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Panda Mama — Esther Wojcicki

2020-05-18T11:38:23+02:0017. Mai 2020|

“Wie man glück­liche und selb­st­be­wusste Kinder großzieht”

So nicht! Die inten­sive Zeit, die wir aktuell mit unseren Kindern ver­brin­gen, lässt uns den eige­nen Erziehungsstil über­denken. Der Erziehungsrat­ge­ber „Pan­da Mama“ kommt da ger­ade recht. Glück­lich ist, wer die Zeit auf­brin­gen kann, ihn zu lesen.

Von Michaela Stem­per

Max­i­mal behütet und zu Höch­stleis­tun­gen ange­s­pornt, so sieht das Erziehungside­al viel­er Eltern heute aus. Für Kindern wie Eltern bere­it­et diese 360-Grad-Betreu­ung max­i­malen Stress. Autoritäre „Tiger Moms“ (Amy Chua, „Bat­tle Hymn of a Tiger Mom“) per­fek­tion­ieren regel­recht den Erfolg ihres Nach­wuch­ses.

Und dann kommt Esther Woj­ci­c­ki, Mut­ter dreier erfol­gre­ich­er Töchter, bekan­nte Jour­nal­istin und Päd­a­gogin aus dem Sil­i­con Val­ley und propagiert das Gegen­teil: Entspann Dich! Sei eine Pan­da Mut­ter!

Panda Mama?

„Eine Pan­da Mut­ter ist eine warmherzige, liebevolle Mut­ter, die ihre Kinder zwar umsorgt, die aber auch ermutigt die Welt zu erforschen“, heißt es im Klap­pen­text des rosa Rat­ge­bers. Sie fordert die Eltern dazu auf loszu­lassen: von festze­men­tierten Erziehungskonzepten der Großel­tern­gener­a­tion, einge­fahre­nen Ver­hal­tens­mustern sowie von über­zo­ge­nen Erwartun­gen an das Kind und an sich selb­st.

Woj­ci­ck­is Kind­heits­geschichte regt an, sich mit der eige­nen Kind­heit und dem Erziehungsstil der Eltern auseinan­derzuset­zen. Sie selb­st wächst als Tochter jüdis­ch­er Ein­wan­der­er in Kali­fornien auf.

Der Vater, ein tal­en­tiert­er Kün­stler, ist das Parade­beispiel eines Mannes, der sich zeitlebens nicht selb­stver­wirk­lichen kann. Let­ztlich muss er die Fam­i­lie als Stein­metz ernähren. Seine harte Arbeit geht mit harten Erziehungs­grund­sätzen ein­her wie „Wer mit der Rute spart, verzieht das eigene Kind“.

Als Fixstern beschreibt sie die für­sor­gliche Mut­ter. Esther studiert gegen den Willen des Vaters an der Uni­ver­sität Berke­ley und fol­gt ihrem Mann, einem Exper­i­men­tal­physik­er, nach Europa und schließlich an die Uni­ver­sität von Stan­ford, nach Palo Alto.

Eine inspirierende Umgebung

In der Region, die wie keine andere für Inno­va­tion­skraft ste­ht, lässt sich das Paar mit seinen drei Kindern nieder. Woj­ci­c­ki entwick­elt ein Erziehungskonzept, dass nicht nur bei den eignen, erfol­gre­ichen Töchtern funk­tion­ierte, son­dern auch ihren Schülern, wie dem Nach­wuchs von Steve Jobs, zugute kam.

Sie fol­gt ihrer Intu­ition, stets bemüht um eine starke Bil­dung, aber wohl wis­send, dass ihr Weg „viel Geduld und einen starken Willen erfordert“.

Der Erziehungs-TRICK

Wie erzieht Esther Woj­ci­c­ki nun eigentlich? Ihr Konzept ste­ht auf fünf Säulen: Ver­trauen, Respekt, Selb­ständigkeit, Zusam­me­nar­beit sowie Fre­undlichkeit und Mit­ge­fühl (engl. Trust, Respect, Inde­pen­dence, Col­lab­o­ra­tion, Kind­ness), kurz TRICK.

Wer dahin­ter graue The­o­rie ver­mutet, liegt falsch. Woj­ci­c­ki erzählt leb­haft von ihren Miss­geschick­en als Mut­ter, ihren Erfahrun­gen als Groß­mut­ter ein­er neuen Gen­er­a­tion und nicht zulet­zt aus dem All­t­ag an der Palo Alto High­school.

Vertrauen:

Woj­ci­c­ki skizziert eine Gen­er­a­tion von Eltern, die wenig Ver­trauen in die eignen Kinder und das Umfeld haben. Eine Sorge, die recht amerikanisch anmutet, in deutschen Eltern­häusern aber eben­so anzutr­e­f­fen ist.

Kinder wer­den über­all­hin gefahren und rund um die Uhr „bewacht“. Ihr Mot­to: Ver­trauen kann man üben. Es fol­gen wun­der­bare Beispiele, bei denen ich her­zlich gelacht habe.

Repekt:

„Ihr Kind ist nicht ihr Klon“ über­schreibt die Jour­nal­istin das Kapi­tel. Und stimmt mich nach­den­klich. Mache ich auch ein „Mini Me“, ein kleines Ich, aus meinen Töchtern? Unbe­wusst, ja. Eine eigene Per­sön­lichkeit reift so sicher­lich nicht.

Woj­ci­c­ki zeigt, wie schw­er es ihr fiel, bei ihren Töchtern geduldig abzuwarten, bis diese ihren beru­flichen Weg fan­den. Ein­fühlsam berichtet sie von Schülern, die – ent­ge­gen ihren Tal­en­ten – zur Weit­er­führung beru­flich­er Dynas­tien gedrängt wur­den.

Selbständigkeit:

Die dreifache Mut­ter glaubt vor allem an Selb­ständigkeit. Soge­nan­nte „Schneep­flug-Eltern“, die alle Schwierigkeit­en für das Kind hin­we­gräu­men, sind ihr ein Graus. Woj­ci­c­ki glaubt, dahin­ter ver­berge sich die Angst zu scheit­ern.

Was soll man Kindern zutrauen? Nun, Richard Bran­sons Mut­ter hat es sicher­lich über­trieben, als sie ihn als Vier­jähri­gen mehrere Kilo­me­ter allein nach Haus laufen ließ. Die Pan­da Mama zeigt jedoch Beispiele auf, die Kinder nicht über­fordern.

Zusammenarbeit:

Miteinan­der zu arbeit­en, ist ein­er der Schlüs­sel zu Woj­ci­ck­is Erfolg. Zu Anfang ihrer Lehrerkar­riere dro­hte ihr gar der Rauswurf, falls sie weit­er die Hier­ar­chie im Klassen­z­im­mer abbauen wollte. Die Schüler mocht­en ihren Unter­richt und so wur­den Lehrerin und Schüler zu Kom­plizen. Eine wun­der­bare Geschichte.

Auch im Pri­vat­en plädiert die Päd­a­gogin für einen kol­lab­o­ra­tiv­en Erziehungsstil: gegen­seit­iger Respekt und Entschei­dungs­frei­heit, sobald das Kind alt genug ist, bes­timmte Prinzip­i­en zu begreifen.

Freundlichkeit und Mitgefühl:

Hand aufs Herz! Fre­undlichkeit und Mit­ge­fühl sind nicht immer am höch­sten pri­or­isiert. Soll­ten sie aber. Wichtig ist: wenn Eltern diese Werte vor­leben, wirkt das ansteck­end.

Die Abwe­sen­heit von Mit­ge­fühl führe häu­fig zum Mob­bing, dem die Autorin ein ganzes Kapi­tel wid­met. „Kind­ness“ soll­ten Kinder nicht nur außer­halb der eignen vier Wände ler­nen, son­dern auch gegenüber Fam­i­lien­mit­gliedern. Wertschätzung fängt im Kleinen mit den Kle­in­sten an.

Esther Woj­ci­ck­is erzählt in ihrem Rat­ge­ber wun­der­bare Geschicht­en aus der Prax­is, die unter­hal­ten und zum Reflek­tieren anre­gen. Bei ihren Schülern ist sie so beliebt, dass ihre Erziehung einen eige­nen Spitz­na­men bekommt: die „Woj-Meth­ode“.

Berührend sind die Anmerkun­gen der eignen Töchter, die zeigen, dass Woj­ci­c­ki nicht alles, aber wohl vieles richtig gemacht hat.

PANDA MAMA
“Wie man glück­liche und selb­st­be­wusste Kinder groß zieht”
von Esther Woj­ci­c­ki
erschienen im Ver­lag: Ull­stein Leben
Hard­cov­er, 347 Seit­en

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