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Warum Taschengeld für Kinder wichtig ist

2019-11-28T09:25:56+01:0015. November 2019|

In vie­len Fami­li­en ist das ers­te Taschen­geld ein ewi­ger Streit­punkt: Eltern ver­zwei­feln an Spröss­lin­gen, die ihr Geld für ver­meint­lich unnüt­zes Zeug ver­schleu­dern. Und Kin­der bekla­gen, dass ihr Geld nie reicht. Auf das Taschen­geld ver­zich­ten soll­te man den­noch nicht, denn es ist der ers­te Schritt in die finan­zi­el­le Selbst­stän­dig­keit.

Von Andrea Brink­mann

Es ist wich­tig, Kin­der schon früh an den Umgang mit Geld zu gewöh­nen. Spä­tes­tens wenn sie rech­nen kön­nen, soll­ten Eltern ihnen daher eine klei­ne­re Sum­me als Taschen­geld geben. Bei einem fünf­jäh­ri­gen Kind sind bei­spiels­wei­se 50 Cent pro Woche ange­mes­sen, ein acht­jäh­ri­ges Kind soll­te etwa 2 Euro Taschen­geld bekom­men (sie­he Taschen­geld-Tabel­le unten).

Das Kind soll­te dabei selbst über sein Taschen­geld ver­fü­gen dür­fen, es spa­ren oder auch aus­ge­ben kön­nen. Nur so lernt das Kind den rich­ti­gen Umgang mit Geld ken­nen. Zudem soll­ten Eltern ihre Kin­der auch in All­tags­si­tua­tio­nen beim Umgang mit Geld ein­be­zie­hen.

Taschengeld für Süßigkeiten

Ein­kau­fen ist ein gutes Bei­spiel. Nimmt man sein Kind oft mit in den Super­markt und erklärt, dass man für die Lebens­mit­tel dort Geld bezah­len muss, bekommt das Kind ein Gefühl für den Wert ein­zel­ner Din­ge. Was kos­tet viel, was kos­tet wenig? Bekommt man ein bestimm­tes Pro­dukt viel­leicht woan­ders noch güns­ti­ger? Was ist zu teu­er?

Das Taschen­geld gehört, wie der Name schon sagt, in die Tasche und nicht zwangs­läu­fig kom­plett ins Spar­schwein. Natür­lich kann es sinn­voll sein für eine grö­ße­re Anschaf­fung zu spa­ren. Das Spar­ziel soll­te aber für das Kind erreich­bar sein und nicht in all­zu gro­ßer zeit­li­cher Ent­fer­nung lie­gen. So ler­nen die Kin­der Bedürf­nis­auf­schub: Lie­ber ein klei­nes Spiel­zeug­au­to in vier Wochen als eine klei­ne Tüte Gum­mi­bär­chen in zwei Wochen.

Nur Spa­ren ist aller­dings auch nicht sinn­voll, denn auch den Umgang mit Geld muss man üben. Und das geht nur, wenn man eige­ne – mög­li­cher­wei­se auch fal­sche – Ent­schei­dun­gen tref­fen darf.

Also nicht in Panik ver­fal­len, wenn das Kind sein gesam­tes Bud­get am Kiosk für eine rie­sen Tüte Süßig­kei­ten aus­ge­ge­ben hat. Das ist ein wich­ti­ger Schritt zu einem bewuss­ten Umgang mit Geld. Das Kind lernt in den Tagen nach sei­nem „Groß­ein­kauf“, dass für die rest­li­che Zeit – bis es wie­der Taschen­geld gibt – kein Geld zum Aus­ge­ben oder Spa­ren mehr da ist.

Taschengeld ist kein Erziehungsmittel

Wenn sich Kin­der schwer damit tun, ihr Geld ein­zu­tei­len, soll­te man das Taschen­geld immer wöchent­lich anstatt monat­lich aus­zah­len. So ist der Zeit­raum über­schau­ba­rer.

Taschen­geld soll­te es übri­gens regel­mä­ßig geben – ohne eine extra Erin­ne­rung und unab­hän­gig davon, ob das Kind artig war oder nicht. Nur so lernt es, zuver­läs­sig zu pla­nen.

Taschen­geld-Emp­feh­lung für Kin­der nach Alter.

Taschen­geld ist der­weil kein Erzie­hungs­mit­tel. Daher soll­ten Eltern eine Kür­zung des Taschen­gel­des nicht als Bestra­fung bei fal­schem Ver­hal­ten oder schlech­ten schu­li­schen Leis­tun­gen ein­set­zen. Auch eine Erhö­hung als Beloh­nung ist nicht rat­sam.

Das Geld soll­te immer bedin­gungs­los aus­ge­zahlt wer­den und nicht an Auf­la­gen geknüpft sein. Eltern soll­ten zudem nicht unge­fragt die Aus­ga­ben des Kin­des als „sinn­voll” oder „über­flüs­sig” beur­tei­len und das Kind dazu zwin­gen, das Taschen­geld zu spa­ren. Auch nöti­ge Anschaf­fun­gen, wie Schul­ma­te­ri­al, soll­ten nicht vom Taschen­geld bezahlt wer­den müs­sen.

Geldgeschenke nicht verrechnen

Wenn das Kind Geld geschenkt bekom­men hat, viel­leicht von der Oma, soll­te das Taschen­geld nicht aus­fal­len oder gar „ver­rech­net” wer­den. Das­sel­be gilt, wenn sich ein älte­res Kind selbst mit Baby­sit­ten oder Rasen­mä­hen beim Nach­barn etwas hin­zu­ver­dient.

Soll­te ein Kind etwas kaputt gemacht haben, was es von sei­nem Taschen­geld erset­zen soll, soll­te man dem Kind erlau­ben, grö­ße­re Zah­lun­gen lie­ber „abzu­stot­tern”. Eine mas­si­ve Kür­zung oder dau­er­haf­te Strei­chung des Taschen­gelds soll­te es nicht geben.

Umge­kehrt soll­te man – sitzt das Kind finan­zi­ell früh­zei­tig auf dem Tro­cke­nen, weil es all sein Taschen­geld direkt aus­ge­ge­ben hat – nicht außer der Rei­he Geld nach­schie­ßen. Das Kind soll ja ler­nen, mit der ver­ein­bar­ten Sum­me aus­zu­kom­men.

Auch, wenn man sei­nem Kind natür­lich ger­ne jeden Wunsch erfül­len möch­te – man soll­te es nicht tun. Auch die Groß­el­tern soll­ten nicht „ein­sprin­gen“, wenn die Eltern dem Kind einen Wunsch abschla­gen. Denn war­um soll­te ein Kind für etwas spa­ren, wenn es bei jeder Gele­gen­heit dass es von den Erwach­se­nen geschenkt bekommt?

Andrea Brink­mann ist Vor­stän­din der Stif­tung „Deutsch­land im Plus“.  Die Stif­tung enga­giert sich für die pri­va­te Über­schul­dungs­prä­ven­ti­on in Deutsch­land. Zu ihren Auf­ga­ben zäh­len unter ande­rem Bil­dungs­maß­nah­men für Schü­ler, For­schungs­för­de­rung sowie kon­kre­te Bera­tung für Hil­fe­su­chen­de.

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