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Der finanzielle Check-up

2020-08-14T16:14:18+02:0011. August 2020|

Bil­lio­nen Euro liegen hierzu­lande auf kaum verzin­sten Kon­ten. Etliche Men­schen sind nicht aus­re­ichend gegen Risiken abgesichert und viele wis­sen nicht, was ihnen im Alter bleibt. Es gibt also viele Gründe für eine Finanzber­atung.

Bei ein­er solchen Beratung ste­ht im Prinzip alles auf dem Prüf­s­tand: Aus­gaben, Ver­di­enst, Kon­ten, Depots, Ver­sicherun­gen, die Woh­nung und beru­fliche Pläne. Auch kost­spielige Hob­bys unter­liegen dem finanziellen Check-up. Nach der Analyse erfahren Kun­den, wie sie ihre Zukun­ft finanziell am besten sich­ern.

Von Simone Gröneweg

„Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen“ – mit dieser Songzeile hat­te John Lennon sich­er nicht unrecht. Im Leben gibt es immer wieder Verän­derun­gen und Ereignisse, die alles auf den Kopf stellen. Ein Jobange­bot, eine Tren­nung, eine neue Beziehung, plöt­zlich arbeit­s­los – es ist nicht alles plan­bar im Leben.

Das ist aber kein Grund, auf Pläne zu verzicht­en. Im Gegen­teil. Wenn Du dir beru­fliche und pri­vate Ziele set­zt, musst Du über­legen, wie die am besten zu erre­ichen sind. Das funk­tion­iert nicht ohne Pläne.

Wer sein Leben plant, muss auch immer ans Geld denken. Egal ob es um eine Weit­er­bil­dung, die eigene Immo­bilie oder eine große Urlaub­sreise geht – die finanziellen Mit­tel müssen reichen!

Men­schen müssten ler­nen, wie Inve­storen zu agieren, heißt es bei Finanzber­atern und Ver­brauch­er­schützern. Gar nicht so ein­fach.

2,59 Bil­lio­nen Euro hort­en die Deutschen als Bargeld oder bei Banken – etwa auf Girokon­ten und Spar­büch­ern. Die Verzin­sung liegt meist knapp über null Prozent.

Die Zahlen zeigen: Es ist dur­chaus notwendig, dass sich die Men­schen Unter­stützung von Experten ein­holen. Ins­beson­dere Frauen soll­ten die Finanz­pla­nung auf ihre Agen­da set­zen. Anson­sten steuern sie auf eine Armut­slücke im Alter zu.

Weniger Rente für Frauen

Karoli­na Deck­er ist Exper­tin, wenn es um das The­ma Finanzen geht. Die studierte Kauf­frau hat sich vor zwei Jahren mit ein­er Finanzber­atung selb­st­ständig gemacht. Das Beson­dere: Ihr Unternehmen Fin­Marie richtet sich konkret an Frauen, die Hil­fe bei der Pla­nung ihrer Finanzen benöti­gen.

„Zwis­chen Frauen und Män­nern gibt es Unter­schiede“, begrün­det sie diesen Schritt. „Frauen leben sieben Jahre länger, 37 Prozent der Frauen in Deutsch­land arbeit­en Teilzeit“, ergänzt die Finanz­ex­per­tin.

Frauen wür­den weniger ver­di­enen. Was sich­er auch daran liegt, weil sie nicht so gerne Gehaltsver­hand­lun­gen führen. Bis zum Alter sum­mieren sich die Unter­schiede, sodass ihnen eine gerin­gere Rente bleibt.

Es sprechen also viele Gründe dafür, dass Frauen sich stärk­er mit ihrem Geld und der Finanz­pla­nung befassen. Wer sich das allein nicht zutraut, kann sich an einen Finanzber­ater oder eine Finanzber­a­terin wen­den. Viele Berater ver­di­enen ihr Geld damit, dass sie nach der Ver­mit­tlung eines Pro­duk­ts eine Pro­vi­sion vom jew­eili­gen Anbi­eter bekom­men. Dabei han­delt es sich um soge­nan­nte Pro­vi­sions­ber­ater.

Andere arbeit­en als Hon­o­rar­ber­ater. Sie lassen sich ihre Beratung konkret bezahlen und erhal­ten keine Pro­vi­sion. Die Sätze vari­ieren in diesen Fällen, grund­sät­zlich muss man sich aber auf einen Min­dest­satz von 150 Euro pro Stunde ein­stellen. Dafür bekommt der Kunde Unab­hängigkeit.

Karoli­na Deck­er arbeit­et als soge­nan­nte Hon­o­rar­ber­a­terin. Sie stellt ihre Beratung pauschal in Rech­nung und ver­di­ent nicht an der Ver­mit­tlung einzel­ner Pro­duk­te. Die zer­ti­fizierte Finanz­planer­in Elgin Goris­sen-van Hoek betreut ihre Kun­den als staatlich zuge­lassene Hon­o­rar­ber­a­terin. Sie berät ganzheitlich und bietet dazu ein unab­hängiges Beratungskonzept.

Alle Pläne auf den Tisch

Doch wie funk­tion­iert eine solche Beratung? „Der kom­plette Ver­mö­gens­stand wird durch­leuchtet“, erzählt Elgin Goris­sen-van Hoek. „Die Kon­ten, Depots, beru­fliche Pläne, die Fam­i­lie, die Woh­nungssi­t­u­a­tion – alles spielt eine Rolle“, erk­lärt sie.

Zu Beginn muss gek­lärt wer­den, was eine Kundin besitzt, wie viel sie ver­di­ent und wie viel sie aus­gibt. Alle Bere­iche des Lebens ste­hen auf dem Prüf­s­tand. Das Ganze ist ver­gle­ich­bar mit dem Check-up beim Arzt. Dazu wer­den Patien­ten auch kom­plett unter­sucht.

Elgin Goris­sen-van Hoek geht mit ihren Kun­den eine Check­liste durch. Dabei spielt auch die Absicherung eine wesentliche Rolle. Was nützt sparen und pla­nen, wenn die wesentlichen Risiken nicht abgedeckt sind? Eine Haftpflichtver­sicherung darf also nicht fehlen.

Mitunter kommt man im Gespräch zu möglichen Risiken, die eine Kundin selb­st noch nicht wahrgenom­men hat. „Wer ein Pferd besitzt, sollte über eine sehr gute Unfal­lver­sicherung und eine Pferde-Haftpflichtver­sicherung ver­fü­gen“, meint die Finanz­planer­in. Sie spricht in dieser Phase bei ihren Kun­den auch The­men wie eine Patien­ten­ver­fü­gung und ein Tes­ta­ment an.

Die Kundin­nen von Karoli­na Deck­er müssen zu Beginn sämtliche Aus­gaben und Ein­nah­men in ein­er Excel-Tabelle auflis­ten. „Für manche, die gut ver­di­enen, hat das Ganze einen Aha-Effekt“, berichtet sie. Die Frauen wür­den erst­mals sehen, warum so wenig von ihrem eigentlich üppi­gen Ver­di­enst übrig­bleibe.

Risikobereitschaft klären

Im Anschluss spricht Deck­er mit ihren Kundin­nen über ihre kurz‑, mit­tel- und langfristige Sit­u­a­tion. „Zu uns kom­men Frauen, die sich einen Überblick ver­schaf­fen wollen“, erzählt sie. Mitunter sind bes­timmte Ereignisse wie eine Erb­schaft oder eine Schei­dung der Aus­lös­er dafür, die eigene Finanz­pla­nung in Angriff zu nehmen.

„Wir reden über die Risikobere­itschaft, über die Fam­i­lie und über ihre Pläne – zum Beispiel einen geplanten Immo­bilienkauf“, erk­lärt die Finanz­ex­per­tin. Wenn die eige­nen Ziele fest­ste­hen und die Risikobere­itschaft gek­lärt ist, zeigt die Finanzber­a­terin, welche Optio­nen die Kundin bei den Pro­duk­ten hat.

Diese Möglichkeit­en haben auch viel mit der eige­nen Per­sön­lichkeit zu tun. Wer eigentlich nicht das Ner­venkostüm für das Auf und Ab an den Aktien­märk­ten besitzt, sollte das in seinem Depot berück­sichti­gen. „Es gibt Men­schen, die Fallschirm sprin­gen, in finanziellen Angele­gen­heit­en aber risikoscheu sind“, erzählt die Bera­terin Goris­sen-van Hoek.

Die indi­vidu­elle Risiko­tol­er­anz zu erken­nen, ver­hin­dert im Ide­al­fall schlaflose Nächte beim Kun­den und ist auss­chlaggebend für die Tragfähigkeit der langfristi­gen Strate­gie. Das geschieht mit einem speziellen Risiko-Pro­fil­ierungssys­tem. Bei der Gel­dan­lage spielt auch der eigene Anlage­hor­i­zont eine Rolle. Wer jung ist, kann mehr Risiken einge­hen als jemand, der kurz vor dem Ruh­e­s­tand ste­ht.

Hilfe bei der Produktwahl

Bere­its die Suche nach einem passenden Girokon­to gestal­tet sich nicht leicht. Banken offerieren meist ver­schiedene Mod­elle und Tar­ife an. Mitunter fall­en ver­steck­te Zusatzkosten an, die man erst später bemerkt.

In der glob­al­isierten und immer stärk­er dig­i­tal­isierten Finanzwelt existieren vielfältige Ver­sicherungs- und Invest­ment­möglichkeit­en: vom Immo­bilien­fonds über die Lebensver­sicherung bis zum Index­fonds.

Wer Pro­duk­te ein­fach abschließt und nach kurz­er Zeit wieder kündigt, zahlt drauf. Eine Finanzber­atung kann Licht ins Dunkel brin­gen und aufzeigen, welche Gebühren Kun­den einkalkulieren müssen und wo welche Risiken lauern.

„Ich empfehle meinen Kun­den konkrete Pro­duk­te. Sie entschei­den aber selb­st, ob und wie sie ein Pro­dukt ordern. Ich lege ihnen auf jeden Fall die Kosten- und Ren­ditere­la­tion offen“, sagt Goris­sen-van Hoek. Die Man­dan­ten sollen wis­sen, wie viel Nebenkosten einzelne Anlage­pro­duk­te unter Umstän­den ver­schlin­gen.

Wer sich nach der Beratung dafür entschei­det, seine finanziellen Angele­gen­heit­en selb­st zu regeln, kann das tun. „Ich achte darauf, dass meine Kun­den am Ende nicht noch eine Pro­vi­sion für ein Pro­dukt zahlen“, erk­lärt Goris­sen-van Hoek.

Berater ver­fü­gen in der Regel über ein Net­zw­erk von Bro­kern, Kan­zleien und Gesellschaften, die mit Pro­duk­ten und Leis­tun­gen weit­er­helfen kön­nen. Fin­Marie kooperiert etwa mit elek­tro­n­is­chen Han­del­splat­tfor­men.

Wenn es um ökol­o­gisch nach­haltige und sozial ori­en­tierte Kap­i­ta­lan­la­gen geht, ori­en­tieren sich die Bera­terin­nen an Nach­haltigkeit­szie­len der Vere­in­ten Natio­nen. Die Bera­terin Karoli­na Deck­er weiß aus Erfahrung: Frauen investieren anders als Män­ner.

„Frauen denken langfristiger. Sie investieren strate­gisch und wollen ihr Geld nach­haltig anle­gen“, sagt sie. Einen weit­eren Unter­schied hat die Exper­tin aus­gemacht: „Frauen fra­gen direkt, wie kann ich einen Spar­plan für die Kinder anle­gen.“ Män­ner seien anders – da wür­den die Finanzber­a­terin­nen dieses The­ma in der Regel ansprechen.

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