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Gender Pay Gap: Tue etwas dagegen!

2020-03-18T10:26:49+02:0017. März 2020|

Der Gen­der Pay Gap Report 2020 des World Eco­nom­ic Forum gibt ernüchternde Aus­sicht­en für den Kampf um die finanzielle Par­ität der Geschlechter: In Deutsch­land liegt der soge­nan­nte Gen­der Pay Gap, also die geschlechter­spez­i­fis­che Lohn­lücke, bei 21 Prozent. Das bedeutet, der 17. März markiert den ersten Tag im Jahr 2020, an dem Frauen für ihre Arbeit tat­säch­lich ent­lohnt wer­den. Bere­inigt – also nach der Berück­sich­ti­gung von Teilzeit und Beruf­swahl – liegt der Gen­der Pay Gap immer noch bei sechs Prozent.

Von Astrid Zehbe

Vor allem im Verkauf, Ver­trieb und in Banken ver­di­enen Frauen bei gle­ich­er Leis­tung und Beruf­ser­fahrung deut­lich weniger als ihre männlichen Kol­le­gen. Das geht aus ein­er aktuellen Studie der gew­erkschaft­sna­hen Hans-Böck­ler-Stiftung her­vor. Forsch­er haben dafür die Gehalt­sun­ter­schiede von Frauen und Män­nern mit zehn Jahren Beruf­ser­fahrung für ver­schiedene Branchen und Funk­tio­nen aus­gew­ertet.

Beson­ders sticht dabei die Gruppe der Fil­ial- und Verkauf­sleit­er und ‑lei­t­erin­nen her­aus, in der Frauen rund 18 Prozent weniger ver­di­enen. Um die 15 Prozent Unter­schied sind es im Ver­trieb, in Banken und bei Betrieb­swirten. Klein­er sind die Dif­feren­zen im Pflege- und sozialpäd­a­gogis­chen Bere­ich – selb­st dort liegen sie aber immer noch bei sechs bis sieben Prozent.

Mit ihrem Blick auf einzelne Branchen liefert die Auswer­tung eine dif­feren­ziert­ere Betra­ch­tung der Loh­nun­gle­ich­heit als die bloße Berech­nung des Equal Pay Days, der in diesem Jahr auf den 17. März fällt. Kri­tik­er dieser Berech­nung bemän­geln, dass darin sehr gut bezahlte Berufe, die häu­fig von Män­nern aus­geübt wer­den, mit weniger gut bezahlten, oft von Frauen aus­geübten Jobs in einen Topf gewor­fen wer­den.

Der Gender Pay Gap entsteht aus Benachteiligung

Lau­ra Rauschnick, Lei­t­erin des DGB-Pro­jek­ts „Was die Frau ver­di­ent? Wirtschaftliche Unab­hängigkeit!“ macht im Inter­view mit Courage für den in Deutsch­land sehr hohen Gen­der Pay Gap die Tat­sache ver­ant­wortlich, dass Frauen in Deutsch­land nach wie vor deut­lich mehr unbezahlte Care-Arbeit ausüben als Män­ner – etwa Kinder­be­treu­ung, Pflege oder Auf­gaben im Haushalt. Die Dif­ferenz entste­ht ihrer Mei­n­ung nach aus Diskri­m­inierung und Benachteili­gung. „Frauen arbeit­en häu­fig nur in Teilzeit, weil sie sehr viel unbezahlte Arbeit­en erledi­gen.“ Teilzeit­tätigkeit­en wür­den aber häu­fig schlechter bezahlt als Vol­lzeit­stellen, so Rauschnick. „Frauen wer­den also dop­pelt benachteiligt.“

Auch den Grün­derin­nen des Busi­ness-Mod­e­la­bels SI BEAU, Amber Duettmann und Valenti­na Har­ren­dorf, ist dies ein Dorn im Auge. Dass sich die Lohn­lücke von rund 21 Prozent in den ver­gan­genen Jahren kaum verän­dert, wollen sie nicht hin­nehmen. Zum Equal Pay Day am 17. März rufen sie darum – gemein­sam mit der Kreati­vagen­tur goal­girls – Frauen unter dem Hash­tag #let­sraise­to­geth­er auf, sich für mehr Lohn­gerechtigkeit in ihrem Job einzuset­zen. In Meet­ings mit ihren Vorge­set­zten sollen sie beispiel­sweise die Lohngestal­tung­sprozesse ihres Arbeit­ge­bers hin­ter­fra­gen. Auch eigene Gehalts­ge­spräche sollen angeregt wer­den. „Wir möcht­en Frauen motivieren, für sich einzuste­hen und dafür zu kämpfen, was sie ver­di­enen“, sagt Amber Duettmann. „Der Gen­der Pay Gap ist ein struk­turelles Prob­lem, welch­es konkrete Lösungsan­sätze braucht.“ Schließlich werde die Lohn­lücke laut Stu­di­en erst in fast 100 Jahren geschlossen wer­den, wenn das aktuelle Tem­po beibehal­ten werde.

Mit einem Toolkit gegen den Gender Pay Gap

Doch wie gelin­gen die ersten Schritte? Auf der Kam­pag­nen-Web­site wird ein Toolk­it zu Ver­fü­gung gestellt, das von ver­schiede­nen Experten entwick­elt wurde. Dazu gehört beispiel­sweise eine E‑Mail-Vor­lage, die Frauen nutzen kön­nen, um das Meet­ing einzu­fordern. Dazu gibt es Strate­gien zur Ver­hand­lung des Gehalts an die Hand sowie eine Agen­da für einen Work­shop zum The­ma Chan­cen­gle­ich­heit und geschlechtlichen Vorurteilen. Über die Web­site kön­nen sich Frauen als Botschaf­terin­nen dieser Kam­pagne anmelden.

Damit sie selb­st­be­wusst in ihr Meet­ing gehen und sich so auf Wichtigeres als ihre Klei­dung fokussieren kön­nen, stellt Si Beau allen Botschaf­terin­nen ein Busi­nes­sout­fit aus der aktuellen Kollek­tion zur Ver­fü­gung. „The Pow­er­suit to #raise­to­geth­er“, wie es die Si-Beau-Grün­derin­nen Amber Duettmann und Valenti­na Har­ren­dorf nen­nen. Passender geht es nicht: Mit ihrer Mode möcht­en sie die Fem­i­nität im Busi­nes­sall­t­ag feiern: Weib­liche mod­erne Designs statt lang­weilige graue Anzüge. Die Bun­desregierung hat die bei­den Grün­derin­nen im ver­gan­genen Jahr dafür – just nach­dem sie ihr Label gegrün­det hat­ten – als Kul­tur- und Kreativpi­loten aus­geze­ich­net.

Courage begleit­et die Kam­pagne und wird weit­er­hin darüber bericht­en.

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Ein Kommentar

  1. Anna Kupper 20. März 2020 um 14:13 Uhr - Antworten

    Was für eine spitzen Ini­tia­tive!

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