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„Goldinvestments können das Portfolio schützen“

2020-08-19T10:31:21+02:0017. August 2020|

Imaru Casano­va hat Maschi­nen­bau studiert, als Erdölin­ge­nieurin in Venezuela gear­beit­et und ist heute stel­lvertre­tende Port­fo­lioman­agerin für die Gold- und Edel­met­all­strate­gie bei der Fonds­ge­sellschaft VanEck in New York.

Bei ihren beru­flichen Sta­tio­nen war sie immer eine von weni­gen, wenn nicht sog­ar die einzige Frau. Courage spricht im zweit­en Teil des Inter­views mit Imaru Casano­va übers Investieren in Gold und Goldak­tien und darüber, wie sie das The­ma Nach­haltigkeit bei dem Edel­met­all sieht.

Von Julia Pfan­ner

Der Goldpreis entwickelt sich oft entgegengesetzt zu den Kursen von Aktien. Deshalb werden Goldinvestments oft auch als Beimischung genannt, um ein Portfolio weniger anfällig für Schwankungen zu machen. Wie denken Sie darüber?

Imaru Casano­va: Ich denke Sie haben recht. Ger­ade in Zeit­en wie in der Coro­na-Pan­demie wird die Rolle, die Gold und Goldak­tien als sicher­er Hafen und bei der Port­fo­lio­di­ver­si­fizierung spie­len, sehr deut­lich. Wenn sich der Rest des Port­fo­lios nicht gut entwick­elt, kön­nen Gold­in­vest­ments das Port­fo­lio schützen, da sie eine niedrige Kor­re­la­tion zu anderen Anlageklassen haben.

Wie denken Sie werden sich Gold und Goldaktien in Zukunft entwickeln?

Wir haben einen sehr pos­i­tiv­en Aus­blick für den Gold­preis und die Wer­ten­twick­lung von Goldak­tien. Nach­dem Gold Ende 2015 ein Tief von 1050 US-Dol­lar erre­icht hat­te, steigen die Kurse nun.

Vor dem Hin­ter­grund der geopoli­tis­chen Risiken und, noch wichtiger, der zunehmenden sys­temis­chen Risiken für glob­ale Finanzsys­teme, kön­nte der Gold­preis auf mit­tel- und langfristige Sicht deut­lich steigen und neue Allzei­thochs erre­ichen.

Gibt es neben Gold andere Edelmetalle, die Sie für vielversprechend halten?

Mein Fokus liegt auf Gold und zu einem gewis­sen Grad auf Sil­ber. Es gibt andere Edel­met­alle wie Platin oder Pal­la­di­um. Bei ihnen, und auch bei Sil­ber, hat die Nach­frage aus der Indus­trie aber einen viel größeren Ein­fluss auf den Preis als bei Gold.

Wenn sich das Wirtschaftswach­s­tum ver­langsamt, sinkt in der Regel auch die Nach­frage nach diesen Met­allen, was sich let­z­tendlich auf ihren Preis auswirkt. Der Haupt­treiber des Gold­preis­es ist dage­gen die Nach­frage nach Invest­ments. Deshalb denken wir anders über Gold.

Gold dient als finanzieller Ver­mö­genswert, als Währung, Gold ist mehr als nur ein gehan­del­ter Rohstoff. Eine weit­ere Möglichkeit, hier zusam­men mit Gold zu investieren wäre Sil­ber: Nor­maler­weise fol­gt der Preis für Sil­ber dem Gold­preis. Und obwohl der Sil­ber­preis sich zulet­zt viel schlechter gegenüber Gold entwick­elt hat, erwarten wir, dass Sil­ber allmäh­lich aufholt.

Wenn ich Goldschmuck zu Hause habe – ist das auch eine Art von Investment?

Abso­lut! His­torisch gese­hen wird Gold am meis­ten für Schmuck nachge­fragt. Wenn Men­schen Schmuck kaufen – vor allem in Län­dern wie Indi­en und Chi­na – dann kaufen sie sich nicht nur etwas Wertvolles und Schönes, das sie tra­gen kön­nen. Er ist nicht wie eine Hand­tasche oder Schuhe. Ja, er ist schön zu tra­gen und verkör­pert einen Sta­tus. Ich denke, das ist ein wichtiger Grund dafür.

Aber sie kaufen damit auch eine Form von Invest­ment und etwas, das sie über Gen­er­a­tio­nen weit­ergeben kön­nen. Auch wenn wir Schmuck als Kon­sum und nicht als Invest­ment sehen. Er ist eines und wird oft als solch­es gekauft. Wenn man Schmuck besitzt und ihn behal­ten kann, dann sollte man das tun. Das ist eine Möglichkeit, in Gold zu investieren.

Eine andere Möglichkeit beste­ht darin, Gold­bar­ren oder Gold­münzen zu kaufen oder natür­lich in Wert­pa­piere wie unsere VanEck-Gold­fonds zu investieren.

Wie wählen Sie Goldminen-Aktien für Ihren Fonds aus?

Wir analysieren die Unternehmen in unserem Anlage­u­ni­ver­sum und wie sie im Ver­gle­ich zu ihren Mit­be­wer­bern bew­ertet sind. Dazu erstellen wir Bew­er­tungsmod­elle, die detail­lierte Prog­nosen über die Minen und Pro­jek­te sowie ihrer Finanzen enthal­ten.

Wir bew­erten auch ihre Man­age­ment­teams, die Gerichts­barkeit­en, in denen sie tätig sind und die tech­nis­chen, ökol­o­gis­chen sowie sozialen Risiken der Pro­jek­te. Wir sprechen nicht nur mit Führungskräften, die wir in New York tre­f­fen. Son­dern wir besuchen auch die Minen und sprechen mit ihren tech­nis­chen Teams, den Geolo­gen und den Per­so­n­en vor Ort, die für den täglichen Betrieb ver­ant­wortlich sind.

Wenn man viele Minen gese­hen hat, bekommt man ein gutes Gespür dafür, welche gut geführt sind und welche nicht. Der lei­t­ende Port­fo­lioman­ag­er unseres Fonds ist Geologe, ich bin Inge­nieurin, wir haben also viel Exper­tise, wie man die Fir­men tech­nisch ein­schätzt.

Im Zusammenhang mit Goldförderung gibt es immer wieder schlimme Berichte. Es gibt Umweltschäden, man hört von sehr schlechten Arbeitsbedingungen, Zwangsarbeit oder Kinderarbeit in Minen, oder bewaffneten Konflikten, die mit Gold finanziert werden. Hat Sie das nicht abgeschreckt, in diesem Bereich zu arbeiten?

Nein. Der Sek­tor hat lei­der einen schlecht­en Ruf.

Das entspricht aber ins­ge­samt nicht der Real­ität in den multi­na­tionalen, indus­triellen Unternehmen, in die wir investieren. Diese Unternehmen unter­suchen umfan­gre­ich, welche poten­zielle ökol­o­gis­che und soziale Auswirkun­gen ihrer Geschäft­stätigkeit hat und erstellen detail­lierte Pläne, um neg­a­tive Auswirkun­gen zu bewälti­gen und zu min­imieren, ein­schließlich Schließungs- und Reha­bil­i­ta­tion­splä­nen.

Das ist ein umfassender und lang­wieriger Prozess, der in eini­gen Län­dern bis zu zehn Jahre dauern kann. Er ist erforder­lich, um Hun­derte von Genehmi­gun­gen einzu­holen, die man für den Baube­ginn und die Aufrechter­hal­tung der Betrieb­srechte ein­er Mine braucht.

Die Unternehmen, in die wir investieren, hal­ten sich nicht nur an die höch­sten Umwelt‑, Gesund­heits- und Sicher­heits­stan­dards ihrer Branche, son­dern sind auch vor­bildliche Mit­glieder der Gemein­den, in denen sie tätig sind.

Inwiefern?

Sie schaf­fen Jobs, viele bauen Kranken­häuser und Schulen. In eini­gen Fällen erwirtschaften ihre Aktiv­itäten einen großen Teil des Brut­toin­land­spro­duk­ts eines Lan­des. Und immer mehr streben nach nach­halti­gen Vorteilen, die über die Lebens­dauer ihrer Minen hin­aus­ge­hen.

Das heißt nicht, dass es keine Auswirkun­gen auf die Umwelt gibt, die haben die meis­ten Indus­trie­un­ternehmen. Und es gab bedauer­liche Vor­fälle, die natür­lich viel Presse bekom­men.

Aber ins­ge­samt machen viele Fir­men heute einen tollen Job. Bei der Entschei­dung, in welche Fir­men wir investieren, beziehen wir auch Umwelt­fak­toren und soziale Aspek­te ein, und wie die Unternehmen geführt wer­den.

Worauf sollten Anleger in Sachen Nachhaltigkeit bei Goldaktien achten?

Wenn Anleger Aktien kaufen, ist die Wahrschein­lichkeit deut­lich geringer, dass sie in Unternehmen investieren, die unter neg­a­tiv­en Prak­tiken wie den zuvor genan­nten operieren.

Börsen­notierte Goldun­ternehmen veröf­fentlichen sehr trans­par­ent, was sie tun, die meis­ten erstellen sehr detail­lierte Nach­haltigkeits­berichte, die auf ihren Web­seit­en für jeden ver­füg­bar sind. Diese Trans­parenz wird immer größer.

Der World Gold Coun­cil (eine Lob­by­or­gan­i­sa­tion der Gold­mi­nen­be­treiber, Anm. d. Redak­tion) hat vor Kurzem auch die Respon­si­ble Gold Min­ing Prin­ci­ples einge­führt. Ein wichtiger Teil davon ist sicherzustellen, dass das Gold fair, ver­ant­wor­tungsvoll und sich­er bezo­gen wird. Immer mehr Fir­men adap­tieren sie als eine Art Stan­dard.

Ich denke, das wird helfen, das, was die meis­ten Fir­men in diesem Bere­ich schon jet­zt machen, zu for­mal­isieren und zu stan­dar­d­isieren.

Welche Rolle spielt Recyclinggold, also Gold, das nicht gerade erst gefördert wurde, sondern zum Beispiel aus Schmuck oder Elektrogeräten stammt und eingeschmolzen wurde?

Das ist auch eine Bezugsquelle. 2019 lag das gesamte Goldan­ge­bot bei rund 4700 Ton­nen. Rund 3400 Ton­nen liefer­ten die Minen, und etwa 1300 Ton­nen waren Recy­cling­gold. Der Anteil von recycel­tem Gold wird größer, wenn die Gold­preise steigen. Das sehen dann viele Leute als Möglichkeit, ihr Gold zu Geld zu machen, dann wird viel Schmuck und anderes Gold recycelt.

Biografie Imaru Casavona

Imaru Casano­va ist in Venezuela geboren und aufgewach­sen. Nach­dem sie mit 16 Jahren die High School abgeschlossen hat­te, erhielt sie das Galileo Nation­al Stipendi­um, das von der vene­zolanis­chen Regierung für die Aus­bil­dung im Aus­land vergeben wurde. Später studierte sie in den USA Maschi­nen­bau an der Case West­ern Reserve Uni­ver­si­ty in Cleve­land, Ohio.

Sie arbeit­ete bei Avery Den­ni­son als Pro­jek­tin­ge­nieurin in deren Pro­duk­tion­sstät­ten, bevor sie in ihre Heimat­stadt Mara­cai­bo zurück­kehrte. Hier wurde aus der Maschi­nen­bauerin eine Erdölin­ge­nieurin, sie arbeit­ete als Pro­duk­tion­stech­nolo­gin für Shell. Sie war dafür zuständig, kün­stliche Hebesys­teme für Bohrlöch­er im Mara­cai­bo-See zu entwick­eln.

Ein Jahr ver­brachte sie als Bohrlei­t­erin auf ein­er Bohrin­sel auf dem Meer. „Eine fan­tastis­che Erfahrung und ein sehr wichtiger Teil mein­er Kar­riere. Ich war bis zu zwei Wochen am Stück auf der Plat­tform und habe qua­si rund um die Uhr gear­beit­et.“

2003 ging sie zurück in die USA. Sie startete ihre Kar­riere in der Invest­ment­branche als Ana­lystin für den Öl- und Gassek­tor, später für den Gold­mi­nensek­tor. Seit 2011 ist sie im Invest­ment­team der Fonds­ge­sellschaft VanEck und arbeit­et jet­zt als Port­fo­lioman­agerin für Gold und Edel­met­alle.

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