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Bring out the Rebel in you

2020-11-11T11:00:30+01:005. November 2020|

Bring out the Rebel in you – das ist das Mot­to von Melanie Schuel­er. Schon immer traute sich Melanie, ihre Mei­n­ung zu sagen und hat­te keine Angst vorm Aneck­en. Als Coachin will sie genau diese Fähigkeit­en auch bei ihren Kli­entin­nen und Klien­ten (wieder) sicht­bar machen.

In Courage berichtet Melanie, warum sie in Unternehmen manch­mal als Queru­lan­tin galt, welche inneren Sabo­teure uns manch­mal das Leben schw­er machen und was die Pflege ihrer Mut­ter mit der Entschei­dung zu tun hat­te, haupt­beru­flich als Coachin zu arbeit­en.

Von Astrid Zehbe

Du bist Coachin und unterstützt Menschen dabei, mutiger zu werden. Was bedeutet es für Dich, mutig zu sein?

Melanie Schuel­er: Man kann Mut von zwei Seit­en betra­cht­en: Was empfind­et die Gesellschaft als mutig und was ist für einen selb­st mutig? Aus Sicht der Gesellschaft leis­tet zum Beispiel die Feuer­wehr mutige Arbeit, für einen selb­st kann auch etwas ver­meintlich Banales sehr mutig sein.

Ich hat­te beispiel­sweise lange Zeit Angst davor, Auto zu fahren. Es war für mich ein mutiger Schritt, mich selb­st hin­ters Steuer zu set­zen und losz­u­fahren. Als Coachin will ich die inneren Wider­stände, die Leute davon abhal­ten beispiel­sweise eigene Ideen durchzuset­zen, auf­brechen und sie ermuti­gen, für die eige­nen Ide­ale einzuste­hen und auch mal anzueck­en, wenn es sein muss.

Muss man selbst Rebellin sein, um das auch beim Gegenüber zu fordern und zu fördern?

Ja, ich denke, dass ich das als Coachin nachempfind­en kön­nen muss – schon alleine deswe­gen, um meine Coachees glaub­würdig auf ihrem Weg zu begleit­en. Und viele mein­er Kli­entin­nen und Klien­ten sind tat­säch­lich Men­schen, die raus­ge­hen und einen großen Impact haben möcht­en.

Fiel es Dir schon immer leicht, selbst mutig und rebellisch zu sein?

Ja, ich habe immer schon den Sta­tus quo gechal­lenged, immer schon Dinge hin­ter­fragt und bin damit natür­lich immer wieder auch angeeckt. Ich habe keine Angst, nach vorne zu gehen. Ich habe lange als Pro­duk­ten­twick­lerin im IT-Bere­ich gear­beit­et und habe mit meinem Team beispiel­sweise Apps entwick­elt. Dis­rup­tion und Inno­va­tion gehörten für mich immer schon dazu und waren immer meine Stärke – beru­flich, aber auch pri­vat.

Dieses Anecken und den Status quo infrage stellen ist ja etwas, was viele nicht mögen und als störend empfinden. Wie hast Du das persönlich erlebt?

In den Unternehmen bin ich schon teil­weise an meine Gren­zen gestoßen und hat­te den Sta­tus der unbe­que­men Queru­lan­tin. Aber das hat mich in meinem Tun und Han­deln Gott sei Dank nicht beschränkt, son­dern eher bestärkt.

Ich habe immer schon gepushed und war und bin Ide­al­istin. Ich ste­he für die Dinge, die mir wichtig sind oder an die ich glaube, ein und han­dle dann auch entsprechend.

Aber was ist mit Menschen, denen das schwerer fällt als Dir?

Es gibt auch Men­schen, die lassen sich davon ein­schüchtern, wenn es heißt: „Sei nicht so laut“ oder „Nun pass dich mal etwas an“ – Frauen noch stärk­er als Män­ner. Und das trainieren wir ja mitunter schon Kindern und Jugendlichen an. Dabei sollte man diese ganze jugendliche Energie, diesen Glauben, die Welt verän­dern zu kön­nen, doch fördern.

Es kom­men ja im Laufe der Zeit so viele Fil­ter darüber und so vieles, was man wollte – ein Buch schreiben, diese oder jene Reise unternehmen oder Musik­erin sein – ist vielle­icht nicht passiert. Ich will den Leuten einen Weg zeigen, das wiederzuent­deck­en und die Energie und den Mut aufzubrin­gen, solche Dinge anzu­pack­en und ein­fach weit­erzukom­men.

Und wie?

Man muss sich erst mal bewusst machen, was die eigene Chal­lenge ist, was man verän­dern will, und sich dem dann mutig stellen. Das ist natür­lich etwas run­terge­brochen, aber im Kern ist das das Ziel. Ich beschäftige mich stark mit Per­sön­lichkeit­san­teilen. Denn wir sind mul­ti-dimen­sion­al.

Wir haben viele ver­schiedene Per­sön­lichkeit­saspek­te. Manche davon unter­stützen uns, wie der kreative oder weise Anteil in uns, mache lim­i­tieren uns, wie unsere Glaubenssätze und inneren Kri­tik­er.

Ger­ade bei Verän­derun­gen sind wir umgeben von inneren Kri­tik­ern, die wir in den Griff bekom­men müssen. Es sind im Grunde Sabo­teure, die einen bee­in­flussen. Das Wichtig­ste ist zu erken­nen, dass die Stimme von einem Sabo­teur am Werk ist.

Wie kann ich mir diese Saboteure vorstellen?

Es gibt ver­schiedene, zum Beispiel den Pleas­er, der es allen recht machen will,  den Avoider, der prokras­tiniert und Kon­flik­te mei­det oder den Judge, der schon vorher immer alles bess­er weiß und urteilt. Diese inneren Kri­tik­er helfe ich sicht­bar zu machen. Man kann sie dann per­son­ifizieren, in dem man sie zu humor­vollen Charak­teren wie einen Zwerg macht und sich bewusst wird, dass man auf sie nicht hören muss.

Und das funktioniert?

Ja, meis­tens ändert sich schon alles, wenn man mit­bekommt, dass da ein Sabo­teur unter­wegs ist.

Woher kommen diese inneren Kritiker?

Es sind Schutzmech­a­nis­men, die wir in der Kind­heit entwick­eln, um uns vor irgen­det­was zu schützen. Das Prob­lem ist, dass wir uns weit­er­en­twick­eln, aber der Sabo­teur beziehungsweise ein bes­timmter Glaubenssatz eben nicht. Das wird dann zum Prob­lem, kann aber – wie gesagt – im Coach­ing aufge­brochen wer­den.

Warum hast Du beschlossen, Coachin zu werden?

Mich hat Per­sön­lichkeit­sen­twick­lung schon immer fasziniert und ich habe ein­fach aus Inter­esse her­aus eine Coach­ing-Aus­bil­dung ges­tartet.

Während dieser Aus­bil­dung ist meine Mut­ter sehr krank gewor­den. Sie hat­te Krebs im End­sta­di­um und ist daran auch ver­stor­ben. Ich habe sie auf ihrem Weg begleit­et und ich glaube, es macht ganz viel mit einem, so etwas bewusst und aktiv mitzuer­leben.

Ich habe mir die Frage gestellt, was will ich so im Leben und was nicht. Da wurde mir klar: Ich will selb­st­ständig sein als Coach und anderen helfen, mutiger zu wer­den, Rebell zu sein und die Dinge zu machen, die einem wichtig sind.

Was hat Dich davor davon abgehalten, hauptberuflich Coach zu sein?

Ein­er mein­er Werte ist schon, gute Arbeit zu machen und Qual­ität zu bieten. Ich habe in erster Lin­ie deswe­gen erst mal neben­bei gecoacht, weil ich die Aus­bil­dung noch been­den und ein­fach richtig gut vor­bere­it­et sein wollte.

Seit wann bist Du hauptberuflich Coach?

Am 1. Jan­u­ar habe ich den Sprung ins kalte Wass­er gewagt. Im März kam dann Coro­na. Das war erst mal heftig. Alle waren mit sich selb­st beschäftigt und wie in ein­er Schock­starre. Nie­mand wollte sich mehr coachen lassen.

Hast Du Deine Entscheidung angezweifelt?

Nein, aber ich muss schon sagen, dass ich – die eigentlich keine großen Exis­ten­zäng­ste hat – schon ab und an mal gegrü­belt habe, ob das alles so gut ist.

Wie hast Du reagiert?

Mein Impuls in Krisen ist immer: „Lasst uns was daraus machen!“. Ich habe rasch alles organ­isiert, dass ich Coach­ings online machen kann. Ich habe sehr viel Kreativ­ität und Schaf­fens­drang in mir, darum habe ich auch recht viel auf Insta­gram und auf mein­er Web­seite gemacht, um auch dort Ange­bote zu machen.

Bald findet auch dein Coaching Camp statt, für das wir einen Platz verlosen. Worum geht es da genau?

Das REBEL COACH CAMP REMOTE ist ein Online-Work­shop über 1,5 Tage (20./21. Novem­ber) bei dem man sich zusam­men mit anderen Peers ein­er muti­gen Verän­derung stellt, wie zum Beispiel Rich­tungswech­sel im Job ein­schla­gen, sich selb­st­ständig machen, ein Buch schreiben, Speak­erin wer­den oder auch mutiger Entschei­dun­gen tre­f­fen oder klar­er Nein sagen.

Im Camp arbeit­en wir daran, entwick­eln eine Vision, wo es hin­soll und iden­ti­fizieren die Per­sön­lichkeit­san­teile die dabei sabotieren, und die, die uns nach vorn brin­gen. Und gehen dann verbindlich den ersten Schritt in die Verän­derung.

Zum Abschluss, hast Du einen Tipp, wie man sich Mut antrainiert?

Man sollte sich zunächst mal über­legen, wie man es schafft, größere Risiken einzuge­hen. Und dann stellt man sich vor, wie das abläuft und was einen eigentlich davon abhält. Und dann stellt man sich jeden Tag selb­st eine kleine Chal­lenge: Kauft Schuhe für 300 Euro, sagt dem Chef mal die Mei­n­ung oder gibt einem Fre­und ehrlich­es Feed­back.

Courage ver­lost einen Platz beim REBEL COACH CAMP REMOTE am 20. und 21. Novem­ber. Für die Teil­nahme am Gewinn­spiel bitte eine Mail an courage@finanzenverlag.de. Ein­sende­schluss ist der 15. Novem­ber 2020.

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