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Safran — Blühende Geldanlage

2020-03-03T13:18:23+01:0025. Februar 2020|

Für die einen ist es ein far­ben­fro­her Früh­lings­bote, für andere ein blühen­der Geld­bote. Aus Stem­pelfä­den ein­er Krokusart gewon­nen, gilt Safran als teuer­stes Gewürz der Welt

Von Iris Krug

Wenn die ersten Krokusse ihre far­ben­fro­hen Köpfchen aus der Erde streck­en, kom­men auch die ersten Früh­lings­ge­füh­le auf. Bei Boris Kunert, einem der hand­ver­lese­nen deutschen Safran-Anbauer, geht es aber um viel mehr als den hüb­schen Anblick. Denn er weiß, dass in den Blüten sein­er Krokusse Safran gedei­ht, und der ist wertvoll, extrem wertvoll sog­ar.

100 Gramm, so viel wie eine Tafel Schoko­lade, brin­gen mitunter an die 10.000 Euro ein. Anfangs wurde der Plan, den Safran-Krokus in Deutsch­land anzusiedeln, allen­falls mitlei­dig belächelt. Nachvol­lziehbar, wo doch das Haup­tan­bauge­bi­et in Afghanistan liegt.

Denn die empfind­lichen Pflanzen haben hohe Ansprüche an die kli­ma­tis­chen Bedin­gun­gen. Sie blühen – anders als unser bunter Gartenkrokus – im Okto­ber und Novem­ber und mögen dann viel Sonne und milde Tem­per­a­turen um 15 Grad Cel­sius.

Wen­ngle­ich auch ein warmer deutsch­er Herb­st und die Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels Meilen­steine auf dem Weg zu ein­er gewin­nträchti­gen Ernte sind, so ist doch in unseren Bre­it­en­graden ein Invest­ment in die sünd­haft teuren Pflanzen­zwiebeln alle­mal ein großes Risiko.

Schaf­fen es die kleinen Blüm­chen bei Wohlfühltem­per­a­turen aber bis zum Öff­nen der Blütenkelche, dann blühen nicht nur die Felder, son­dern es winkt auch ein großes Geschäft. Wie sich bei den aufgerufe­nen Gramm­preisen um die 100 Euro für hochw­er­tige Safran­fä­den schon ver­muten lässt, ist der Ern­teaufwand jedoch gigan­tisch.

Qual­itätsmerk­mal ist die Farbin­ten­sität der orange-roten Stem­pelfä­den. Foto: Kali­na Georgieva/iStock

Während der nur wenige Tage dauern­den Blütezeit müssen die Blüten einzeln in Han­dar­beit gepflückt wer­den. Aus jed­er einzel­nen Blüte wer­den dann eben­falls in rein­er Han­dar­beit vor­sichtig die drei orange-roten Stem­pelfä­den ent­fer­nt und anschließend getrock­net. Dieser winzige Ertrag führt dazu, dass man für nur ein Kilo­gramm Safran rund 200.000 Blüten benötigt.

Bed­ingt durch den notwendi­gen scho­nen­den Trock­nung­sprozess gelan­gen die wertvollen Fäden erst viele Monate später tat­säch­lich in den Han­del.

Auch als Gewürz wertvoll

Da kaum jemand den Aufwand des Kroku­san­baus und dessen Risiko einge­hen kann und möchte, ver­spricht ger­ade auch der geern­tete und in Glas- oder Met­all­be­hält­nisse ver­pack­te Safran­faden beste Aus­sicht auf Wert­steigerung.

Gut vor Sonnene­in­strahlung und Feuchtigkeit geschützt, bewahrt er nicht nur sein Aro­ma und seine Farbe, son­dern inten­siviert sie sog­ar, was die Safran­fä­den wie einen guten Wein im Alter immer begehrter macht. Hinzu kom­men steigende Nach­frage und sink­ende Pro­duk­tion am Welt­markt als Garan­ten für stetige Preis­steigerun­gen.

Und wer sich mit dem Abwarten nicht beg­nü­gen möchte, dem bleibt jed­erzeit das kleine Stück Luxus zur Vere­delung fein­er Speisen oder auch der heilende medi­zinis­che Nutzen, der Safran eben­falls nachge­sagt wird.

Professioneller Kenner

Der ehe­ma­lige Aus­land­sjour­nal­ist Boris Kunert hat das Exper­i­ment gewagt und baut im säch­sis­chen Lauter­bach seine kost­baren Krokusse an. Er gilt zwar als Exot, kann aber jedes Jahr aufs Neue unter Beweis stellen, dass seine Exper­tise allen kli­ma­tis­chen Widrigkeit­en trotzt. Die erlesene Ernte ist inzwis­chen sog­ar sein Haupter­werb.

Tipps für Sammler

Die Qual­ität von Safran lässt sich leicht an der Farbe able­sen. Je inten­siv­er das Rot der Blüten­fä­den leuchtet, desto wertvoller ist das Gewürz. Denn schon der optis­che Ein­druck lässt auf den Gehalt des Aro­mastoffs Safranal und des Farb­stoffs Crocin schließen.

Ein weit­eres Kri­teri­um ist die Länge der Fäden. Bei diesen gilt: je länger, desto teur­er.

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Ein Kommentar

  1. Safran Infos 18. September 2020 um 12:46 Uhr - Antworten

    Super inter­es­sant. Danke für den Artikel — wieder etwas gel­ernt über den Safran 🙂

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