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„In der Politik hat vieles mit ungesunden Machtspielen zu tun“

2020-11-08T11:18:11+01:006. November 2020|

Im Mor­gen­grauen geht sie im Berlin­er Umland angeln. Tagsüber mis­cht Diana Kin­nert (29, CDU) als junge, les­bis­che Frau mit Migra­tionsh­in­ter­grund und Jesus-Tatoo auf dem Unter­arm ihre Partei und das poli­tis­che Berlin auf. Sie ste­ht für einen mod­er­nen Kon­ser­vatismus, fordert mehr Diver­sität in der Poli­tik, sieht Ver­let­zlichkeit als Stärke und ist froh, wenn sie auch mal Tage ohne das poli­tis­che Schaus­piel erlebt.

Von Daniela Mey­er

Du kommst wirklich gerade vom Angeln – also so richtig mit Würmern und Fischen am Harken?

Diana Kin­nert: Ja. Ich fis­che gerne und regelmäßig. Gel­ernt habe ich das von meinem Vater, der bis heute ein großer Naturfre­und ist. Er hat­te schon immer eine beson­dere Beziehung zum Wass­er; durch die Marine, Urlaube auf dem Haus­boot, aber auch das Fis­chen. Als Kind hat er mich oft mitgenom­men.

Und Du stehst ernsthaft morgens um vier Uhr auf, um an irgendeinem See rumzusitzen?

Ja. Es entschle­u­nigt mich, schenkt mir Ruhe, ist mir eine Quelle von Energie und Aus­geglichen­heit. Sport und Medi­a­tio­nen in Berlin-Mitte sind nicht mein Ding, dazu habe ich nie einen Zugang gefun­den. Aber mit der Wathose in der Hav­el zu ste­hen, gibt mir etwas zurück. Ich füh­le mich dann als Teil eines Ökosys­tems. Das gibt mir Demut.

Das ist ein ziemlicher Kontrast – morgens früh in der ruhigen Natur, dann den ganzen Tag von einem politischen Termin zum nächsten hetzen. Wie siehst Du denn aktuell Deine Rolle in der Politik?

Mein All­t­ag und meine Auf­gaben sind vielfältig. Ich bin wed­er Amtsin­hab­erin noch Man­dat­strägerin. Auf der einen Seite gibt mir das Frei­heit und Unab­hängigkeit, auf der anderen Seite ist dieses Leben in Flex­i­bil­ität und ohne Rou­ti­nen auch kräftezehrend. Zumeist arbeite ich vom Spielfel­drand aus, berate poli­tis­che Insti­tu­tio­nen, lob­byiere für poli­tis­che Anliegen.

Wie definierst Du Politik?

Poli­tik find­et nicht nur in Par­la­menten und Parteien statt. Poli­tis­che Mehrheit­en zu organ­isieren ist ein Reife­prozess, der nicht früh genug anfan­gen kann. Das begin­nt schon bei der Sen­si­bil­ität für poli­tis­che The­men in Medi­en und Kul­tur.

Ich arbeite oft­mals partei­in­tern, zum Beispiel in Kom­mis­sio­nen, die poli­tis­che Posi­tio­nen erar­beit­en. Daneben leite ich poli­tis­che Pro­jek­te bei ver­schiede­nen Lan­desregierun­gen oder begleite Akteure in Wahlkämpfen. Zulet­zt bin ich in ein Bun­desnet­zw­erk für Inte­gra­tionspoli­tik berufen wor­den.

Worum genau geht es da?

Um die Frage, was Deutsch­sein ausze­ich­net. Braucht es eine deutsche Leitkul­tur? Wer soll die deutsche Staats­bürg­er­schaft erhal­ten? Wann ist Inte­gra­tion von Migranten und Geflüchteten gelun­gen? Wie kön­nen wir Inte­gra­tion erle­ichtern?

Im Grunde geht es darum, über die Bedin­gun­gen von gesellschaftlichem Zusam­men­halt nachzu­denken.

Ist es leichter das politische Tagesgeschehen zu kommentieren, wenn man kein Mandat hat?

Bes­timmt. Ich kann offen sprechen, muss mich keinem Vorge­set­zten oder kein­er Frak­tion gegenüber recht­fer­ti­gen. Das ist mir auch sehr wichtig. Meine Kom­men­tierung geschieht aus der Rolle ein­er eben jun­gen, weib­lichen Per­spek­tive.

Ich will, dass mein Blick­winkel auf Poli­tik auch unver­stellt geteilt wird. Wenn ich nur kopierte, was andere schon ein­brin­gen, bräuchte es mich wohl nicht.

Was möchtest Du mit Deiner kommentierenden Rolle erreichen?

Einen diversen und pro­gres­siv­en Blick­winkel auf alte Poli­tik ein­brin­gen. Anson­sten dient mein Engage­ment natür­lich dem Voran­brin­gen der The­men, die mir wichtig sind, weil sie gesellschaftlich rel­e­vant und dringlich sind, zum Beispiel das The­ma Ein­samkeit unter Senior­in­nen und Senioren.

Darüber schreibe ich beglei­t­end zu poli­tis­chen Pro­jek­ten auch ein Buch. Das mag keine direk­te poli­tis­che Ein­flussnahme sein, ich schreibe auch aktuell an kein­er­lei Geset­zes­tex­ten mit, aber ich bemühe mich um Verän­derun­gen in gesellschaftlich­er Kul­tur als Vorhof demokratis­ch­er Poli­tik.

Du bist schon als Teenagerin in die CDU eingetreten und stehst als junge, lesbische Frau mit Migrationshintergrund für einen moderner Konservatismus. Was genau soll das sein?

Für mich ist der Kon­ser­vatismus keine ide­ol­o­gis­che Weltan­schau­ung, die für die Vertei­di­gung unabän­der­lich­er Inhalte ste­ht. Vor einiger Zeit war der Kon­ser­v­a­tive gegen die Demokratie und gegen die Mark­twirtschaft, stattdessen hat er Aris­tokratie vertei­digt. Der mod­erne Kon­ser­vatismus rückt das ger­ade: Er ist ein Mod­er­a­tionsstil von Verän­derung, eine Denk­form.

Was bedeutet Dir Konservatismus?

Mein Kon­ser­vatismus ste­ht für eine Loy­al­ität gegenüber immer gülti­gen Grundw­erten. Wenn ich sozialen Frieden, poli­tis­che Sta­bil­ität, Ver­trauen und Ver­lässlichkeit bewahren will, muss ich auch mutige und neue Poli­tik durch­set­zen.

Wir ste­hen vor dem Ende ein­er alten Indus­triege­sellschaft. Der Lohnar­beit­er des 20. Jahrhun­derts ist verzweifelt. Er weiß nicht, wie seine Zukun­ft aussieht. Diese Unsicher­heit kann zu Aggres­sion und Schuldzuweisung führen.

Ich will diese Äng­ste auf­fan­gen, indem ich an Wohl­stand­sop­tio­nen für die Zukun­ft arbeite. Ich will, dass sich Indus­trien nach­haltiger auf­stellen, dass Kreativ­ität und Inno­va­tions­freude ein neues sozial-ökol­o­gis­ches Wirtschaftswun­der begrün­den. Angst zu nehmen und Auf­stieg aufzuzeigen, halte ich für den kon­ser­v­a­tiv­en Auf­trag.

Stört es Dich dabei nicht, dass viele Konservative beispielsweise die Homoehe ablehnen?

Natür­lich geht so etwas nicht ein­fach an mir vor­bei. Genau aus diesem Grund trete ich aber offen­siv auf. Ich will meine Hal­tun­gen und Argu­mente ver­ständlich machen und damit überzeu­gen. Die Nein-Stim­men zur Homoe­he sind unter Kon­ser­v­a­tiv­en in den ver­gan­genen Jahren zunehmend gesunken.

Immer mehr Kon­ser­v­a­tive ver­ste­hen, dass die Ehe ein Garant für Verbindlichkeit und Für­sorge ist, etwas, das geteilt mit Homo­sex­uellen nie­man­dem etwas nimmt, aber Homo­sex­uellen eine Form schenkt, in der sie Part­ner­schaft verbindlich­er leben kön­nen.

Kon­ser­vatismus kann Kon­sens. Ich arbeite für Verän­derung, aber ich akzep­tiere auch, wenn sie nicht immer in der Geschwindigkeit geschieht, wie ich es mir wün­sche.

Das klingt wunderbar, aber auch kompliziert und sehr langsam. Bei Themen wie dem Klimawandel können wir uns diese politische Behäbigkeit aber nicht mehr leisten. Da muss schnell etwas geschehen auch auf die Gefahr hin, dass einige Menschen sich auf die Füße getreten fühlen, oder?

So funk­tion­iert Demokratie. Sie ist kon­sen­sori­en­tiert, nicht immer effek­tiv, erst recht nicht effizient. Den­noch ist sie die gerecht­este und sich­er­ste Staats­form.

Der Kli­mawan­del ist kom­pro­miss­los. Es stimmt, dass wir uns hier nicht auf die Behäbigkeit unseres Sys­tems aus­ruhen kön­nen. Dann wird Poli­tik zur Kun­st des Möglich­machens.

Mit nach­halti­gen Tech­nolo­gien und sauberen Pro­duk­tion­szyklen gibt es aber auch aus­re­ichend Anlass, um opti­mistisch auf die grüne Wende zu blick­en. Kluge Klimapoli­tik ken­nt sehr viele Gewin­ner.

Und wie hältst Du das langsame System aus – Du bist doch politisch aktiv, um eine Veränderung zu schaffen?

In den ersten Jahren meines Engage­ments war ich überzeugt, dass Poli­tik aus­macht, auss­chließlich die eigene Hal­tung zu vertreten. Heute sehe ich das anders. Ich unter­schei­de den Aktivis­ten mit eigen­er Agen­da mit dem Poli­tik­er, der ver­schiedene Inter­essen sortiert und abwägt. Beim Kli­mawan­del ist es wichtig, ener­gis­che Typen von bei­dem Schlag zu haben.

„Frauen haben jedes Recht alle Fehler zu bege­hen, die auch Män­ner bege­hen.“ Foto: Mar­cus Witte für Courage

Du wurdest bereits als 24-Jährige von Peter Hintze, dem verstorbenen Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags, nach Berlin geholt und hast bis zu seinem Tod 2016 sein Büro geleitet. Wie hast Du Dich im politischen Zentrum zurechtgefunden?

Mich hat über­rascht, wie über­schaubar der Regierungsap­pa­rat in Wirk­lichkeit ist. Ich hat­te mir immerzu eine gigan­tis­che Maschiner­ie vorgestellt. Mir gelang recht schnell, die Funk­tion­sweisen zu überblick­en. Durch meine Parteim­it­glied­schaft hat­te ich bere­its zahlre­iche Bekan­nte in Reich­weite.

Inzwis­chen bin ich auch weniger beein­druckt vom Gesam­tap­pa­rat. Viele Men­schen leis­ten jeden Tag selb­st­los die beste Arbeit; andere aber sind mit Eit­elkeit­en und Befind­lichkeit­en beschäftigt. Ich bin auch froh, wenn ich Tage ohne das poli­tis­che Schaus­piel erlebe.

Inwiefern?

Die meis­ten hochrangi­gen Poli­tik­er ken­nen sich seit Jahrzehn­ten per­sön­lich. Man weiß, wer gut mit wem kann, und wer eben nicht. Ger­ade der Wech­sel von Schwarz-Gelb und Rot-Grün zu inzwis­chen möglichen neuen Koali­tio­nen ist span­nend.

Manche Beteiligte haben sich Jahrzehnte bekämpft, nun mimen sie vor den Kam­eras beste Fre­und­schaft. Ich habe die Illu­sion ver­loren, dass es immer nur um Sach­poli­tik geht. Vieles hat mit per­sön­lichem Auf­stieg und unge­sun­den Macht­spie­len zu tun. Auch Poli­tik­er sind eben nur Men­schen.

Roboter als Politiker will natürlich auch niemand. Aber wichtige Entscheidungen sollten von persönlichen Fehden nicht belastet sein, oder?

Wenn Poli­tik­er Men­schen bleiben sollen, gehört das wohl dazu. Aber es stimmt, dass wir bessere Poli­tik­er hät­ten, wäre die Diszi­plin ins­ge­samt durch­läs­siger und damit durch­mis­chter. Mehr Quere­in­steiger und Quer­denker in den Parteien und Par­la­menten kön­nen auf jeden Fall nicht schaden. Bish­er ist der Typus Parteisol­dat und Beruf­spoli­tik­er allerd­ings bes­tim­mend.

Kannst Du das genauer erklären?

Wer es zu einem Bun­destags­man­dat schaf­fen will, muss zumeist mehrere Jahrzehnte treue Parteiar­beit geleis­tet haben. Noch immer sind die Parteien zu hier­ar­chisch aufgestellt. Junge Men­schen und Quere­in­steiger haben kaum Chan­cen. Das muss sich ändern.

Was konkret müsste sich ändern?

Inter­na­tion­al und auch nation­al gibt sich ein offener­er, men­schlicher­er Poli­tik­er­ty­pus zu erken­nen. Ein­er, der über eigene Krankheit­en spricht, seine Bere­itschaft zu ler­nen über einge­bildetes Allzeitwissen stellt, Ver­let­zlichkeit als Stärke ver­ste­ht, lieber zuhört denn redet.

Ich fände es wichtig, wenn Poli­tik­er mehr auf ihre eigene Gesund­heit acht­en wür­den. Der wahnsin­nige Ter­min­stress züchtet Men­schen, die Ruhe nicht mehr aushal­ten kön­nen, die sich keine Zeit nehmen, um zu lesen oder nachzu­denken. Ich denke, dass sich das ändern sollte.

Und wie müssten sich die Strukturen in der Politik verändern, um auch mehr derartige Politiker und Politikerinnen einzuladen?

Die Bedin­gun­gen in der Poli­tik müssten zunächst ein­mal fam­i­lien­fre­undlich­er wer­den. Ein poli­tis­ch­er Stammtisch oder eine Sitzung sollte beispiel­sweise klare Anfangs- und Schlusszeit­en haben, damit man weiß, für wie lange man den Babysit­ter bestellen muss. Und warum wer­den so viele poli­tis­che Ver­anstal­tun­gen über­haupt am Woch­enende gemacht, wo viele beruf­stätige Eltern sagen, dieses Woch­enende gebe ich für die Poli­tik nicht her, das ist Zeit für meine Fam­i­lie.

Es braucht neue, fam­i­lien- und über­haupt men­schen­fre­undlichere Struk­turen, die mod­ern­er und zeit­gemäßer sind. Die lock­en dann ganz von allein auch gesün­dere Men­schen und defin­i­tiv auch mehr Frauen in die Poli­tik.

Warum sollten denn mehr Frauen in die Politik?

Wir haben in Deutsch­land ver­fas­sungs­gemäß ein repräsen­ta­tives Par­la­mentssys­tem. Dahin­ter steckt die Idee, dass eine Gesellschaft, die repräsen­ta­tiv an Wil­lens- und Mei­n­ungs­bil­dung beteiligt ist, eben auch alle Lebenswel­ten in Entschei­dung­sprozesse abbildet. So kommt am Ende unter fairen Bedin­gun­gen die best­mögliche Poli­tik für jeden her­aus.

Also müssten etwas mehr als 50 Prozent Frauen in der Regierung, den Landtagen, Parlamenten und Parteien sitzen – denn Frauen machen ja mehr als die Hälfte der Gesellschaft in Deutschland aus.

Exakt. Es gibt allerd­ings daneben zahlre­iche andere Grup­pen, die repräsen­ta­tive Vertre­tung ver­di­enen. Dazu zählen Allein­erziehende, Homo­sex­uelle, Men­schen mit Behin­derung, Men­schen mit Migra­tionsh­in­ter­grund, der Junge, der Hochal­trige, der Arbeit­er. All diese Grup­pen sind gemäß ihres Bevölkerungsan­teils in Poli­tik und Par­la­ment unter­repräsen­tiert.

Das eins zu eins in Prozentzahlen zu über­set­zen, wird irgend­wann sehr klein­teilig und kaum umset­zbar. Aber ger­ade bei einem so offen­sichtlichen The­ma wie Män­ner- und Frauenan­teile sollte es doch als Anfang möglich sein.

Was würden mehr Frauen in der Politik denn bewirken?

Diana Kin­nert: „See­hofer und seine Män­ner auf dem Grup­pen­bild des Heimat­min­is­teri­ums scheinen nicht unbe­d­ingt als Ver­führer der Diver­sität.“ Foto: Mar­cus Witte für Courage

Ich halte weib­liche und männliche Fer­tigkeit­en nicht für gottgegeben, sie sind oft­mals Ergeb­nis sozialer Struk­tur. Insofern will ich auch nicht vom starken Mann und von der weichen Frau sprechen, mich darauf fes­tle­gen, dass mehr Weib­lichkeit in der Poli­tik zugle­ich für mehr soziale Kom­pe­tenz ste­ht.

Sich­er ist aber, dass wir die Rollen und gesellschaftlichen Attribute, die uns allen zuge­ord­net und aufge­drückt wer­den, ein Stück weit befre­it­er entwick­eln kön­nten, wenn wir gle­iche Mach­tan­teile besäßen. Frauen und Män­ner wären die natür­licheren Poli­tik­er, und nicht nur soziale Abziehbilder.

Und wie bekommt man ganz konkret mehr Frauen in die Politik?

Natür­lich kann man es, wie bei Unternehmen, über eine Quote ver­suchen. Aber es fängt ja schon in der Gesellschaft, in den Fam­i­lien, bei der Erziehung an. Wenn kleine Mäd­chen nur Prinzessin­nen sind und keine Handw­erk­erin­nen, Poli­tik­erin­nen oder Astro­nautin­nen, dann wer­den sie es auch später nicht oder nur mit großer Mühe. Das ist ja kein neues The­ma, welche Rol­len­bilder und Erwartun­gen, welche Allianzen und Zuschrei­bungsmerk­male es gibt.

Poli­tik selb­st und die Parteien müssen sich eben­falls ändern. See­hofer und seine Män­ner auf dem Grup­pen­bild des Heimat­min­is­teri­ums scheinen nicht unbe­d­ingt als Ver­führer der Diver­sität. Ein All­heilmit­tel gibt es nicht. Zahlre­iche Maß­nah­men gehören gemein­sam und orchestri­ert umge­set­zt.

Siehst Du Dich selbst als Vorbild?

Ich wün­sche mir, dass sich jed­er als Vor­bild ver­ste­ht. Damit meine ich kein unfehlbares Vor­bild, son­dern den Mut zum Willen, es für einen selb­st und andere bess­er machen zu wollen. Jede Mut­ter und große Schwest­er, jede Chefin und Kol­le­gin kann und sollte Vor­bild sein.

Der aufrichtige Zugang zu sich selb­st, der sen­si­ble Umgang mit den anderen, das gesunde Gren­zen­ziehen und Rech­tee­in­fordern. Ich glaube, dass jed­er, der sich ein Stück weit befre­it und selb­st­be­wusst lebt, auch den Weg für andere ebnet.

Hattest Du auch selbst ein starkes Frauenvorbild in Deiner Kindheit oder Jugend?

Zum Beispiel meine Groß­mut­ter. Sie entstammte ein­er schle­sis­chen Bauern­fam­i­lie mit enger katholis­ch­er Bindung. Trotz­dem hat sie sich irgend­wann für eine Schei­dung entschei­den kön­nen, ihre Arbeit bei der Deutschen Post aufgenom­men, ist gereist, Auto gefahren. Sie hat mich in mein­er Kind­heit auch oft zum Fußball­train­ing gefahren und vom Spielfel­drand ange­feuert.

Würdest Du Dir mehr Mut von allen Frauen wünschen?

Nein. Und zwar weil ich sie nicht noch zusät­zlich mit neuen Erwartun­gen belagern möchte. Frauen haben jedes Recht alle Fehler zu bege­hen, die auch Män­ner bege­hen. Deswe­gen habe ich keine expliziten Forderun­gen an sie. Ich wün­sche mir, dass es ihnen bess­er geht und dass sie befre­it­er sind und glück­lich­er.

“Ich wün­sche mir, dass sich jed­er als Vor­bild ver­ste­ht.“ Foto: Mar­cus Witte für Courage

Diana Kin­nert (29, CDU)

wurde in Wup­per­tal als Tochter eines schle­sis­chen Spä­taussiedlers und ein­er philip­pinis­chen Mut­ter geboren. Noch als Schü­lerin trat sie in die CDU ein. Sie studierte Poli­tik und Philoso­phie, grün­dete den Jun­gend­beirat der Kon­rad-Ade­nauer-Stiftung und war u.a. Mitar­bei­t­erin von Peter Hintze. Seit 2016 ist Diana auch unternehmerisch aktiv – Geschäfts­führerin der news­green GmbH – ein­er Nachricht­en­plat­tform für grüne Inno­va­tio­nen und Tech­nolo­gien – sowie der Glob­a­lo News Pub­lish­ing GmbH, ein­er Medi­en­pro­duk­tions­fir­ma, die u.a. poli­tis­che Doku­men­ta­tio­nen pro­duziert. 2017 erschien ihr Best­seller „Für die Zukun­ft seh’ ich schwarz“.

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