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Geldanlage im Griff trotz Corona-Krise

2020-03-23T12:28:28+02:0023. März 2020|

Kursstürze am Aktien­markt, düstere Prog­nosen und immer mehr Ein­schränkun­gen im alltäglichen Leben. Die Coro­na-Krise macht vor nie­man­dem halt. Panik hil­ft nicht weit­er. Anlegerin­nen soll­ten einen kühlen Kopf bewahren, wenn sie auf ihr Depot schauen. Antworten auf die wichtig­sten Fra­gen rund um das The­ma Gel­dan­lage.

Von Simone Gröneweg

Lässt sich ein Aktien-Depot absichern? 

Nur dasitzen und abzuwarten – das kann nicht jed­er. Manche möcht­en aktiv wer­den und han­deln, um der Krise zu begeg­nen. Wer Aktien in seinem Depot hat, kann soge­nan­nte Stopp­kurse nutzen. Dazu löst man eine Verkauf­sor­der aus, die zu einem bes­timmten, tiefer liegen­den Punkt real­isiert wird.

Eine andere Möglichkeit stellen soge­nan­nte Put-Option­ss­cheine dar. Die steigen, wenn der Markt fällt. Die großen Indizes eignen sich dabei als Basiswerte. Eine solche Absicherung gibt es aber nicht umson­st: Zieht es die Märk­te wider Erwarten doch nach oben, ist das Geld futsch. Das soll­ten Anlegerin­nen bedenken, bevor sie in Aktion­is­mus ver­fall­en. 

Sollte ich meine Aktien jetzt abstoßen?

Diese Frage beant­wortet Courage in dem Artikel Coro­na-Krise — Aus Angst die Aktien verkaufen?“ 

Die Indexfonds behalten?

Ver­brauch­er­schützer und Finanz­ex­perten haben lange Zeit dafür gewor­ben, dass Kleinan­leger einen Teil ihrer Erspar­nisse in die Aktien­märk­te steck­en. Da bei aktiv gem­anagten Pro­duk­ten höhere Gebühren anfall­en, rieten sie gern zu den ver­gle­ich­sweise gün­sti­gen und beque­men Exchange Trad­ed Funds (ETFs). Das sind börsen­ge­han­delte Index­fonds, die die Wer­ten­twick­lung eines Index – zum Beispiel des DAX – abbilden.

Diese Anlage­pro­duk­te boomten zulet­zt. Nun, da die Kurse fall­en, stürzen sie eben­falls ab. Allerd­ings gilt in diesem Bere­ich dieselbe Regel wie bei Aktien: Ner­ven bewahren und an die Altersvor­sorge in der ferneren Zukun­ft denken, denn auch diese Fonds sind für die langfristige Gel­dan­lage gedacht. 

Wie steht es um die gemanagten Fonds?

Solche Fonds sind in Krisen etwas bess­er geschützt als einzelne Titel. Ein Fonds­man­ag­er entschei­det darüber, in welche Wert­pa­piere der Fonds investiert. Es existieren zudem reine Aktien­fonds, Anlei­he­fonds (Renten­fonds) und Mis­ch­fonds. Die Man­ag­er verteilen die Risiken je nach Anlages­trate­gie.

Das bedeutet, die Ver­ant­wortlichen kön­nen zur Not die Cashquoten erhöhen und dem Abwärt­srutsch mit mehr Barem im Port­fo­lio begeg­nen. Allerd­ings muss das rechtzeit­ig geschehen. Zudem ste­hen die Ver­ant­wortlichen vor der Her­aus­forderung, den richti­gen Zeit­punkt zum Wiedere­in­stieg zu erken­nen. Und das fällt selb­st aus­gewiese­nen Aktienex­perten nicht leicht. 

Wickelt die Bank noch alle Geschäfte ab? 

Die Coro­na-Krise bringt viele Sor­gen mit sich und wirft etliche Fra­gen auf. Manche Bankkun­den sind unsich­er, ob der Han­del und die Abwick­lung von Wert­pa­piergeschäften nicht mehr richtig funk­tion­ieren kön­nten. Beim Bun­desver­band deutsch­er Banken sieht man dafür jedoch keine Gefahr. Deutsche Kred­itin­sti­tute sind näm­lich dazu verpflichtet, für Krisen­si­t­u­a­tio­nen entsprechende Not­fal­lkonzepte aufzustellen. Auf diese Weise sollen Bankak­tiv­itäten – zu denen auch der Han­del und die Abwick­lung von Wert­pa­piergeschäften – nicht beein­trächtigt wer­den. 

Wie sicher sind Spareinlagen auf Tagesgeld‑, Festgeld- und Girokonten?

„Es beste­ht kein Grund zur Sorge“, verkün­dete der Banken­ver­band kür­zlich auch zu diesem The­ma. Schon seit län­ger­er Zeit erhal­ten Spar­er kaum Zin­sen für ihr Geld. Wo Banken einst mit üppi­gen Kon­di­tio­nen lock­ten, herrscht seit Jahren Tristesse. Die Zins­land­schaft ähnelt ein­er Wüsten­re­gion und das wird so bleiben.

Grund­sät­zlich gilt in Europa und damit auch in Deutsch­land: Geht eine Bank pleite, erhal­ten die Kon­toin­hab­er ihr Geld bis zu ein­er Summe von 100.000 Euro (für Ehep­aare mit Gemein­schaft­skon­to 200.000 Euro) automa­tisch zurück. Darauf haben sie einen Recht­sanspruch. Das gilt für Guthaben auf Giro‑, Tages- und Ter­min­geld­kon­ten. Auch Zin­sen, die zwar aufge­laufen, aber noch nicht gut­geschrieben wur­den, wer­den erstat­tet.

Die garantierte Summe kann sich sog­ar auf bis zu 500.000 Euro erhöhen. Das ist möglich, wenn Ver­brauch­er nach­weisen kön­nen, dass sich das Geld durch beson­dere Leben­sum­stände auf dem Kon­to befind­et – zum Beispiel nach dem Verkauf ein­er selb­st genutzten Immo­bilie, ein­er Schei­dung oder durch Rentenein­tritt.

In der­lei Fällen ist das Guthaben hierzu­lande beson­ders geschützt, sodass für sechs Monate eine höhere Sicherungs­gren­ze gilt. Die Kun­den müssen aber einen Antrag stellen, um eine Entschädi­gung zu erhal­ten.

Wenn Kun­den ein­er Pri­vat­bank durch eine Bankpleite mehr als 100.000 Euro ver­loren haben, ste­ht die pri­vate Ein­la­gen­sicherung des Banken­ver­bands (BdB) für den darüber hin­aus gehen­den Betrag ger­ade. Welche Summe je Kunde max­i­mal abgesichert ist, richtet sich nach dem haf­ten­den Eigenkap­i­tal der jew­eili­gen Bank.

Anders als die geset­zliche Ein­la­gen­sicherung umfasst der Fonds des Banken­ver­bands auch Fremd­währungskon­ten (Infos unter www.bdb.de). Alle öffentlich-rechtlichen Sparkassen, Lan­des­banken und Lan­des­baus­parkassen sowie Genossen­schafts­banken gehören insti­tuts­be­zo­ge­nen Sicherungssys­te­men an. Das bedeutet: Geht es einem Insti­tut finanziell schlecht, wird es von den übri­gen Ver­bandsmit­gliedern unter­stützt, bis es wieder sol­vent ist (Infos dazu unter www.dsgv.de und www.bvr.de).

Wird das Bargeld irgendwann knapp?

Ver­schiedene Banken haben einen Teil ihrer Fil­ialen geschlossen. Die Ver­sorgung mit Bargeld ist laut Bankver­bän­den den­noch gesichert. Die Ver­ant­wortlichen wiesen zudem daraufhin, dass es sin­nvoller sein kann, mit Karte zu bezahlen. Aus hygien­is­chen Grün­den. 

Gold gilt doch als Stabilisator? 

In solchen Zeit­en bekommt selb­st der Ehering aus Gold einen anderen Stel­len­wert. In jed­er Krise begeben sich die Anleger auf die Suche nach sicheren Häfen – und stoßen unweiger­lich immer wieder auf Gold, das als Krisen­währung schlechthin gilt. Wie viel Gold ein Pri­vatan­leger besitzen sollte, ist unter Experten umstrit­ten. Vere­inzelt wird sog­ar ein Anteil von 50 Prozent emp­fohlen, andere Fach­leute lehnen es kom­plett ab.

Sin­nvoll ist, wie so oft, ein Mit­tel­weg: Ein Gewicht von etwa fünf Prozent gilt als aus­re­ichende Diver­si­fika­tion und Absicherung gegen Extrem­risiken. Anleger soll­ten wis­sen: Der Preis des gel­ben Met­alls ist immer wieder für Über­raschun­gen gut und kann stark schwanken – also nicht unbe­d­ingt für schwache Ner­venkostüme geeignet. Hinzu kommt, dass Gold anders als Aktien kein­er­lei regelmäßige Ren­dite abwirft. 

Fallen die Bauzinsen noch weiter? 

Bil­liger geht es kaum – Immo­bilienkred­ite mit zehn Jahren Zins­bindung kosten im Schnitt unter einem Prozent Zin­sen. Die Coro­na-Krise hat die Zin­sen zunächst noch etwas weit­er nach unten gedrückt. Für Kaufwillige war das bil­lige Baugeld zulet­zt ein Ret­tungsanker. Nun wird es span­nend. Grund­sät­zlich ori­en­tieren sich die Zin­sen für Hypothekenkred­ite näm­lich an den langfristi­gen Kap­i­tal­mark­tzin­sen und entwick­eln sich eher wie die Ren­dite von Bun­de­san­lei­hen.

Anleger machen derzeit einen Bogen um die Staat­san­lei­hen. Sie rech­nen mit ein­er steigen­den deutschen Staatsver­schul­dung. Die Kurse der Anlei­hen ger­at­en also unter Druck, im Gegen­zug sind die Ren­diten gestiegen. Es kön­nte also sein, dass sich das Baugeld sog­ar etwas ver­teuert. 

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