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Besser einen Ehevertrag machen

2020-02-01T16:49:05+01:0028. Dezember 2019|

Michael Mary ken­nt sich als erfol­gre­ich­er Paarther­a­peut mit dem The­ma Geld und Liebe bestens aus. In Courage ver­rät er, warum Geld nicht unbe­d­ingt sexy macht und wieso es manch­mal schwieriger ist eine gute Beziehung zu führen, wenn man sehr reich ist.

 

Von Mar­tin Reim

Courage: Angenom­men, ein Part­ner hat dem anderen während der Beziehung Geld geliehen. Ist es angemessen, das zurück­zu­fordern, wenn der andere Schluss macht?

Michael Mary: Man sollte von vorn­here­in eine Absprache tre­f­fen und die Beziehung vom Ende her denken. Vor allem wenn geheiratet wird, man miteinan­der Kinder haben will und ein­er von bei­den auf eine Kar­riere verzichtet. Deshalb plädiere ich ganz klar für einen Ehev­er­trag. Ver­ständlicher­weise will man sich in der Ver­liebtheit nicht damit beschäfti­gen. Aber wer schon zweimal geschieden ist, denkt anders darüber.

Geld in der Beziehung - Paarberater Michael Mary

Geld in der Beziehung — Paar­ber­ater Michael Mary © Michael Mary

Find­en Sie es etwa roman­tisch, über Geld zu reden?

Wed­er noch. Aber wenn man es nicht frühzeit­ig tut, muss man hin­ter­her dafür bezahlen. Außer­dem haben die wenig­sten Leute auss­chließlich eine roman­tis­che Ader. Man muss sich doch ganz prag­ma­tisch mit Geld beschäfti­gen. Zum Beispiel beim Zusam­men­ziehen mit der Frage: Wer zahlt die Miete?

Sind reiche Män­ner eigentlich anziehen­der?

Reich­tum macht Män­ner möglicher­weise attrak­tiv­er — aber nicht ero­tisch anziehen­der. Eine Frau wird einen Mann nicht wegen seines Geldes lei­den­schaftlich lieben. Im Extrem­fall geht es so wie in diesem Witz: Ein Mul­ti­mil­lionär trifft einen eben­so reichen Fre­und. Der fragt ihn staunend: Du hast eine 22-jährige, schöne Frau gefun­den? Mit 70? Wie hast du das denn gemacht? Der Mil­lionär sagt lachend: Ich habe ihr erzählt, ich sei 90. Umgekehrt hat ein Mann mit sehr wenig Geld natür­lich kaum Chan­cen bei Frauen, die sich primär für das Geld inter­essieren. Aber was sind das für Frauen? Sie sind dann nicht an seinen Freuden und Sor­gen inter­essiert. Und dann verzichtet er möglicher­weise gern auf sie, es sei denn, er will nur Sex und mit ein­er schö­nen Frau angeben.

Und ist es ein Prob­lem, wenn die Frau mehr Geld hat als der Mann?

Nein, solange der Mann deswe­gen keine Kom­plexe bekommt.

Macht es Reich­tum schw­er­er, eine befriedi­gende Beziehung zu führen?

In der Tat ist es für viele Wohlhabende schwierig zu unter­schei­den: Liebt der andere meinen Sta­tus oder mich? Außer­dem wird in ein­er Beziehung, die geld­fix­iert ist, wenig Platz für Innigkeit sein. Aber möglicher­weise ist es bei­den Part­nern von vorn­here­in recht, keine enge Beziehung zu führen. Dann haben bei­de, was sie wollen. Aber manch­mal kann man auch über­raschende Lösun­gen find­en.

Was meinen Sie damit?

Ich hat­te mal ein Ehep­aar in der Beratung – er war sehr wohlhabend, und sie dachte, er haut sie übers Ohr. Er fragte: „Wie kann ich dich von mein­er Ehrlichkeit überzeu­gen?“ Sie: „Wenn ich mich abgesichert füh­le.“ Er: „Dann gebe ich dir eine mein­er drei Woh­nun­gen.“ Sie: „Ein­ver­standen.“ Gewisse Hem­mungen muss man über­winden.

Soll­ten bei­de also am besten unge­fähr gle­ich viel besitzen?

Meine Erfahrung ist: Gle­ich viel zu haben ist nicht unbe­d­ingt bess­er. Es kommt darauf an, den richti­gen Umgang mit Ungle­ich­heit zu find­en.

Dies ist der dritte Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”. Im näch­sten Teil beant­wortet der Psy­chologe und Ehe­ber­ater Michael Mary in Courage, ob man seinem Part­ner sagen soll, wie viel man ver­di­ent und gibt vier ganz konkrete Tipps, wie man das The­ma Geld in der Part­ner­schaft anspricht und klärt.

Hier find­et ihr den ersten Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”: Geld ist das let­zte Beziehungstabu.

Hier find­et ihr den zweit­en Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”: Wer Liebe will, muss Liebe geben.

Hier find­et ihr den vierten Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”: Fin­ger weg von meinem Geld.


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„Die Liebe und das liebe Geld: Vom let­zten Tabu in Paar­beziehun­gen“ Michael Mary, Piper, ISBN 978–3‑492–31202‑8, Preis: 11,00 Euro

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