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Auf der Suche nach Rendite — bei Mini-Zinsen

2020-01-02T11:41:15+01:0029. Dezember 2019|

In Zeit­en von niedri­gen Zin­sen ist es schwierig gewor­den, finanziell vorzu­sor­gen. Noch vor ein paar Jahren gab es auf dem Tages­geld­kon­to richtig gute Zin­sen. Und auch mit der Anlage in Fest­geld kon­nte man langfristig und sich­er ein Ver­mö­gen auf­bauen. Das ist heute so nicht mehr möglich. Den­noch lohnt es sich, nach Ren­ditemöglichkeit­en Auss­chau zu hal­ten. Hier find­est du sieben wertvolle Regeln, wie du trotz mieser Zin­sen Ver­mö­gen auf­bauen kannst.

Von Daniela Mey­er

Auf der Suche nach Rendite

Noch vor ein paar Jahren gab es auf dem Tages­geld­kon­to bei vie­len Banken vier oder manch­mal sog­ar sechs Prozent Zin­sen. Es war also sog­ar ganz rentabel, das Geld mal eine Weile ein­fach dort liegen zu lassen. Wenn du damals dein Geld sich­er und langfristig parken und den­noch eine ordentliche Ren­dite haben woll­test, waren Fest­geld­kon­ten zudem eine gute Alter­na­tive zum risiko­r­e­icheren Investieren an der Börse.

Doch die Zeit­en von hohen Zin­sen sind lei­der vor­bei und wer­den auch so schnell nicht wiederkom­men. Auch unter ihrer neuen Chefin, Chris­tine Lagarde, wird die Europäis­che Zen­tral­bank (EZB) ihre Niedrigzin­spoli­tik fort­führen.

7 wertvolle Regeln für deinen Vermögensaufbau

Trotz­dem musst du für deine Altersvor­sorge etwas tun, wenn du deinen Lebens­stan­dard im Alter beibehal­ten möcht­est. Resig­nieren ist keine Option. Die geset­zliche Rente wird dafür bei den meis­ten lei­der nicht mehr reichen und kann nur noch als eine Art Basisver­sorgung gese­hen wer­den. Pri­vater Ver­mö­gen­sauf­bau ist als Ergänzung daher ein absolutes Muss und auch gut mach­bar – wenn du diese sieben wertvollen Regeln beacht­est:

Nutze die Zeit:

Je früher du mit dem Sparen für die Altersvor­sorge beginnst, umso mehr Geld wirst du let­ztlich haben. Das liegt vor allem am soge­nan­nten Zins­eszin­sef­fekt, den du unbe­d­ingt für dich nutzen soll­test. Denn er lässt dein Erspartes von Jahr zu Jahr immer schneller anwach­sen. Und zwar so: Der Zins­eszin­sef­fekt

Denk an die Inflation:

Lässt du dein Geld ein­fach auf deinem Tages­geld­kon­to oder einem Spar­buch liegen, bekommst du dafür aktuell kaum noch Zin­sen. Einige Banken berech­nen ihren Kun­den mit­tler­weile sog­ar schon Strafzin­sen. Aber das ist nicht das einzige Prob­lem. Viel schlim­mer ist die Infla­tion. Sie lässt den Wert deines Ver­mö­gens zusät­zlich schrumpfen. Aktuell liegt sie bei etwa zwei Prozent.

Das bedeutet, dass die Kaufkraft deines Geldes stetig abn­immt. Hast du heute 10.000 Euro auf deinem Tages­geld­kon­to liegen, sind es in einem Jahr auch noch 10.000 Euro. Aber du kannst mit dem gle­ichen Geld­be­trag dann weniger kaufen, weil dein Geld pro Jahr rund zwei Prozent an Wert ver­loren hat. Für deine Altersvor­sorge ist das der Super-GAU. Dein Geld wird nicht mehr, son­dern du hast langsam aber sich­er immer weniger von deinen Erspar­nissen.

Sei mutig:

Du kannst die Börse für dich zum Ver­mö­gen­sauf­bau sehr ein­fach nutzen. Es gibt gute und risikoarme Möglichkeit­en, dein Geld dort langfristig und mit ordentlichen Ren­diteaus­sicht­en anzule­gen. Du musst dafür keine Exper­tin sein. Eine gute Möglichkeit für Börsen­neulinge und für alle, denen Sicher­heit bei der Gel­dan­lage sehr wichtig ist, sind soge­nan­nte ETF (Exchange Trad­ed Funds). Das sind börsen­ge­han­delte Index­fonds – also Fonds, die einen Index wie zum Beispiel den deutschen Aktienin­dex DAX nach­bilden. Hier lernst du, wie du in 7 Schrit­ten einen ETF-Spar­plan anlegst.

Achte auf hohe Gebühren:

Wenn du ein Kon­to oder ein Depot eröff­nen möcht­est, ver­gle­iche unbe­d­ingt zuvor die Gebühren der einzel­nen Anbi­eter. Dazu kannst du dir im Inter­net Ver­gle­iche zu einzel­nen Banken anse­hen und auch direkt auf den Web­seit­en der Insti­tute die Gebühren für zum Beispiel ein Girokon­to, ein Tages­geld­kon­to oder ein Depot ein­se­hen. Hohe Gebühren fall­en oft auch bei aktiv gem­anagten Fonds an.

Das sind Fonds, die von einem Fonds­man­ag­er oder ein­er Fonds­man­agerin, also ein­er realen Per­son, ver­wal­tet wer­den. Natür­lich müssen diese Leute auch etwas für ihre Arbeit erhal­ten. Und dieses Geld holen sie sich in Form ein­er jährlichen Gebühr von dir. Grund­sät­zlich ist das in Ord­nung, wenn die Gebühren trans­par­ent nachvol­lziehbar sind und du dich bewusst für einen gem­anagten Fonds entschei­dest – zum Beispiel, weil du dich nicht selb­st um deine Gel­dan­lage küm­mern möcht­est.

Eine sehr gute Alter­na­tive sind aber die pas­siv gem­anagten ETF. Sie wer­den nicht von ein­er Per­son, son­dern einem Com­put­er­pro­gramm ver­wal­tet und sind daher im Ver­gle­ich sehr gün­stig. Ein weit­er­er Vorteil ist, dass sie in den aller­meis­ten Fällen bess­er abschnei­den und dir mehr Ren­dite brin­gen als aktiv gem­anagte Fonds.

Streue dein Risiko:

Eine alte und kluge Börsen­weisheit sagt, dass man niemals alle Eier in einen Korb leg­en soll. Das bedeutet, dass du dein Risiko streuen musst – und zwar so bre­it wie möglich. In der Börsen­sprache nen­nt man das diver­si­fizieren. Im Klar­text: Stecke nie dein gesamtes Geld in die Aktien eines einzi­gen Unternehmens oder auch nur ein­er einzi­gen Branche.

Geht es genau diesem Unternehmen oder dieser Branche ein­mal schlecht, fall­en die Aktienkurse und du ver­lierst dein Geld. Hast du dein Geld aber zu kleineren Teilen in viele ver­schiedene Unternehmen, Branchen und am besten auch noch ver­schiedene Regio­nen investiert, macht es dir über­haupt nichts aus, wenn es einem der Play­er in deinem gut durch­mis­cht­en – gut diver­si­fizierten – Port­fo­lio ein­mal schlecht geht.

Denn dafür laufen deine Invest­ments in andere Unternehmen, Branchen und Län­der gut. Du kannst die schlechte Phase eines Play­ers also ein­fach entspan­nt aus­sitzen und darauf warten, dass es ihm eben­falls wieder bess­er geht, ohne dir Sor­gen um dein Gesamtver­mö­gen machen zu müssen.

Werde deine Schulden los:

Falls du aus der Ver­gan­gen­heit noch Dar­lehen, zum Beispiel Kon­sumkred­ite, zu hohen Zin­sen haben soll­test oder ständig hohe Dis­poge­bühren zahlst, soll­test du diese schnell­st­möglich ablösen. Diese monatlichen Raten­zahlun­gen wer­fen dich beim Ver­mö­gen­sauf­bau zurück, denn sie ver­hin­dern, dass du Geld zum Anle­gen übrig hast. Wie du am besten Geld sparen kannst, um deine Schulden abzubauen, kannst du hier ler­nen:

Sparen ler­nen ist nicht schw­er

Sparen mit Oma Elli 

Die Spar-Chal­lenge

Bewahre immer die Ruhe:

Ja, es gab in der Ver­gan­gen­heit Finanzkrisen und auch Börsen­crashs. Die wird es auch in Zukun­ft geben. Aber das bedeutet nicht, dass du in Angst oder gar Panik ger­at­en soll­test. Altersvor­sorge ist eine lebenslange Auf­gabe. Daher soll­ten all deine Invest­ments auch langfristig sein.

Einen ETF, den du heute kauf­st oder einen Spar­plan, den du jet­zt ein­richt­est, soll­test du min­destens zehn, 20 oder 30 Jahre lang ein­fach in Ruhe lassen. Wenn du bei einem Börsen­crash und bei fal­l­en­den Kursen aus ein­er Panik her­aus alles verkauf­st, ver­lierst du tat­säch­lich viel Geld.

Im Gegen­teil soll­test du aber eine Krise nutzen, um Einze­lak­tien oder ETFs zuzukaufen. Denn dann sind sie beson­ders gün­stig und du hast, wenn sich die Kurse wieder erholen, beson­ders gute Gewin­nen­twick­lun­gen zu erwarten. Also: Bei fal­l­en­den Kursen niemals deine langfristi­gen Invest­ments verkaufen, son­dern bess­er die gün­sti­gen Preise nutzen, um weit­er zu investieren.

Autorin - Daniela Meyer
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2 Kommentare

  1. Jörn Dickmann 6. Juli 2020 um 13:21 Uhr - Antworten

    Liebe Daniela,

    ich beschäftige mich selb­st seit über 25 Jahren mit dem The­ma Ver­mö­gen auf­bauen und sich­ern. Dein Blog gefällt mir sehr gut.

    Ich bin der fes­ten Überzeu­gung, dass sich jed­er einzelne viel mehr um seine Finanzen küm­mern muss. Lei­der ler­nen wir nur zu wenig über finanzielle Bil­dung in der Schule. Toll, dass du dabei hil­f­st hier die Eigen­ver­ant­wor­tung zu stärken.

    Beste Grüße
    Jörn Dick­mann

  2. Alaba12 13. Januar 2020 um 18:04 Uhr - Antworten

    Ich denke Mini-Zin­sen sind gar nicht so das Prob­lem. Es gab Peri­o­den mit Zin­sen von 7–8% aufm Spar­buch. Das stimmt. Dabei wird aber gerne auch vergessen wie hoch die Infla­tion war. Ein Spar­buch hat sich noch nie gelohnt. Dage­gen sieht man aber Fam­i­lien, die bere­its in den 70ern in Anla­geob­jek­te oder Aktien gegan­gen sind. Die haben heute aus­ge­sorgt. Und ich denke dem Trend kann man heute auch noch fol­gen, aber jed­er erwartet ja den Haupt­gewinn am näch­sten Tag, bei max­i­maler Sicher­heit! 🙂

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