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Nachhaltige Solarinvestments

2020-08-12T09:37:09+02:003. August 2020|

In unserem Kon­sumver­hal­ten beobacht­en wir bere­its seit einiger Zeit kri­tisch, ob die Dinge, die wir täglich brauchen, auch wirk­lich nach­haltig sind. Geht das auch bei Invest­ments? Ja, aber es ist nicht ganz ein­fach, wie das Beispiel Solaren­ergie zeigt.

Von Michaela Stem­per

Nach­haltigkeit ist in aller Munde – sei es im Kon­sum­bere­ich oder im Invest­ment­bere­ich.  Aber was ist eigentlich nach­haltig?

Der Begriff der Nach­haltigkeit kam im 18. Jahrhun­dert im Erzge­birge erst­mals in der Forstwirtschaft auf. In diesem engeren Sinn geht es darum, nicht mehr Holz aus Wald oder Forst zu ent­nehmen, als tat­säch­lich nachwach­sen kann.

Weit­er gefasst ist die heutige mod­erne Def­i­n­i­tion, die sich auch im Duden find­et: das Prinzip, nach­dem nicht mehr ver­braucht wer­den darf, als jew­eils nachwach­sen, sich regener­ieren, kün­ftig bere­it­gestellt wer­den kann. 

Nach­haltiges Investieren geht noch einen Schritt weit­er als die Ökolo­gie und umfasst auch soziale und wirtschaftliche Aspek­te. Unter rein ökol­o­gis­chen Gesicht­spunk­ten müssen bei solchen Invest­ments beispiel­sweise fos­sile Brennstoffe und Atom­kraft aus­geschlossen wer­den.

Gezielt wer­den deshalb zukun­ft­sori­en­tierte Energiev­er­sorgungsmöglichkeit­en gesucht. Diese regen­er­a­tiv­en Energien wer­den aus Wind, Wass­er, Holz oder Sonne gewon­nen. 

Vom Sonnenstrahl zum Strom

Pho­to­voltaik, also die Umwand­lung von Sonnenen­ergie in elek­trische Energie, ist längst in unserem All­t­ag angekom­men: Auf Häusern, Feldern oder sog­ar auf Parkuhren sieht man die dunkel glänzen­den Plat­ten.

Diese soge­nan­nten Solarpan­ele beste­hen aus vie­len miteinan­der ver­bun­de­nen Solarzellen, die rein aus dem Son­nen­licht elek­trische Energie erzeu­gen. Deshalb sind sie meist nach der Sonne − sprich Rich­tung Süden – aus­gerichtet. 

Rund 18 Prozent des in Deutsch­land erzeugten Stroms aus erneuer­baren Energien kommt vom Son­nen­licht, mit steigen­der Ten­denz. Davon prof­i­tieren die Unternehmen der Solar­branche, auch wenn die Preise für die reinen Solar­mod­ule deut­lich zurück­ge­gan­gen sind.

Zwis­chen den Anbi­etern tobt ein Preiskrieg, aus­ge­hend vom Mark­tein­tritt der Chi­ne­sen. Der größte Solar­mod­ul­her­steller weltweit ist übri­gens genau hier situ­iert: die chi­ne­sis­che JinkoSo­lar liegt mit ein­er aus­geliefer­ten Leis­tung von 14,2 Gigawatt bei der Pro­duk­tion der Pan­ele weit vorn.

„Die chi­ne­sis­che Pre­is­führerschaft liegt vor allem in der staatlichen Förderung begrün­det. Mit der Pro­duk­tion in immer größeren Fab­riken wur­den führende europäis­che Wet­tbe­wer­ber in den let­zten Jahren ver­drängt“, erläutert der Branch­en­ex­perte Mel­chior Schulze Brock von Enviria Ener­gy.

Der let­zte deutsche Anbi­eter von Solar­mod­ulen, die Q‑Cells AG, ist 2012 nach Zahlungss­chwierigkeit­en vom kore­anis­chen Han­wha-Konz­ern über­nom­men wor­den.

Solaraktien

So viel vor­weg, auch wenn Solar­ti­tel Nach­haltigkeit und Chan­cen in einem zukun­ft­strächti­gen Markt ver­heißen, ein Sofa-Invest­ment sind sie nicht. Als Tech­nolo­giew­erte sind sie äußerst schwankungsin­ten­siv und eignen sich deshalb nur für risikofreudi­ge Anleger.

Auch Div­i­den­den­strate­gien lassen sich hier nur bed­ingt anwen­den, da meist jed­er erwirtschaftete Cent in neue Entwick­lun­gen investiert und nicht aus­geschüt­tet wird. Ein Engage­ment in diese Titel birgt zudem gewisse poli­tis­che Risiken, da die Branche mal sub­ven­tion­iert, dann wieder weniger begün­stigt wird. 

Welche Unternehmen wären grundsätzlich interessant?

Vor allem große Mark­t­teil­nehmer, die dem Preis­druck aus Asien weniger aus­ge­set­zt sind, weil die von ihnen ange­bote­nen PV-Kom­plet­tlö­sun­gen nicht so leicht kopier­bar sind.

Hier zählen das US-Unternehmen Enphase Ener­gy oder die israelis­che SolarEdge dazu. Enphase Ener­gy prof­i­tiert vor allem vom Boom im Bere­ich Mikrowech­sel­richter.

Diese Baukom­po­nente wan­delt den im Solar­mod­ul pro­duzierten Gle­ich­strom in Wech­sel­strom um. Einge­bet­tet in ein kom­plettes PV-Sys­tem, in dem jede Kom­po­nente an ein Pho­to­voltaik­mod­ul angeschossen ist, lassen sich hohe Effizien­zen erzie­len. Einen ähn­lichen Ansatz ver­fol­gt SolarEdge.

Einen Lokalmata­dor gibt es übri­gens auch: die SMA Solar Tech­nol­o­gy AG. Das Unternehmen aus der Nähe von Kas­sel ist ein­er der weltweit umsatzstärk­sten und in Deutsch­land bekan­ntesten Pho­to­voltaikun­ternehmen. Ihr Kerngeschäft bezieht sich vornehm­lich auf Wech­sel­richter für Pho­to­voltaikan­la­gen mit Net­zein­speisung, Ein­speisung für den Eigen­ver­brauch sowie Back-up-Betriebe, d.h. Spe­ich­er.

Das Unternehmen befind­et sich seit Anfang 2019 im Umbau. Erst kür­zlich hat man sich vom Chi­na-Geschäft getren­nt und fokussiert sich nun auf das mar­gen­stärkere Geschäft mit Dien­stleis­tun­gen im PV-Bere­ich. Für 2020 stellt das Unternehmen eine Mil­liarde Euro Umsatz in Aus­sicht. 

Solarfonds oder Indexzertifikate

Wie groß ist die Chance, dass man bei einem Aktienen­gage­ment genau den richti­gen Titel trifft, dessen Geschäftsmod­ell sich als tragfähig erweist?

Ger­ing, zeigt uns die Branchen­his­to­rie. Denn die Liste bekan­nter Unternehmen, die in den ver­gan­genen Jahren Insol­venz anmelden mussten, ist lang: Selb­st wer kein Aktionär ist, ken­nt aus der Presse Fir­men wie Solar­world.

Der ein­stige Branchen­primus ver­schwand kom­plett von der Bild­fläche. Ähn­lich erg­ing es Solon, dem ersten börsen­notierten Solarun­ternehmen in Deutsch­land, der Ham­burg­er Con­er­gy und auch dem Vorzeigemit­tel­ständler Cen­trotherm aus Blaubeuren. 

Um das Aktien­risiko bre­it­er zu streuen, emp­fiehlt es sich, einen Solarindex zu suchen, der unter­schiedliche Pho­to­voltaik­w­erte bün­delt.

So wird beispiel­sweise seit 2008 der Glob­al Solar Index vom Index­an­bi­eter Solac­tive berech­net. Der Solac­tive Glob­al Solar Per­for­mance Index bildet die Kursen­twick­lung der 20 größten Unternehmen aus der glob­alen Solaren­ergie-Indus­trie ab.

Dabei wird in die Sek­toren Solaren­ergie (15 Unternehmen mit 75 Prozent Gewicht) und Siliz­ium (fünf Unternehmen mit 25 Prozent Gewicht) unter­schieden. Die Kursen­twick­lung des Index vol­lzieht beispiel­sweise das Indexz­er­ti­fikat der Deutschen Bank, das sym­pa­this­cher­weise die WKN DB1SUN trägt, eins zu eins nach.

Reine Pho­to­voltaik­in­vest­ments auf ETF-Basis zu find­en, ist schwierig: der iShares Glob­al Clean Ener­gy UCITS ETF bietet eine Mix­tur aus regen­er­a­tiv­en Energien, die aber zumin­d­est in den Top 5 drei Werte aus dem Solar­bere­ich aufweist. 

Solaranleihen

Zur Liq­uid­itäts­beschaf­fung, etwa wenn eine Expan­sion geplant ist, nehmen Indus­trie­un­ternehmen Fremd­kap­i­tal auf. Dies geschieht entwed­er über Kred­ite oder durch die Aus­gabe von Anlei­hen oder Schuld­ver­schrei­bun­gen. In der Prax­is wird häu­fig ein deut­lich über dem Mark­tzins liegen­der Zinssatz bei diesen Anlei­hen geboten.

Mit wenig Vorken­nt­nis­sen kön­nte man denken: grün und lukra­tiv. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, die Bonität, also die Kred­itwürdigkeit des jew­eili­gen Unternehmens bee­in­flusst den zu zahlen­den Zinssatz für die aus­gegebene Anlei­he.

Unternehmen­san­lei­hen von Schuld­nern mit schlechter Bonität weisen dabei eine höhere Ren­dite auf als Anlei­hen mit besserem Schuld­ner. Hier heißt es also: Augen auf beim Anlei­hekauf.

Der hohe Zinssatz nützt wenig, wenn die Rück­zahlung des einge­set­zten Kap­i­tals ungewiss ist. So sind im ver­gan­genen Jahrzehnt eine Vielzahl von Mit­tel­stand­san­lei­hen im Solar­bere­ich nicht voll­ständig zurück­gezahlt wor­den. Berück­sichtigt man die Zahl der Insol­ven­zen, bekommt man leicht ein Gefühl dafür, wie ger­ing die Rück­zahlungsquote gewe­sen ist – auch ohne Finanzvorken­nt­nisse.

Genossenschaftliche Anlagen

Die Solarpro­jek­te vor Ort find­en die meis­ten noch ver­trauenser­weck­ender als große Pho­to­voltaikun­ternehmen auf fer­nen Kon­ti­nen­ten. Jed­er will sich bei der Energiewende beteili­gen. Deshalb steigt seit Anfang der 2000er-Jahre die Zahl der genossen­schaftlichen Energiepro­duzen­ten, ins­beson­dere der Bürg­er­so­laran­la­gen, kon­tinuier­lich.

Es han­delt sich dabei um soge­nan­nte Beteili­gungs­ge­mein­schaften, in der die einzel­nen Per­so­n­en Beiträge investieren, um eine gemein­same Solaran­lage bauen und betreiben zu kön­nen. Da liegt der Erwerb von Genossen­schaft­san­teilen nah.

Den Invest­ments in diesem Bere­ich haben wir einen zweit­en Teil gewid­met (kommt Ende August 2020). Dazu besuchen wir eine Solaren­ergiegenossen­schaft im Main-Taunus-Kreis.

Noch mehr Infos für dich

Personal Branding — Was verbirgt sich dahinter?

Mit etwas Geduld, ein­er langfristi­gen Strate­gie und den eige­nen Stärken kann Per­son­al Brand­ing zu neuen Aufträ­gen, Pro­jek­ten oder Posi­tio­nen ver­helfen. Das Ziel ist es, sich in den Köpfen der Men­schen für sein The­ma und seine Fähigkeit zu ver­ankern — ohne sich dabei auf­dringlich zu verkaufen. Verkaufen tut in diesem Fall das eigene Image, die Leis­tun­gen und die Exper­tise, die sich im opti­malen Fall ganz organ­isch ver­bre­it­en.

Oprah Winfrey — Die Talkgöttin der USA

Oprah Win­frey wird als “mächtig­ste Frau Amerikas” gead­elt. Die Soci­ety-Pos­tille “Van­i­ty Fair” schrieb, sie habe mehr Ein­fluss als jed­er Uni­ver­sität­spräsi­dent, Poli­tik­er oder Reli­gions­führer, “mit Aus­nahme vielle­icht des Pap­stes”. Oprah Win­frey ist Ehren­dok­tor mehrerer Uni­ver­sitäten und wurde mit Preisen über­häuft. Was auch immer sie anfasste, wurde zu Gold.

Patrick Dewayne: „Get started“

Get start­ed – oder wie meine Tochter sagt: „Egal was Du machst, mach was.“ „Aller Anfang ist schw­er“, so besagt es eine Redewen­dung. Und wer jet­zt denkt, dass das vor allem beim The­ma Geld im Beson­deren gilt, der find­et sich in ein­er bun­ten Runde von Men­schen wieder, für die das abso­lut unter­schreibenswert ist. Man gehört also zu ein­er Mehrheit, dann muss das also stim­men und richtig sein.

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