen wir an einem unser­er Aus­flugstage vor einem für die Region untyp­is­chen Zwiebel­turm, der zur Kathe­drale von Krk gehört. Wir lassen uns durch das Stadt­tor im West­en auf den Haupt­platz „Vela Pla­ca“ treiben. Die Kinder bekom­men ein Eis, wir trinken Kava im Ste­hen und fühlen uns sehr kroat­isch.

Die 24-stündi­ge Uhr aus dem 16. Jahrhun­dert mah­nt uns, dass die Mit­tagszeit bevorste­ht und man bess­er den Weg ans Meer antritt. So laufen wir über Straßen aus weißem Stein, die mich an Dubrovnik erin­nern, bis an den Hafen. Kleine Läden säu­men die Gassen und wir lassen uns zum Kauf von Sou­venirs hin­reißen.

Weit­er geht es nach Punat. Beim Anblick der vie­len Mas­ten schlägt unser Segler­herz höher. Man sagt, es sei eine der größten Mari­nas Kroa­t­iens. Die natür­liche, nur durch eine Meerenge zur Adria geöffnete Bucht bietet Schutz vor den starken Winden.

Auf der Prom­e­nade am Meer geht es, anders als in Krk-Stadt, läs­sig entspan­nt zu. In der Bucht liegt eine wun­der­schöne fast kreis­runde Insel, Kosljun. Mehr Postkartenidyll geht nicht, denke ich, und finde schon hin­ter der näch­sten Kurve einen neuen Traum­strand.

Nach­sai­son auf Krk: Während in den Ferienorten langsam die Lokale schließen, herrscht in Krk-Stadt immer noch Betrieb. Die Preise fall­en deut­lich.

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Ein Ehrenamt eröffnet neue Perspektiven

Elis­a­beth Fre­un­del (37) arbeit­ete über 20 Jahre lang als Kat­a­log-Fotografin. 2019 zog sie einen Schlussstrich unter ihr altes Leben. Heute ist Elis­a­beth Fre­un­del in einem ganz anderen Bere­ich tätig – und auch pri­vat hat sich viel verän­dert. Eine entschei­dende Rolle spielt dabei ihr ehre­namtlich­es Engage­ment. Sie unter­stützt nicht nur den ADFC bei der Durch­führung von Ver­anstal­tun­gen und küm­mert sich um den Insta­gram-Auftritt, son­dern engagiert sich zusät­zlich auch bei Green City.

Vom Ehrenamt in die Festanstellung

Ria Kor­tum ist studierte Heilpäd­a­gogin und seit 2017 bei der Deutschen Kinderkreb­ss­tiftung für „Pro­jek­t­man­age­ment und psy­chosoziale The­men“ zuständig. Zuvor engagierte sich die Mut­ter von Zwill­in­gen, die selb­st sehr jung an Krebs erkrank­te, ehre­namtlich für die Stiftung. “Ein Ehre­namt kann dabei helfen, auszu­loten, wo die eigene beru­fliche Reise hinge­hen soll”, ermutigt Rita Kor­tum. Ein bewe­gen­des Plä­doy­er für Mut und Behar­rlichkeit. 

Rosa lebt!

Die deutsche Hebamme Tan­ja Hock kam vor 15 Jahren als Ehre­namtliche nach Mada­gaskar. Die große Not – vor allem von Frauen und Kindern – erschüt­terte sie tief. Sie blieb, grün­dete die Mobile Hil­fe Mada­gaskar und baute ein drin­gend benötigtes Kranken­haus. Courage-Chefredak­teurin Daniela Mey­er begleit­ete sie per Buschflieger zu ein­er drama­tis­chen Not-OP, die ihr bis heute in Erin­nerung blieb. “OP ist über­all da, wo es einen Not­fall gibt und schnell operiert wer­den muss.”

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