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“Glaubenssätze ändern sich nicht über Nacht”

2019-12-29T14:22:18+01:0026. Dezember 2019|

Liebst du Geld? Dann liebt es dich zurück. So ein­fach soll es angeb­lich sein, das eige­ne Money-Mind­set zu ändern und finan­zi­ell unab­hän­gig zu wer­den. Schnell die nega­ti­ven Glau­bens­sät­ze über Bord gewor­fen und los geht’s mit dem erfolg­rei­chen Inves­tie­ren. Wirk­lich? Babett Mah­nert, Finanz­men­to­rin und Grün­de­rin von „Gold­frau“, unter­stützt Frau­en auf ihrem Weg Rich­tung finan­zi­el­le Frei­heit, berät bei The­men wie Ver­mö­gens­auf­bau und Alters­vor­sor­ge. Sie weiß, wie man rich­tig und vor allem nach­hal­tig am eige­nen Money-Mind­set arbei­tet. In Cou­ra­ge erklärt sie, war­um Frau­en sich oft unter Wert ver­kau­fen, dass die Arbeit an nega­ti­ven Glau­bens­sät­zen kein Sprint, son­dern ein Mara­thon ist und wie man es trotz­dem schafft durch­zu­hal­ten.

Von Danie­la Mey­er

Cou­ra­ge: Das The­ma Money-Mind­set ist aktu­ell in aller Mun­de. Vie­le Exper­ten raten, die nega­ti­ven Glau­bens­sät­ze zu Geld über Bord zu wer­fen, um finan­zi­ell erfolg­reich zu sein. Aber ist das wirk­lich so ein­fach?

Babett Mah­nert: Es bringt nichts, sich nur auf die Glau­bens­sät­ze zu fokus­sie­ren. Dadurch wird man kei­ne nach­hal­ti­gen finan­zi­el­len Erfol­ge haben. Denn die zwei­te wich­ti­ge Zutat – näm­lich die eige­nen Gefüh­le – feh­len in die­sem Rezept. Was soll es brin­gen, sich immer wie­der Glau­bens­sät­ze wie „ich lie­be Geld“ oder „ich zie­he Geld magisch an“ ein­zu­prä­gen, wenn man gar nicht fühlt und glaubt, was man da vor sich hin­sagt? Aus mei­ner Sicht kann es nur durch die kon­se­quen­te Arbeit an bei­den Ebe­nen funk­tio­nie­ren. Nur wem es gelingt, in der Tie­fe Erfolgs-Blo­cka­den und Hin­der­nis­se zu lösen, wird es lang­fris­tig schaf­fen, nega­ti­ve Glau­bens­sät­ze zu eli­mi­nie­ren.

Und wie schafft man die­sen lang­fris­ti­gen Ansatz?

Indem man total offen und ehr­lich mit sich selbst umgeht, die eige­nen Finan­zen zur Prio­ri­tät macht und dabei die vol­le Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Im ers­ten Schritt ist es von enor­mer Bedeu­tung, Klar­heit dar­über zu erlan­gen, wo man gera­de steht. Die­se Tat­sa­che soll­te man lie­be­voll anneh­men und sich selbst dafür nicht ver­ur­tei­len.

So beginnst du mit der Arbeit am Money-Mindset

Kannst du ein paar ganz kon­kre­te Tipps geben, wie man mit der Arbeit am eige­nen Money-Mind­set begin­nen, wo man anset­zen kann?

Den Frau­en, die ich bera­te, sage ich immer Fol­gen­des: Nimm dir für den ers­ten Schritt, um zu erken­nen, wo du gera­de stehst, unge­stör­te 30 Minu­ten Zeit und brin­ge dich in eine ent­spann­te Stim­mung. Atme ein paar Mal tief ein und wie­der tief aus. Stell dir dei­nen Han­dy­we­cker auf 15 Minu­ten und schrei­be dir alles auf, was dir zu der fol­gen­den Fra­ge in den Kopf kommt: „Was bedeu­tet Geld für mich?“

Und was ist, wenn mir schon nach zwei Minu­ten nichts mehr ein­fällt?

Hal­te wirk­lich die 15 Minu­ten durch, auch wenn du das Gefühl hast, dass nichts mehr kommt. Notie­re dir jeden Satz, der dir in den Kopf kommt, egal was. Und ganz wich­tig dabei – bewer­te die Sät­ze nicht und ver­ur­tei­le dich nicht!

Was kommt dann im zwei­ten Schritt, wenn die 15 Minu­ten um sind?

Dann schließt du dei­ne Augen und stellst dir die Fra­ge: „Was füh­le ich, wenn ich an Geld den­ke?“. Hier bekommst du ganz kla­re Ant­wor­ten. Fühlst du dich bei der Fra­ge leicht oder schwer? Du weißt sofort, ob du ein gutes, ein neu­tra­les oder nega­ti­ves Gefühl hast. Es kön­nen sich bestimm­te Kör­per­re­gio­nen mel­den, zum Bei­spiel am Kopf, an den Schul­tern, am Brust­korb. Sei dabei ganz auf­merk­sam und beob­ach­te ein­fach nur, was du emp­fin­dest. Nach die­sen bei­den klei­nen Übun­gen bist du schon einen gro­ßen Schritt wei­ter. Denn du weißt jetzt sehr klar, wo du heu­te mit dei­nem Money-Mind­set und den damit ver­bun­den Gefüh­len stehst.

Die Finanz­men­to­rin Babett Mah­nert berät Frau­en auf dem Weg Rich­tung finan­zi­el­le Frei­heit. Foto: Babett Mah­nert

Sagen wir mal, eine Frau hat her­aus­ge­fun­den, dass sie sehr nega­ti­ve Gefüh­le gegen­über Geld hegt. Kann sie ein Umden­ken allei­ne schaf­fen oder braucht sie dafür Unter­stüt­zung?

Es kommt dabei sehr auf die Frau selbst und ihren Cha­rak­ter an. Wenn sie glaubt, dass sie ihr Money-Mind­set allei­ne ver­än­dern kann, dann soll­te sie es auf jeden Fall erst mal ver­su­chen und los­le­gen. Wer unsi­cher ist oder den Weg schnel­ler gehen möch­te, kann sich Hil­fe holen. Es soll­te in jedem Fall immer ein Mensch sein, der einen lie­be­voll und moti­vie­rend auf dem Weg beglei­tet. Denn die eige­nen Glau­bens­sät­ze und der Aus­druck der eige­nen Gefüh­le sind meist nur die Spit­ze vom Eis­berg, der aus dem Was­ser ragt. Dar­un­ter lie­gen häu­fig ver­steck­te Ängs­te, die betrach­tet, ange­nom­men und geheilt wer­den möch­ten.

Bücher, die dir bei der Arbeit am Money-Mindset helfen können

Gibt es auch gute Rat­ge­ber­bü­cher zu dem The­ma, die du emp­feh­len wür­dest?

Ja, man kann sich zu dem The­ma auch erst mal ein­le­sen. In die­sem Bereich fin­de ich die fol­gen­den Bücher span­nend und emp­feh­lens­wert:

Robert Kiyo­sa­ki: „Rich dad, poor dad.”

Geor­ge Samu­el Cla­son: „Der reichs­te Mann von Baby­lon“

Napo­le­on Hill: „Den­ke nach und wer­de reich“

Wel­che wei­te­ren Ideen gibt es, sich mit dem eige­nen Money-Mind­set aus­ein­an­der­zu­set­zen?

Es gibt meh­re­re Mög­lich­kei­ten, um an die­sem The­ma zu arbei­ten. Du kannst Pod­casts hören, Bücher lesen oder Online­kur­se machen. Der Trick liegt aller­dings nicht im Kon­sum von Wis­sen, son­dern in der erfolg­rei­chen Umset­zung. Und das ist die größ­te Hür­de, an der die meis­ten Men­schen schei­tern. Sie haben nicht die Kon­se­quenz, um dau­er­haft dran­zu­blei­ben. Sie betrach­ten es wie einen Sprint. Das größ­te Geheim­nis liegt dar­in zu erken­nen, dass es sich um einen Mara­thon han­delt, bei dem man sich sei­ne Kräf­te ein­tei­len und auch mal eine Wei­le durch­hal­ten muss.

In wel­chen Situa­tio­nen fan­gen Men­schen an, sich mit ihrem Mind­set zu beschäf­ti­gen?

Die meis­ten Men­schen wer­fen ihr Money-Mind­set über Bord, wenn der Schmerz groß genug ist oder sie spür­ba­re nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf ihr Leben sehen. Wir ler­nen grund­sätz­lich aus zwei Moti­ven: Schmerz und Freu­de. Häu­fig ver­än­dern wir erst etwas, wenn wir schon mit dem Rücken an der Wand ste­hen.

Was bringt es lang­fris­tig, sein altes Money-Mind­set über Bord zu wer­fen – wird man dadurch eine bes­se­re Inves­to­rin oder Spare­rin?

Wenn man das Alte von Her­zen los­lässt, dann ent­steht auf ein­mal sehr viel Raum für Neu­es, für gro­ße Ver­än­de­run­gen. Doch Vor­sicht, hier war­tet auch eine gro­ße Hür­de. In dem Moment, in dem man beginnt, Din­ge an sei­ner Basis zu ver­än­dern, kom­men oft inne­re Ängs­te hoch. Das ist häu­fig der Augen­blick, an dem wir irri­tiert sind und unse­re Ent­schei­dung in Fra­ge stel­len und einen Rück­zie­her machen. Auch wenn bestimm­te nega­ti­ve Gefüh­le nicht ange­nehm sind, ken­nen wir sie so gut, weil sie uns schon 20, 30 oder 40 Jah­re beglei­ten. Wir wis­sen, wie sie sich anfüh­len und was uns erwar­tet. Wenn wir neue Din­ge wagen, dann ist die­se Sicher­heit erst mal weg. Das ist der Grund, war­um sich vie­le Men­schen nicht trau­en, in die Ver­än­de­rung zu gehen und die alten Gefüh­le los­zu­las­sen.

Frauen verkaufen sich oft unter Wert

Hast du Bei­spie­le von Frau­en, denen es wirk­lich gelun­gen ist, ihr Mind­set zu ändern und damit glück­lich zu sein?

Ja, da ken­ne ich eini­ge. Es ist sehr schön zu sehen, wie sich Ver­hal­tens­wei­sen und Glau­bens­mus­ter ver­än­dern und posi­ti­ve Fol­gen haben kön­nen. Vie­le mei­ner Kli­en­tin­nen sind selbst­stän­dig oder Unter­neh­me­rin­nen. Da spielt das The­ma „eige­ne Wert­ein­schät­zung“ eine ent­schei­den­de Rol­le. Häu­fig nei­gen Frau­en dazu, ihre eige­ne Leis­tung nicht anzu­er­ken­nen. Ihnen ist es pein­lich, für ihre Arbeits­leis­tung einen ange­mes­se­nen Preis zu ver­lan­gen. Ich freue mich daher jedes Mal sehr, wenn Frau­en Freu­de dar­an ent­wi­ckeln, ihre Rech­nun­gen zu stel­len, ohne ein schlech­tes Gewis­sen zu haben.

Hilfst du ihnen auch dabei her­aus­zu­fin­den, was über­haupt ange­mes­se­ne Prei­se für ihre Arbeits­leis­tung sind?

Ja, ich bin dann auch sehr ger­ne dabei, wenn die Prei­se neu kal­ku­liert wer­den und die Frau­en erst mal sehen, was es bedeu­tet, ange­mes­se­ne Prei­se zu neh­men. Der nächs­te Schritt ist dann, sie dabei zu beglei­ten, die­se Prei­se auch vor ihren Kun­den zu ver­tre­ten. Das ist häu­fig sehr auf­re­gend und mit viel Herz­klop­fen und Unsi­cher­heit ver­bun­den. Aber wenn sie die ers­ten Erfol­ge sehen, wach­sen die Frau­en inner­halb von kur­zer Zeit über sich hin­aus. Weil sich natür­lich Kun­den fin­den, die die Prei­se auch bezah­len und zufrie­den sind.

Die Mind­set-Arbeit ist also tat­säch­lich nicht nur ein alber­ner Trend?

Nein, wenn man sie rich­tig macht, über­haupt nicht. Des­halb lie­be ich mei­nen Job ja so, weil ich sehe, wel­che posi­ti­ven Fol­gen sich auf den Beruf, das Pri­vat­le­ben und den Kon­to­stand erge­ben kön­nen. Und das „nur“ durch die Ver­än­de­rung des eige­nen Mind­sets.

Diese 6 Tipps von Babett Mahnert können dich positiv bei deiner Arbeit am eigenen Money-Mindset unterstützen und dir den Einstieg ins Thema erleichtern:

  1. Zuge­wandt­heit: Sei lie­be­voll mit dir.
  2. 100 % Ehr­lich­keit: Kei­ne Aus­re­den und Aus­flüch­te.
  3. Nimm dei­ne aktu­el­le Situa­ti­on an: Ver­ur­tei­le dich nicht für den Punkt, an dem du gera­de stehst.
  4. Über­nimm die vol­le finan­zi­el­le Ver­ant­wor­tung. Nicht dei­ne Mama, dei­ne Schwes­ter oder dein Mann sind für dei­ne Finan­zen ver­ant­wort­lich, son­dern du!
  5. Mache dei­ne Finan­zen zu dei­ner Prio­ri­tät und nimm sie ganz oben auf dei­ne Agen­da!
  6. Träu­me dir dei­ne schöns­te Zukunft und mache dafür das Ergeb­nis klar!

Im zwei­ten Teil unse­rer Mind­set-Serie erklär­te Gold­frau Babett Mah­nert bereits, woher nega­ti­ve Glau­bens­sät­ze kom­men und war­um sie so tief in uns ver­wur­zelt sind. Lebens­na­he Infor­ma­tio­nen zum The­ma bekommt ihr auch in ihrem Pod­cast „Die Paar­the­ra­pie für dich und das Geld“

Im ers­ten Teil unse­rer Serie Money-Mind­set erklä­ren wir dir, was es mit dem Mind­set eigent­lich auf sich hat, was der Begriff bedeu­tet und wie du dir die Arbeit am eige­nen Mind­set vor­stel­len kannst.

Hier fin­dest du die Buch­emp­feh­lun­gen von Babett: 

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