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“Wer Liebe will, muss Liebe geben”

2020-02-01T16:47:49+01:0026. November 2019|

Michael Mary ist Psy­chologe und der wohl bekan­nteste Experte beim The­ma Geld und Liebe. In Courage erk­lärt er, wie Paare mit unter­schiedlichem Einkom­men umge­hen, ob Geld einem Part­ner Macht ver­lei­ht und warum immer mehr Frauen auf das Geld ihres Mannes pfeif­f­en.

 

Von Mar­tin Reim

Courage: Geld in der Beziehung ist ein schwieriges The­ma. Wie sollen Paare damit umge­hen, wenn ein­er mehr ver­di­ent als der andere?

Michael Mary: Wenn die bloßen Sum­men ver­glichen wer­den, geht es um kaltes Geschäfts­geld. Dann hat man nicht die Per­sön­lichkeit des anderen im Blick, und das ist ver­let­zend und belei­di­gend. Man sollte vielmehr ver­gle­ichen, welche Bedeu­tun­gen die Tätigkeit­en bei­der Part­ner haben: Wenn sich die Frau um den Mann und um die Kinder küm­mert, ist das das­selbe, wie ein­er Erwerb­sar­beit nachzuge­hen. Und dann sollte man ganz indi­vidu­elle Regelun­gen find­en.

Und was gilt für Paare, die keine Kinder haben?

Die Beziehungs­form sollte über den Umgang mit Geld bes­tim­men. Der Wohlhabende muss sich die Frage stellen: Will ich den anderen teil­haben lassen? Das Per­sön­liche muss schon drin sein. Denn wenn die Beziehung nur über das Geld definiert wird, greift die reine Ver­hand­lungslogik – wer mehr gibt, hat höhere Ansprüche. Wenn es sich aber um eine enge Beziehung han­delt, geht es um per­sön­liche Bedeu­tung. Man kann über Lei­den­schaft nicht ver­han­deln.

Ist der­jenige, der mehr Geld hat, in der Beziehung der Mächtigere?

Nein. Macht hat, wer die Vorteile der Beziehung nicht so sehr braucht. Wenn ein­er gern lux­u­riös lebt, aber wenig Geld hat, ist er erpress­bar. Wenn ein­er viel Geld hat, aber Liebe braucht, ist er der Ohn­mächtige.

Hat sich die Rolle, die Geld in Beziehun­gen spielt, im Lauf der ver­gan­genen Jahrzehnte geän­dert?

Auf jeden Fall. Die Gle­ich­w­er­tigkeit in Beziehun­gen nimmt zu, ökonomis­che Ele­mente spie­len nicht mehr die Haup­trol­le, die Gefühlswelt hat eine immer größere Bedeu­tung. Die Beziehun­gen sind anspruchsvoll gewor­den, man muss mehrere Ebe­nen beacht­en – Ökonomie und Gefüh­le. Die Unab­hängigkeit der Frauen nimmt zu. Und die Bere­itschaft der Män­ner, das zu akzep­tieren, auch. Man kann nicht mehr so auftrumpfen mit Geld.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Ein Mann war ziem­lich wohlhabend und hat­te die Frau als Erbin einge­set­zt. Sie will sich tren­nen, und er dro­ht damit, sie zu enter­ben. Sie sagte daraufhin: „Das ist mir egal. Was ist schon Geld!“ Das hätte es früher wohl sel­ten so oft gegeben. Übri­gens passieren die meis­ten Schei­dun­gen, wenn Paare Häuser kaufen. Selb­st der Immo­biliener­werb sta­bil­isiert eine Beziehung nicht mehr. Ger­ade viele Frauen sagen: „Lieber Hartz IV als dich.“ Sex kann man kaufen, Pflege kann man kaufen – aber Liebe nicht. Wer Liebe will, muss Liebe geben.

Beim näch­sten Mal plädiert der Psy­chologe und Ehe­ber­ater Michael Mary in Courage für einen Ehev­er­trag und erk­lärt, warum man beim The­ma Geld roman­tis­che Gefüh­le über Bord wer­fen muss.

Hier find­et ihr den ersten Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”: Geld ist das let­zte Beziehungstabu.

Hier find­et ihr den drit­ten Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”: Bess­er einen Ehev­er­trag machen.

Hier find­et ihr den vierten Teil unser­er Inter­view-Serie “Geld & Liebe”: Fin­ger weg von meinem Geld.


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„Die Liebe und das liebe Geld: Vom let­zten Tabu in Paar­beziehun­gen“ Michael Mary, Piper, ISBN 978–3‑492–31202‑8, Preis: 11,00 Euro

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