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Kathi gründet: Endlich eine Idee!

2020-10-27T12:02:00+01:0019. November 2019|

Katha­ri­na Freun­dor­fer ist 33 Jah­re alt und lebt in Mün­chen. Sie hat BWL mit Fokus auf Inno­va­ti­on, Mar­ke­ting, Nach­hal­tig­keit sowie Ver­brau­cher­recht in Mün­chen und Aar­hus (Däne­mark) stu­diert. Anschlie­ßend arbei­te­te sie jah­re­lang bei ver­schie­de­nen Ban­ken und Unter­neh­mens­be­ra­tun­gen. Im Früh­jahr 2019 hat sie beschlos­sen, sich end­lich mit einem Zero Was­te Café selbst­stän­dig zu machen und zu grün­den. Bei Cou­ra­ge berich­tet sie regel­mä­ßig über ihre Geschäfts­idee, die Grün­dungs­pha­se und die Ent­wick­lung ihres Unter­neh­mens. Eine Inspi­ra­ti­on für alle, die auch ger­ne eine eige­ne Idee ver­wirk­li­chen möch­ten. Kathi macht Mut und zeigt, wie es geht. Heu­te erzählt sie, wie sie auf ihre Grün­dungs­idee kam.

Von Katha­ri­na Freun­dor­fer

Wie fin­det man eine Grün­dungs­idee? Tja, das ist eine schwie­ri­ge Fra­ge. Mei­ne Idee ist unter ande­rem in der Über­le­gung gebo­ren wor­den, dass wir einen Groß­teil unse­res Lebens in der Arbeit ver­brin­gen und die­se daher auch zu uns pas­sen soll­te, damit man ein erfüll­tes Leben führt. Mich hat es immer gestört, wenn ich Arbeit machen muss­te, die ich nicht für sinn­voll oder sogar für falsch hielt, oder die nicht mei­nen Wer­ten ent­sprach. Ich habe schon immer einen sehr aus­ge­präg­ten Gerech­tig­keits­sinn. Mir tut es im Her­zen weh, wenn jemand schlecht behan­delt wird.

Außer­dem lie­be ich Authen­ti­zi­tät und Acht­sam­keit. Ich fin­de, es ist das größ­te Geschenk, wenn man sich selbst und ande­ren die Zeit geben kann, sich zu ent­wi­ckeln und aus­zu­drü­cken. Zur Acht­sam­keit und Authen­ti­zi­tät gehört für mich Nach­hal­tig­keit. Denn mit nach­hal­ti­gem und sinn­vol­lem Han­deln bezie­he ich die Aus­wir­kun­gen mei­nes Han­delns auf die Umwelt mit ein. Dafür muss ich mir die Zeit neh­men, gründ­lich mei­ne Pro­duk­te und mei­ne Pro­zes­se zu beden­ken.

Meine Gründungsidee muss nachhaltig sein

Das ist jetzt viel­leicht ein rela­tiv weit gezo­ge­ner Bogen. Aber aus die­sen Grün­den begeis­tert mich Nach­hal­tig­keit. Und neben der Selbst­be­stim­mung, die eine Selbst­stän­dig­keit ermög­licht, ist dies die Visi­on für mei­ne Grün­dungs­idee. Ich hat­te ver­schie­de­ne kon­kre­te Ideen im Bereich Nach­hal­tig­keit, die ich in Betracht gezo­gen habe.

Neben der nach­hal­ti­gen Café-Idee – genau­er: einem Zero-Was­te-Café – hat­te ich auch die Idee, nach­hal­ti­ge T‑Shirts zu bedru­cken, mit poli­ti­schen und akti­vis­ti­schen Logos und Sprü­chen. Mit dem Kauf soll­te auch eine Spen­de für den jewei­li­gen Zweck ver­bun­den sein. Ich fin­de es näm­lich eben­falls super span­nend, mit Men­schen ver­schie­de­ne Mei­nun­gen und Stand­punk­te zu dis­ku­tie­ren. Außer­dem fin­de ich, dass mehr jun­ge Men­schen ihre (posi­ti­ven) Ansich­ten nach außen tra­gen soll­ten. Ich den­ke näm­lich, es hät­te einen posi­ti­ven Effekt auf unse­re Welt, wenn die Men­schen die­se posi­ti­ven Mei­nun­gen auf ihrem Shirt nach außen tra­gen wür­den und zugleich gespen­det wird.

Die­se Grün­dungs­idee habe ich aber immer eher als Hob­by-Idee ange­se­hen, da der T‑S­hirt-Markt recht stark umkämpft ist. Ein nach­hal­ti­ges Café zu grün­den, sehe ich als noch sinn­vol­ler an, aber auch als schwie­ri­ger. Die Idee ist schon in Städ­ten wie Ham­burg, Ber­lin und Lon­don umge­setzt, aber noch nicht in Mün­chen. Durch mei­nen betriebs­wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grund bin ich es gewohnt, Grün­dungs­ideen auch mone­tär zu bewer­ten.

Cafés sind da immer so eine Sache, denn auch hier ist der Markt heiß umkämpft, und ein Café zu grün­den und zu mana­gen, bedeu­tet sehr viel Arbeit – meis­tens ohne dass am Ende das ganz gro­ße Geld fließt. Ich sehe es aller­dings so, dass sich mein Unter­neh­men sehr gut tra­gen soll. Der finan­zi­el­le Gewinn ist jedoch nicht mei­ne Haupt­mo­ti­va­ti­on. Wich­ti­ger ist mir,  die Din­ge so gut wie mög­lich nach­hal­tig ohne Müll umzu­set­zen. Die T‑S­hirt-Idee hät­te natür­lich den Vor­teil gehabt, dass ich nicht an einem Stand­ort blei­ben muss, wäh­rend mich  ein Café natür­lich erst mal an einen Ort – in mei­nem Fall Mün­chen – bin­den wird.

Meine Gäste sollen Impulse mit nach Hause nehmen

Anfangs hat mich das sehr stark abge­schreckt. In der ers­ten Nacht vor mei­ner Arbeits­lo­sig­keit habe ich aller­dings geträumt, dass ich die Café-Idee umsetz­te. Ins­ge­heim fin­de ich die­se Grün­dungs­idee auch tol­ler und kann mich noch bes­ser damit iden­ti­fi­zie­ren. Gesprä­che und Dis­kus­sio­nen mit Men­schen wer­den hier genau­so ent­ste­hen wie durch die T‑Shirts mit Bot­schaf­ten. Dane­ben wer­den mei­ne Gäs­te die Klei­nig­kei­ten bemer­ken, die das Café nach­hal­ti­ger machen. Ich wer­de zum Bei­spiel Stoff­ser­vi­et­ten nut­zen oder Pfand­be­häl­ter für Essen zum Mit­neh­men aus­ge­ben. Mei­ne Moti­va­ti­on ist auch, dass mei­ne Gäs­te sol­che Impul­se auf­grei­fen und zu Hau­se umset­zen.

Ins­ge­samt macht es mir viel Spaß, auf das Posi­ti­ve im Men­schen und unse­re Ver­bin­dung zur Natur zu set­zen. Ohne jetzt ganz eso­te­risch zu klin­gen, den­ke ich, die Zeit ist nun reif für so ein Café. Und trotz einer klei­nen Angst, die ab und zu an mei­ner Tür klopft, freue ich mich auf die Umset­zung und die nächs­ten Schrit­te.

Mehr über Katha­ri­na Freu­dor­fer und ihre Geschäfts­idee, die Grün­dungs­pha­se und die Ent­wick­lung ihres Unter­neh­mens:

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