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Personal Branding — Was verbirgt sich dahinter?

2020-09-26T17:28:25+02:0017. September 2020|

Per­son­al Brand­ing ist zu einem Buzz­word der Arbeitswelt gewor­den. Der Begriff begeg­net uns in den sozialen Medi­en, in Wirtschafts­magazi­nen und auf Kon­gressen.

Aber was hat es mit Per­son­al Brand­ing auf sich und vor allem: Wie bringt es die eigene Kar­riere voran? Mit etwas Geduld, ein­er langfristi­gen Strate­gie und den eige­nen Stärken kann Per­son­al Brand­ing zu neuen Aufträ­gen, Pro­jek­ten oder Posi­tio­nen ver­helfen.

Das Ziel ist es, sich in den Köpfen der Men­schen für sein The­ma und seine Fähigkeit zu ver­ankern, ohne sich dabei auf­dringlich zu verkaufen. Verkaufen tut in diesem Fall das eigene Image, die Leis­tun­gen und die Exper­tise, die sich im opti­malen Fall ganz organ­isch ver­bre­it­en.

Von Katha­ri­na Heilen

Teil 1: Was ist Personal Branding und warum ist es so wichtig?

Per­son­al Brand­ing bezieht sich, wie der Begriff ver­rät, auf eine Per­son und alles, was die Per­son mit­bringt. Im Per­son­al Brand­ing wird eine Per­son zur Marke oder als sicht­bare Per­son hin­ter einem Unternehmen.

Während die Sto­ry um ein Pro­dukt beispiel­sweise erst noch erfun­den und meis­tens von einem Mar­ket­ingteam ins Leben gerufen wer­den muss, geht es beim Per­son­al Brand­ing um die eige­nen Geschicht­en, Fähigkeit­en und Stärken.

Wer es schafft, diese auf eine Kernkom­pe­tenz und ein Kern­the­ma zu reduzieren, posi­tion­iert sich sehr spitz im Markt. Und er erhöht somit die Chance, damit bekan­nt und sicht­bar zu wer­den.

Das ist wichtig, um von anderen in Betra­cht gezo­gen zu wer­den, wenn ein Experte oder eine Exper­tin gebraucht wer­den. Es ist aber auch hil­fre­ich, wenn eine Kündi­gung bevorste­ht und die Suche nach neuen Jobange­boten begin­nt. 

Tijen Onaran

Ein Beispiel für eine starke Per­son­al Brand ist Tijen Onaran, die wir bere­its in unser­er Lek­türe-Empfehlung mit ihrem Buch „Erfol­gre­ich Kon­tak­te knüpfen – Die Net­zw­erk­bibel“ vorgestellt haben.

Als Grün­derin von Glob­al Dig­i­tal Women – einem glob­alen Net­zw­erk von weib­lichen Pio­nierin­nen der Dig­i­tal­branche – hat sie sich als Exper­tin für Frauen in der Dig­i­tal­wirtschaft etabliert. Sie set­zt sich für mehr Diver­sität ein, um die Dig­i­tal­isierung voranzutreiben.

Mit dem The­ma „Diver­sität in der Dig­i­tal­wirtschaft“ ist Tijen Onaran nun eine der führen­den Per­sön­lichkeit­en, wenn für Pro­jek­te oder Ver­anstal­tun­gen eine Exper­tin aus diesem Bere­ich gesucht wird. 

Lea-Sophie Cramer

Lea-Sophie Cramer, Grün­derin von Amore­lie, ist zu ein­er erfol­gre­ichen Per­son­al Brand hin­ter ihrer Marke gewor­den.

Mit Amore­lie hat sie einen Erotik­spielzeug-Ver­sand­han­del gegrün­det und damit für Auf­se­hen gesorgt. Das gelang ihr nicht nur wegen ihrer Pro­duk­te, son­dern auch wegen ihres her­aus­ra­gen­den Erfol­gs. Nun gilt sie als erfol­gre­iche Grün­derin und Frau, die Tabus gebrochen und den Zeit­geist unser­er Gesellschaft erkan­nt hat.

Mit­tler­weile hat sie sich oper­a­tiv aus dem Unternehmen zurück­ge­zo­gen, bleibt aber als Mit­glied des Beirats erhal­ten. Lea-Sophie Cramer ist nun eine Per­son­al Brand im Bere­ich Unternehmer­tum und gilt als Vor­bild für viele Grün­der und Grün­derin­nen.

Michelle Obama

Eine Frau, die ihre Posi­tion zum Auf­bau ihrer eige­nen Per­son­al Brand genutzt hat, ist Michelle Oba­ma. Wie kaum eine zweite Frau eines Präsi­den­ten der USA hat sie sich einen Namen außer­halb dieser Posi­tion gemacht.

Sie begann sich schon zu Amt­szeit­en für die Rechte von Mäd­chen und Frauen einzuset­zen und nutzte das medi­ale Auf­se­hen und ihre Per­son­al Brand auch danach weit­er.

Mit ihrem Buch „Becom­ing – Meine Geschichte“ lan­dete sie auf diese Weise einen Best­seller. Sie ste­ht heute mehr denn je für die Werte ein­er gle­ich­berechtigten Welt, in der sich frau ein Imperi­um im Großen und im Kleinen auf­bauen kann. 

Teil 2: Wie hilft mir Personal Branding, in meiner Karriere weiterzukommen?

Die drei oben genan­nten Beispiele zeigen, dass eine Per­son­al Brand nicht gle­ich eine beru­fliche Posi­tion bedeutet. Oft hängt sie damit zusam­men. Aber sie geht darüber hin­aus und kann vielmehr dazu ver­helfen, neue beru­fliche Per­spek­tiv­en zu find­en.

Per­spek­tiv­en, die die eige­nen Inter­essen mit den eige­nen Fähigkeit­en und Stärken vere­inen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie angestellt, selb­st­ständig oder Unternehmer bzw. Unternehmerin sind – eine Per­son­al Brand hil­ft jedem Men­schen beru­flich weit­er. 

Mit Ihrer Per­son­al Brand sind Sie nicht mehr nur die Per­son, die lediglich ihren Job aus­führt, son­dern eine Per­son, die darüber hin­aus über Ken­nt­nisse und Fähigkeit­en ver­fügt. Die kön­nen auch auf andere Jobs über­tra­gen wer­den.

Das kön­nte zum Beispiel die Beratung durch Ihre Exper­tise in Vorträ­gen, Pan­els, Work­shops, Coach­ings und Kon­feren­zen fir­menin­tern oder öffentlich sein. Wahrschein­lich­er wer­den durch eine starke Per­son­al Brand auch höhere oder andere Posi­tio­nen in Ihrem Unternehmen, oder neue, lukra­ti­vere Aufträge entste­hen, die zu Ihren Fähigkeit­en passen.

Ein beson­ders großer Vorteil ein­er starken Per­son­al Brand ist, dass Sie sich anderen nicht auf­drän­gen und verkaufen müssen. Sie müssen nicht mehr stun­den­lang net­zw­erken und hof­fen, dass Sie so in Ihrer Kar­riere weit­erkom­men.

Eine Per­son­al Brand übern­immt das für Sie, indem sie sich ver­bre­it­et, ohne dass Sie die Men­schen einzeln kon­tak­tieren müssen. Dank Ihrer Per­son­al Brand wer­den Sie für ein The­ma bekan­nt und machen sich durch Ihre Exper­tise einen Namen.

Teil 3: Wie entwickle ich meine Personal Brand? 

Sie möcht­en nun endlich selb­st zu ein­er Per­son­al Brand wer­den? Eine Per­son­al Brand entste­ht nicht über Nacht, son­dern braucht Zeit.

Ein­er­seits braucht es Zeit, das eigene The­ma festzule­gen, ander­er­seits hat auch dessen Etablierung seine Dauer. Meis­tens ist es eine Arbeit über Monate und Jahre, die Sie zum Experten auf Ihrem Gebi­et machen und dies auch für andere sicht­bar wird.

1. Spitze Positionierung

Wichtig ger­ade zu Beginn ist die Posi­tion­ierung für ein, max­i­mal zwei konkrete The­men. Andere Men­schen sollen wis­sen, wo Ihre Exper­tise liegt und was Sie anbi­eten. Leg­en Sie Ihr The­ma anhand Ihrer eige­nen Inter­essen, Fähigkeit­en und Stärken fest, damit Sie langfristig bei dieser Posi­tion­ierung bleiben kön­nen und möcht­en.

Da Sie ver­mut­lich nicht nur über eine Fähigkeit ver­fü­gen, son­dern über mehrere, ist dieser Schritt gar nicht so ein­fach. Nehmen Sie sich Zeit und über­legen Sie genau, welchen Mehrw­ert Sie liefern möcht­en. 

2. Das Warum

Ergrün­den Sie, warum Sie tun, was Sie tun. Was ist Ihre größere Vision hin­ter Ihrer Posi­tion­ierung und wem möcht­en Sie damit helfen? Ihr Warum liefert die nötige Tiefe, die dabei helfen kann, langfristig motiviert zu bleiben und die eigene Per­son­al Brand zu etablieren.

Wenn Men­schen das Warum hin­ter dem, was Sie tun, erken­nen, kön­nen sie sich iden­ti­fizieren und empfind­en Sie als eine glaub­würdi­ge, aufrichtige Per­son. Find­en Sie her­aus, welche Verän­derung Sie sehen möcht­en und warum. 

3. Ihre Story

Ihr Warum hängt eng mit Ihren Geschicht­en zusam­men. Fra­gen Sie sich, welche Geschicht­en Sie an den Punkt gebracht haben, an dem Sie heute ste­hen.

Was haben Sie beru­flich (und pri­vat) erlebt? Was hat Sie zu Ihrem Exper­ten­the­ma gebracht? Welche Erfolge hat­ten Sie und wo lagen Ihre Schmerzpunk­te?

Die Geschicht­en helfen dabei, die eigene Per­son­al Brand zu entwick­eln. Und sie kann helfen, die schwierige Auf­gabe zu lösen, Ihre Exper­tise auf ein bis max­i­mal zwei The­men festzule­gen. 

Teil 4: Wie werde ich sichtbar? 

Wenn Sie Ihr The­ma definiert haben, gilt es, Sie damit bekan­nt und sicht­bar zu machen.

Social-Media-Kanäle

Ein­er der ein­fach­sten Wege, wie das geschehen kann, ist online über Social-Media-Kanäle, wie LinkedIn, Xing, Face­book, Insta­gram und Co. Hier ist es empfehlenswert nicht über­all vertreten zu sein, son­dern Ihre Aktiv­itäten zumin­d­est zu Beginn auf ein bis zwei Kanäle zu reduzieren und diese regelmäßig zu pfle­gen.

Inhalte und Statements

Bei den Inhal­ten geht es nun darum, sie auf Ihr gewähltes The­ma zu beschränken. Statt zu willkür­lichen The­men zu schreiben, suchen Sie sich gezielt die The­men her­aus, die Ihre Per­son­al Brand aus­machen sollen. 

Ein­er­seits ist es Ihnen möglich, die Post­ings von anderen zu kom­men­tieren, mit Ihrem eige­nen State­ment dazu auf Ihren Kanälen zu teilen oder eigene Beiträge zu dem The­ma zu kreieren. Eigene Beiträge kön­nen zum Beispiel per­sön­liche Geschicht­en und Erfahrun­gen sein. Oder es kön­nen Updates aus Ihrer Branche sein, die Sie mit Ihrem Wis­sen und Ihren Ken­nt­nis­sen weit­er­tra­gen. 

Damit zeigen Sie, dass Sie sich in Ihrem The­ma beson­ders gut ausken­nen und machen gle­ichzeit­ig auf sich aufmerk­sam. Teilen Sie Ihre The­men und Ihr Warum auch in pri­vat­en Gesprächen und erfra­gen Sie im Gespräch gezielt, was andere tun. Vielle­icht erfahren Sie so von the­ma­tis­chen Über­schnei­dun­gen und Ähn­lichkeit­en, die Ihnen eine Zusam­me­nar­beit ermöglichen.

Zeigen Sie sich auch auf Kon­feren­zen, Ver­anstal­tun­gen und Pan­els, die es in Ihrer Branche und zu Ihrem The­ma gibt. Hier find­en Sie Men­schen, die jeman­den wie Sie suchen. 

Kontinuität

Wenn es um die Erar­beitung, die Etablierung und das Sicht­bar­w­er­den mit der eige­nen Per­son­al Brand geht, ist Kon­ti­nu­ität das A und O. Bleiben Sie am Ball, geben Sie sich Zeit und zeigen Sie sich mit Ihrer Exper­tise regelmäßig.

Scheuen Sie sich nicht davor, auch mal mutige oder pro­vokante Aus­sagen zu tre­f­fen, um Diskus­sio­nen anzus­toßen und in zielführen­der Weise Aufmerk­samkeit auf Ihr The­ma zu lenken.

Mehrwert für andere

Das Wichtig­ste: Schaf­fen Sie einen Mehrw­ert für andere. Was ist wirk­lich rel­e­vant und wie kön­nen Sie andere mit Ihrer Exper­tise weit­er­helfen? Wer aus dieser Per­spek­tive denkt, hat wirk­lich ver­standen, worum es im Per­son­al Brand­ing geht. Nicht um das Sicht­bar­ma­chen der eige­nen Per­son geht es, son­dern um den Unter­schied, den Sie für andere machen. 

Katha­ri­na Heilen hat sich als Per­son­al Brand im Bere­ich Female Empow­er­ment etabliert und eine große, engagierte Com­mu­ni­ty in diesem Bere­ich geschaf­fen. Als selb­st­ständi­ge Tex­terin, Autorin, Pod­cast- und Com­mu­ni­ty-Host weiß sie, wie wichtig eine Spitzen­po­si­tion­ierung und das eigene Warum sind, um sich nach­haltig zu etablieren und Men­schen zu berühren.

Im Novem­ber erscheint ihr erstes Buch „Empow­ered You – Verän­derung durch Stärke, Mut und Zusam­men­halt“, das Frauen dabei unter­stützt, ihr volles Poten­zial zu leben und die Verän­derung her­beizuführen, die sie sich wün­schen. Heilen bietet Work­shops, Keynotes und eine Online-Com­mu­ni­ty für die beru­fliche und per­sön­liche Weit­er­en­twick­lung an. 

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