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Bezahlen im Internet: Klicken und kaufen

2021-04-06T16:54:26+02:0026. März 2021|

Online­shop­ping boomt. Wel­che Bezahl­mög­lich­kei­ten es gibt und wor­auf Kun­den
beim vir­tu­el­len Gang an die Kas­se ach­ten müs­sen.

Von Simo­ne Grö­ne­weg

Ob Lebens­mit­tel, Klei­dung oder Bücher – die Men­schen hier­zu­lan­de ordern immer mehr online. Wenn es ums Bezah­len geht, bevor­zu­gen vie­le den Kauf auf Rech­nung. Wenig ver­wun­der­lich, denn so kön­nen sie die Ware in aller Ruhe begut­ach­ten und zah­len im Anschluss.

Wer die­se Opti­on haben möch­te, soll­te Rech­nun­gen jedoch immer zügig beglei­chen, rät Sibyl­le Mil­ler-Trach von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bay­ern. „Kun­den, die nicht pünkt­lich zah­len, müs­sen damit rech­nen, dass die Shops ihnen die Mög­lich­keit nicht mehr anbie­ten“, warnt sie. 

Kom­for­ta­bel fin­den vie­le Ver­brau­cher auch das Last­schrift­ver­fah­ren. Die Händ­ler kön­nen den zu zah­len­den Betrag vom Kon­to der Käu­fer abbu­chen, wenn die vor­her zuge­stimmt haben. „Kun­den kön­nen grund­sätz­lich bis zu acht Wochen zurück­bu­chen“, betont Mil­ler-Trach. Das sei ein Vor­teil.

Aller­dings geben Nut­zer ihre Kon­to­da­ten preis, was ein Risi­ko dar­stellt. Dar­um ist bei der Shop­wahl Vor­sicht gebo­ten. „Man soll­te sich das Impres­sum genau anschau­en, um einen Ein­druck von der Fir­ma zu erhal­ten “, erklärt Mil­ler-Trach. Wich­tig ist ein aktu­el­les Anti­vi­ren­pro­gramm auf dem Rech­ner. Zudem soll­te man Kon­to­be­le­ge regel­mä­ßig prü­fen.

Schnelle Zahlung mit Paypal 

Beliebt sind auch Bezahl­dienst­leis­ter wie Paypal, über die hier­zu­lan­de mitt­ler­wei­le etwa ein Fünf­tel der Online­käu­fe abge­wi­ckelt wird. Bei einer Bestel­lung loggt man sich übers Paypal-Kon­to ein, um den Kauf zu bestä­ti­gen. Paypal über­weist das Geld und holt es sich anschlie­ßend wie­der zurück – ent­we­der übers Giro­kon­to oder über die Kre­dit­kar­te, abhän­gig davon, was der Kun­de bei der Eröff­nung hin­ter­legt hat. 

Der Vor­teil: Das Gan­ze geschieht flott, und die Bank­da­ten gehen nicht direkt an den Händ­ler. Aller­dings lau­ert im Dickicht des Klein­ge­druck­ten durch­aus die eine oder ande­re Fal­le.

Man­che Kun­den mer­ken nicht, dass der Dienst, etwa für die Umrech­nung eines Prei­ses von Euro in US-Dol­lar, eine Gebühr ver­an­schlagt. Die liegt oft bei vier Pro­zent. Wer die Paypal-Zah­lun­gen mit der Kre­dit­kar­te deckt, hat einen Vor­teil: Die­se Kun­den kön­nen beim Kauf­ab­schluss ent­schei­den, ob Paypal oder der Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter umrech­net. In der Regel fällt die Gebühr des Kre­dit­kar­ten­an­bie­ters güns­ti­ger aus. Ordert man oft in frem­der Wäh­rung, lässt sich dadurch Geld spa­ren. 

Käuferschutz unter Auflagen 

Die bestell­te Ware ist defekt. Was nun? Paypal wirbt mit dem Käu­fer­schutz. In des­sen Genuss kom­men Kun­den, die Pro­duk­te via „Waren und Dienst­leis­tun­gen“ bezahlt haben. „Damit Kun­den Anspruch dar­auf haben, müs­sen sie sich an unse­re Käu­fer­schutz­richt­li­ni­en hal­ten“, betont eine Paypal-Spre­che­rin. Das bedeu­tet: Nur wenn man den Arti­kel auf eige­ne Kos­ten an den Ver­käu­fer zurück­sen­det, greift der Schutz.

Ganz wich­tig: Die „Freun­de und Familie“-Funktion des Diensts ist nur für pri­va­te Zwe­cke gedacht und bie­tet kei­ner­lei Käu­fer­schutz. 

Beim schwe­di­schen Zah­lungs­an­bie­ter Klar­na gibt es ver­schie­de­ne Bezahl­op­tio­nen. Kun­den, die „Klar­na Sofort“ wäh­len, wer­den zum ver­schlüs­sel­ten Zah­lungs­for­mu­lar wei­ter­ge­lei­tet. Dort wäh­len sie ihre Bank aus und log­gen sich mit den gewohn­ten Daten zum Online­ban­king ein. Es exis­tie­ren aber wei­te­re Vari­an­ten, zum Bei­spiel der Kauf auf Rech­nung. Eine Opti­on, die auch Paypal anbie­tet. 

Dabei gibt es einen wich­ti­gen Unter­schied zum her­kömm­li­chen Kauf auf Rech­nung: Die Ware muss nicht 14 Tage nach dem Erhalt, son­dern nach Rech­nungs­da­tum begli­chen wer­den – also schnel­ler. „Wenn der Bezahl­vor­gang über die Diens­te läuft, haben die Händ­ler ihre For­de­run­gen an Klar­na oder Paypal abge­tre­ten“, erklärt Karo­li­na Wró­blew­s­ka von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bran­den­burg. 

Man darf daher – ganz wich­tig! – den Rech­nungs­be­trag kei­nes­falls an den Shop über­wei­sen. Wer das trotz­dem tut, gerät beim Bezahl­dienst in Rück­stand. „Gleicht man den nicht zügig aus, muss man mit Inkas­so­schrei­ben, Gebüh­ren oder sogar Mahn­be­schei­den rech­nen“, warnt Wró­blew­s­ka.

Der Ver­brau­cher muss die Sache klä­ren und das Geld vom Händ­ler zurück­for­dern. Abhän­gig davon, wie der Shop reagiert, kann das eine auf­wen­di­ge Ange­le­gen­heit sein. 

Auch wenn die online geor­der­te Ware nicht gefällt, müs­sen Ver­brau­cher rich­tig reagie­ren. „Sie müs­sen die Bestel­lung beim Ver­käu­fer wider­ru­fen. Der ver­an­lasst die Rück­erstat­tung des Kauf­prei­ses“, erklärt die Ver­brau­cher­schüt­ze­rin das Pro­ze­de­re. 

Ist jemand knapp bei Kas­se, ermög­li­chen die Bezahl­diens­te sogar Raten­käu­fe. Das mutet prak­tisch an, kann aber teu­er wer­den, denn die Kun­den müs­sen für das vor­ge­streck­te Geld Zin­sen zah­len. Vor dem Abschluss soll­te man die Kon­di­tio­nen dar­um mit denen für nor­ma­le Raten­kre­di­te ver­glei­chen. 

Die bis­lang weni­ger ver­brei­te­ten Bezahl­diens­te Paydi­rekt und Giro­pay wer­den von den deut­schen Ban­ken und Spar­kas­sen zusam­men­ge­legt. Wäh­rend Kun­den sich bei Paydi­rekt regis­trie­ren müs­sen und Käu­fe per Pass­wort bestä­ti­gen, stellt Giro­pay eine Ver­bin­dung zum Giro­kon­to her. 

Seit eini­ger Zeit mischt der Ver­sandrie­se Ama­zon eben­falls beim Bezah­len im Inter­net mit: Über Ama­zon Pay kön­nen Kun­den ihr Ama­zon-Kon­to zum Bezah­len in ande­ren Online­shops nut­zen. Ein Vor­teil ist, dass nicht jedes Mal aufs Neue die sen­si­blen Kon­to­da­ten ein­ge­ge­ben und übers Inter­net über­mit­telt wer­den müs­sen. 

Zahlen mit der Kreditkarte

Online­shop­ping mit der Kre­dit­kar­te ist eben­falls recht beliebt. Bis­lang lief das meist so: Kar­ten­num­mer, Gül­tig­keits­da­tum und Sicher­heits­code von der Rück­sei­te ein­tip­pen – fer­tig. Spä­tes­tens ab dem nächs­ten Jahr ist eine zusätz­li­che Sicher­heits­ab­fra­ge nötig.

Das Pro­blem: Wenn Online­händ­ler es nicht schaf­fen, ihren Shop recht­zei­tig anzu­pas­sen, kann es pas­sie­ren, dass Kun­den­zah­lun­gen via Kre­dit­kar­te abge­lehnt wer­den. Davor warnt zumin­dest das EHI Retail Insti­tu­te, ein For­schungs- und Bera­tungs­in­sti­tut für den Han­del. Bis­lang zücken Kun­den noch gern die Kre­dit­kar­te beim Online­shop­ping. Das könn­te sich aber ändern.

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