Startseite/Beate Sander: “Das größte Risiko ist kein Risiko”

Beate Sander: “Das größte Risiko ist kein Risiko”

2019-11-14T12:45:50+01:0018. November 2019|

Beate Sander ist eine der bekan­ntesten Börsen­ex­per­tin­nen Deutsch­lands – und eine der ältesten. Mit der von ihr entwick­el­ten Hoch/Tief-Mut-Strate­gie wurde sie im stolzen Alter von 74 Jahren Mil­lionärin – ger­ade mal 15 Jahre, nach­dem sie ihre allererste Aktie gekauft hat. Zur Ruhe set­zen will sich die oft als “Börsen-Oma” betitelte Ulmerin aber längst noch nicht: Beate Sander schreibt Kolum­nen für Zeitun­gen, gibt ehre­namtlich Börsensem­inare an der Volk­shochschule und ist Autorin von über 50 Fach­büch­ern. Der bekan­nteste Best­seller von Beate Sander ist der „Börsen­führerschein“.

Von Astrid Zehbe

Frau Sander, worauf soll­ten Men­schen, die mit dem Ver­mö­gen­sauf­bau starten wollen, acht­en?

Ger­ade für den Anfang ist es wichtig, bre­it am Markt zu investieren. Das geht über aktiv gem­anagte Aktien­fonds und den Index abbildende ETFs, die eine Vielzahl von Aktien brin­gen. Nicht nur für Börsen­neulinge sind diese Pro­duk­te gut geeignet.

Investiert man dann lieber über Sparpläne, oder sind Einzelin­vest­ments bess­er?

Wer diszi­plin­iert ist, also sein Ges­partes nicht leicht­fer­tig wieder aus­gibt, der kann Einzelin­vest­ments täti­gen – am besten immer dann, wenn es am Markt Rück­set­zer gab. Wer es beque­mer mag, dem rate ich zu Sparplä­nen, am besten auf the­sauri­erende ETFs, um den Zins­eszin­sef­fekt zu nutzen. Allerd­ings sollte man Sparpläne ein­fach ewig laufen lassen und wom­öglich vergessen.

Warum nicht?

Sparpläne sind wie Leis­tungss­port. Man muss immer trainieren, um am Ball zu bleiben. Oder konkreter: Sparpläne soll­ten regelmäßig angepasst wer­den, um zu ver­mei­den, dass eine einzelne Posi­tion zu viel Gewicht im Port­fo­lio bekommt und Klumpen­risiken entste­hen.

Sich­ern Sie Ihr Depot ab – zum Beispiel mit Zer­ti­fikat­en oder Gold?

Nein, Option­ss­cheine, Hebelz­er­ti­fikate oder ähn­lich­es waren für mich schon immer tabu. Auf etwas Gold hinge­gen set­ze ich schon. Ich bin zum Beispiel in einen Gold- und einen Edel­met­all-ETC investiert. Als beste Absicherung sehe ich allerd­ings eine bre­ite Streu­ung (Diver­si­fika­tion) in meinem Port­fo­lio.

Haben Sie einen Tipp, um in tur­bu­len­ten Börsen­zeit­en ruhig zu bleiben – auch wenn das Depot ein Minus ausweist?

Mein Mot­to ist: Mei­de die gefährlichen Vier – Euphorie, Panik, Angst und Gier. Das hat mir immer geholfen, beson­nen zu reagieren und diszi­plin­iert abzubrem­sen.

Die Finanzbranche ist eher noch eine Män­ner­domäne. Haben Sie sich dort jemals unwohl gefühlt?

Nein, nie. Es gibt zwar viele Ver­anstal­tun­gen, bei denen ich die einzige Frau bin, aber das hat mich nicht gestört. Ich habe sowohl mit Män­nern als auch Frauen immer einen tollen Aus­tausch gehabt.

Unter­schei­den sich Frauen und Män­ner aus Ihrer Sicht bezüglich der Gel­dan­lage?

Die meis­ten Frauen sind vor­sichtiger und ängstlich­er. Sie mei­den Risiken und wollen ihr Geld lieber aufs Spar­buch leg­en, weil sie annehmen, dort sei es sicher­er. Aber ihnen ist oft nicht klar, dass das Geld dort durch die Infla­tion entwertet wird. Und schlim­mer noch: Wenn man richtig viel Geld hat, zahlt man Minuszin­sen. Das größte Risiko ist heutzu­tage, über­haupt kein Risiko einzuge­hen.

Was war – abseits der Börse – das beste Invest­ment, das Sie je getätigt haben?

Dies sind meine Kinder und Enkel mit viel Unter­stützung bei der Bil­dung. Und meine eige­nen Büch­er zählen auch dazu. Ich betra­chte mich als Unternehmer-Autorin mit dem Anspruch, unternehmerisches, kreatives Denken und Han­deln sowie die Aktienkul­tur zu fördern.

 Was bedeutet Ihnen Ihr Ver­mö­gen heute?

Ich war über­rascht und über­aus glück­lich, als ich durch meine Börse­nak­tiv­itäten Mil­lionärin wurde. Der Grund dafür war aber in erster Lin­ie, dass ich merk­te, dass meine Hoch/Tief-Mut-Strate­gie so gut funk­tion­iert. Ich kon­nte diese Idee weit­ergeben in meinen Pub­lika­tio­nen, meinen Börsensem­inaren und Vorträ­gen. Mein eigenes Leben und der Umgang mit Geld haben sich aber nicht geän­dert. Ich genieße Erfolge, will immer das Best­mögliche erre­ichen, etwas verän­dern und Pos­i­tives hin­ter­lassen.

Noch mehr Infos für dich

Teil 6: Geld für Alleinerziehende

Fast jede fün­fte Fam­i­lie mit min­der­jähri­gen Kindern in Deutsch­land ist eine Einel­tern­fam­i­lie. In 88 Prozent von ihnen wohnen Kinder bei ihrer Mut­ter. Immer häu­figer wagen Fam­i­lien ein Wech­selmod­ell, bei dem Kinder nach Tren­nung oder Schei­dung bei Mama und Papa gle­icher­maßen zu Hause sind. Je nach Fam­i­lien­si­t­u­a­tion haben Erziehende Anspruch auf Unter­halt­sleis­tun­gen und staatliche Hil­fen. Courage klärt die wichtig­sten Details.

„Frauen und Mütter sollten dieselben Verwirklichungschancen haben wie Männer“

Karin Nord­mey­er ist eine Kämpferin. Als Vor­sitzende des gemein­nützi­gen Vere­ins UN Women engagiert sie sich seit vie­len Jahren für Men­schen- und Frauen­rechte. Wir haben mit Karin Nord­mey­er über das Ungle­ichgewicht zwis­chen Frauen und Män­nern anhand des Gen­der Pay Gap und Pen­sion Gap gesprochen.

Teil 5: Geld für Bildung: Stipendien 

Stipendi­um – da denken viele an „Studi­um“ und „Hochbe­gabte“. Dabei gibt es Stipen­di­en für alle Bil­dungsphasen – von der Schule bis zur beru­flichen Weit­er­bil­dung. Viele Stiftun­gen fördern spezielle Grup­pen, etwa Frauen, Allein­erziehende oder Waisen. Ins­ge­samt kommt eine Fülle von knapp 1100 Stipen­di­en­ange­boten zusam­men. Courage gibt einen Überblick und stellt die vier größten Förder­pro­gramme vor.

Buch des Monats

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben