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Oprah Winfrey — Die Talkgöttin der USA

2020-09-26T17:41:53+02:0015. September 2020|

Sie ist die wohl mächtig­ste Medi­en­frau der USA und eine echte amerikanis­che Erfol­gs­geschichte. Oprah Win­frey ist außer­dem die erste Afroamerikaner­in, die zur Mil­liardärin wurde.

Von Peter Bal­siger

Der TV-Sender CNN, das Nachricht­en­magazin „Time“ und sog­ar Barack Oba­ma adel­ten sie als „mächtig­ste Frau Amerikas“.

Die Soci­ety-Pos­tille „Van­i­ty Fair“ schrieb, sie habe mehr Ein­fluss als jed­er Uni­ver­sität­spräsi­dent, Poli­tik­er oder Reli­gions­führer, „mit Aus­nahme vielle­icht des Pap­stes“. Und Forsch­er der Eli­te­u­ni­ver­sität Har­vard schätzen die Marke Oprah als so stark ein wie Marl­boro oder Coca-Cola.

Oprah Win­frey ist Ehren­dok­tor mehrerer Uni­ver­sitäten und wurde mit Preisen über­häuft. Was auch immer sie anfasste, wurde zu Gold. Umso mehr über­raschte Anfang August die Nachricht, dass die Print­aus­gabe von „O, The Oprah Mag­a­zine“ Ende 2020 nach 20 Jahren eingestellt wer­den soll.

„Dig­i­tal“ soll es aber weit­erge­hen. Oprah selb­st sagte: „Ich freue mich auf den näch­sten Schritt in unser­er Entwick­lung.“

Der Anfang

Oprah Win­frey kam 1954 in Kosciusko im Bun­desstaat Mis­sis­sip­pi als une­he­liche Tochter min­der­jähriger Eltern zur Welt. Ihr Vater war ver­mut­lich Ver­non Win­frey, ein Sol­dat. Ihre Mut­ter Ver­ni­ta arbeit­ete als Haus­mäd­chen.

Eigentlich lautete ihr Geburt­sname Orpah (wie die bib­lis­che Fig­ur), er wurde aber meist als Oprah aus­ge­sprochen und so blieb es dabei.

Ihre Jugend war von Armut geprägt. Oprah ver­brachte die ersten Jahre auf der Schweine­farm ihrer Groß­mut­ter. Sie spielte mit Kak­er­lak­en oder Pup­pen aus Maiskol­ben und trug Over­alls, die aus Kartof­fel­säck­en geschnei­dert waren.

Ihre Groß­mut­ter war sehr streng. Sie schlug die Enkel­tochter, wenn sie nicht gehorchte. Aber sie lehrte sie auch lesen und schreiben.

Als Oprah neun war, begann ein älter­er Cousin sie zu verge­walti­gen. Sie wurde zudem von einem Onkel und einem Fre­und der Fam­i­lie sex­uell miss­braucht. Darüber sollte sie 1986 in ihrer Sendung erst­mals öffentlich sprechen.

Mit 14 wurde sie unge­wollt schwanger und brachte einen Jun­gen zur Welt, der kurz nach der Geburt starb. Oprah lief von zu Hause weg, wurde wieder zurück­ge­bracht. Eigentlich sollte sie in ein Erziehung­sheim eingewiesen wer­den.

Da dort kein Platz frei war, wollte sich nun ihr Vater Ver­non um sie küm­mern. Der betrieb inzwis­chen in Nashville (Ten­nessee) einen Friseur­sa­lon.

Spektakuläre Karriere

Ihr Leben verän­derte sich. Vater Ver­non war streng. Er zwang Oprah, jede Woche ein Buch zu lesen und einen Bericht über das Gele­sene zu schreiben. Ohne diese strenge Erziehung, erzählte Oprah später, wäre sie wahrschein­lich straf­fäl­lig gewor­den.

„Mein Vater krem­pelte mein Leben völ­lig um und bestärk­te mich in dem Glauben, dass ich im Leben mehr erre­ichen könne.“

Mit 17 gewann sie in Nashville einen Schön­heitswet­tbe­werb. Die vor­laute, smarte Beau­tyqueen besuchte anschließend die Redak­tion des lokalen Radiosenders WLAC und las spaße­shal­ber live die Nachricht­en.

Sie war so überzeu­gend, dass der Sender ihr einen Job als Nachricht­en­sprecherin anbot. Das war der Beginn ein­er der spek­takulärsten Kar­ri­eren im amerikanis­chen Show­busi­ness.

Nach dem Abschluss der High­school schrieb sich Oprah an der Ten­nessee State Uni­ver­si­ty ein. Sie studierte Schaus­piel und Rhetorik, arbeit­ete aber neben­bei noch für den Radiosender.

Baltimore

1973 brach sie ihr Studi­um ab und wech­selte als Repor­terin zu einem TV-Sender nach Bal­ti­more. Was später ihre Stärke und ihr Marken­ze­ichen wer­den sollte, miss­fiel den dor­ti­gen Stu­dio­bossen jedoch:

Oprah hat­te Mühe, innere Dis­tanz zu ihrer Arbeit zu wahren. Sie lachte oft während der Inter­views oder weinte bei trau­ri­gen Geschicht­en vor Anteil­nahme.

In der Medi­en­welt der strom­lin­ien­för­mi­gen Mod­er­a­toren­klone hat­te Oprah alles falsch gemacht – und damit alles richtig. Sie wirk­te laut, hart­näck­ig, unbe­fan­gen, hun­dert­prozentig authen­tisch und stellte unmögliche Fra­gen.

Sie bekam eine Chance beim Früh­stücks­fernse­hen in ein­er Talk­show, in der Leute aus Bal­ti­more inter­viewt wur­den. Die Sendung war ein Erfolg und ein Kar­ri­ere­sprung­brett für Oprah.

Chicago

1984 wech­selte sie nach Chica­go als Mod­er­a­torin der Früh­stücks-TV-Sendung „A. M. Chica­go“ und erhielt einen Vier­jahresver­trag. Die Mark­tan­teile von „A. M. Chica­go“ stiegen ras­ant.

Nach zwölf Wochen hat­te sie bere­its mehr Zuschauer als ihr Konkur­rent Phil Don­ahue, der mit sein­er Show als Pio­nier des Sende­for­mats Talk­show galt.

Im Sep­tem­ber 1986 wurde Oprahs Show erst­mals in ganz Ameri­ka über­tra­gen. Sie verkaufte die Senderechte für ihre „The Oprah Win­frey Show“ an 138 Sta­tio­nen und kassierte 30 Mil­lio­nen aus deren jährlichem Umsatz von 125 Mil­lio­nen Dol­lar.

Über zehn Mil­lio­nen Zuschauer ver­fol­gten ihre Talk­show. Mit 32 war Oprah Mil­lionärin.

Zwis­chen­durch wurde sie von Star­regis­seur Steven Spiel­berg für die Rolle der Sofia in der Ver­fil­mung des Romans „Die Farbe Lila“ engagiert und später für einen Oscar nominiert.

Der Mensch Oprah …

… will die Welt verbessern. Sie fordert die Zuschauer auf, ihr Leben selb­st in die Hand zu nehmen. Sie hat ein Gespür dafür, was Amerikan­er wis­sen wollen, und zeigt keine Scheu vor unbe­que­men The­men.

Oprah zögerte auch nicht, in ihren Shows ihr Inner­stes nach außen zu kehren, indem sie offen von ihren per­sön­lichen erschüt­tern­den Erfahrun­gen mit Armut, Verge­wal­ti­gung oder Kokainkon­sum berichtete.

2015 beteiligte sie sich mit 43 Mil­lio­nen Dol­lar am Diätkonz­ern Weight Watch­ers. Die Aktie legte anfänglich prompt um mehr als 100 Prozent zu. Als sie 1998 öffentlich ankündigte, sie werde aus Angst vor der Rinder­seuche BSE vor­erst keine Burg­er mehr essen, fie­len die Rinder- Futures an der Börse um zehn Prozent.

„Ob Hol­ly­wood­star, Kün­stler, Poli­tik­er oder Fir­men­lenker – eine Ein­ladung zu Oprah galt als Rit­ter­schlag“, schrieb die Finanzzeitung €uro am Son­ntag.

Sie engagiert sich außer­dem als Phil­an­thropin und grün­dete das „Angel Net­work“. Das sam­melt Geld für wohltätige Zwecke und unter­stützt eine Schule für Mäd­chen aus armen Ver­hält­nis­sen in Südafri­ka.

2011 rief sie ihren eige­nen Pay-TV-Sender OWN (Oprah Win­frey Net­work) ins Leben, der Talk­shows zu The­men wie Gesund­heit, Psy­cholo­gie und Geld sowie Kochsendun­gen und Real­i­tyshows sendet.

Und im Juni 2018 unter­schrieb sie einen Deal mit Apple, um eigene Inhalte für das Streamin­gange­bot des Konz­erns zu pro­duzieren.

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