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Teil 9: Wie läuft ein Wertpapierkauf ab?


2020-06-14T11:34:35+02:008. Juni 2020|

Wert­pa­piere zu kaufen ist rel­a­tiv ein­fach. Doch für alle, die das noch nie getan haben, ist es auch unge­wohnt. Wie der Kauf von Wert­pa­pieren funk­tion­iert, wird in den Teilen 8 und 9 unser­er Börsenserie erläutert. Nach­dem wir in der vorigen Folge den Weg zum eige­nen Depot beschrieben haben, dreht sich nun alles um den ersten Wert­pa­pierkauf.

Von Gisela Haber­er 

Ein eigenes Depot braucht jede Anlegerin. Es ist eine Sam­mel­stelle für Wert­pa­piere aller Art, ähn­lich wie ein Schrank eine Sam­mel­stelle für Klam­ot­ten ist. Wie der „Schrank“ aufzubauen ist, wurde in der ver­gan­genen Folge erläutert. Jet­zt geht es darum, ihn mit Klam­ot­ten… äh, mit Aktien und anderen Wert­pa­pieren zu füllen.

Wie kauft man sein erstes Wertpapier?

Alle Zugangs­dat­en für Dein Depot sind inzwis­chen bei Dir angekom­men. Nun kann es also tat­säch­lich los­ge­hen. Allerd­ings musst Du vor dem ersten Aktienkauf erst mal genü­gend Geld auf das zum Depot gehörende Ver­rech­nungskon­to über­weisen. Es sei denn, Du hast mit Deinem Online­bro­ker vere­in­bart, dass er alle Kosten des Wert­pa­pierkaufs von Deinem Girokon­to bei ihm oder ein­er Drit­tbank abbuchen darf.

Ist das alles geschehen, log­gst Du Dich mit­tels Zugangsnum­mer / Benutzer­name und Pass­wort / PIN in Dein Depot ein.
Dort gibt es einen Menüpunkt „Wert­pa­pi­er-Order“, „Inlands-Order“ oder ein­fach „Order“. Ein­fach drauf­drück­en. Dann öffnet sich eine Maske, auf der zuerst ein­mal zwis­chen „Kauf“ und „Verkauf“ gewählt wer­den muss.

Wir wählen „Kauf“. Dann musst Du bes­tim­men, welch­es Wert­pa­pi­er gekauft wer­den soll. Dafür benötigt das Sys­tem die Angabe der soge­nan­nten ISIN (Inter­na­tion­al Secu­ri­ties Iden­ti­fi­ca­tion Num­ber), eine zwölf­stel­lige Abfolge von Buch­staben und Zif­fern, mit der jedes Wert­pa­pi­er weltweit ein­deutig zu iden­ti­fizieren ist.

Natür­lich ken­nt nie­mand alle ISIN auswendig. Daher hat dieses Eingabefeld meist eine inte­gri­erte Such­funk­tion. Wenn man also beispiel­sweise „Volk­swa­gen“ ein­gibt und auf das Such­sym­bol drückt – wählt der Com­put­er das entsprechende Wert­pa­pi­er.

Doch Achtung: Von eini­gen Aktien (auch von VW) gibt es mehrere Gat­tun­gen – also etwa Stamm- und Vorzugsak­tien. Hier muss man auf­passen, dass man nicht ein Wert­pa­pi­er kauft, das man gar nicht will.

Manch­mal öffnet sich nach der Eingabe des Akti­en­na­mens auch eine Liste mit möglichen Wert­pa­pieren. Hier muss man dann das gewün­schte Wert­pa­pi­er auswählen. Etwa die VW-Vorzugsak­tie mit der ISIN: DE0007664039.

Und das war’s ?

Noch nicht ganz. Natür­lich muss man auch noch angeben, wie viele VW-Vorzugsak­tien man ordern möchte. Dafür dient das Feld mit der Beze­ich­nung „Stück“, „Anzahl“ oder auch „Nom­i­nale“.

Dann muss die Börse gewählt wer­den, über die der Kauf aus­ge­führt wer­den soll. In den meis­ten Fällen emp­fiehlt sich aus der angezeigten Liste der möglichen Börsen­plätze, den mit dem größten Umsatz bei Dein­er Aktie zu wählen. In Deutsch­land dürfte das meist Xetra, Trade­gate oder Frank­furt sein.

Warum haben Aktien keinen festen Preis?

Die Börse mit dem jew­eils höch­sten Umsatz bietet sich an, weil sich hier der „fairste Preis“ für Deine Aktie bilden kann. Denn anders als der Händler im Super­markt, verkauft Dir Dein Bro­ker keine Aktien, son­dern ver­mit­telt nur den Deal zwis­chen Käufer und Verkäufer.

Auch aus diesem Grund haben Wert­pa­piere keinen fes­ten Preis, son­dern Ange­bot und Nach­frage bes­tim­men ihn ständig neu. Wollen alle VW-Aktien haben, steigt deren Preis ras­ant. Will jed­er VW verkaufen, stürzt der Kurs schlimm­sten­falls ins Boden­lose.

Wie kann man dann wissen, was ein Aktienkauf genau kostet?

Auf den let­zten Cent weiß man das tat­säch­lich im Börsen­han­del immer erst hin­ter­her. Aber Anlegerin­nen kön­nen bei der Order­auf­gabe Ein­fluss darauf nehmen, dass sie nicht mehr für eine Aktie zahlen als sie möcht­en. Dafür dient das Eingabefeld „Aus­führung“ oder „Order­art“. Wählt man „billig/bestens“ oder „Mar­ket“ dann wird die Order sofort zu dem Kurs aus­ge­führt, zu dem die Aktie an der gewählten Börse ger­ade gehan­delt wird.

Will die Anlegerin aber weniger zahlen oder wer­den ger­ade keine der gewün­scht­en Aktien zum Kauf ange­boten, sollte sie die Vari­ante „Lim­it“ oder „Lim­i­torder“ wählen. Dann muss sie zudem aber noch den Kurs angeben, den sie max­i­mal für eine Aktie zu zahlen bere­it ist.

Als let­ztes muss dann noch unter „Gültigkeit“ angegeben wer­den, wie lange eine Order max­i­mal aktiv sein soll, wenn ein Kauf nicht sofort zus­tande kommt. Hier bieten alle Online­bro­ker Wahlmöglichkeit­en zwis­chen einem Tag und max­i­mal bis zu 365 Tagen. Das war’s dann aber auch schon – fast.

Wird die Order eigentlich noch mal von der Bank geprüft?

Nach Eingabe all dieser Dat­en muss jet­zt bei den meis­ten Online­bro­kern auf den But­ton „Weit­er“ gedrückt wer­den. Dann prüft der Bankcom­put­er die Eingaben auf inhaltliche Kon­sis­tenz. Etwa, ob die Aktie auch tat­säch­lich an dieser Börse gehan­delt wird, ob das Guthaben für den Kauf aus­re­icht, ob die ISIN existiert und so weit­er.

Ist alles kor­rekt, wer­den alle Order­dat­en nochmals über einen But­ton „kostenpflichtig han­deln“ angezeigt. Drückst Du darauf, bekommst Du zur Sicher­heit meist noch einen QR-Code oder eine Transak­tion­snum­mer auf Dein Smart­phone über­mit­telt. Diese musst Du in die Order­maske eingeben und Deine Order wird sofort an die Börse geleit­et.

Oft wird dann schon nach ein paar Sekun­den die ger­ade gekaufte Aktie in Dein Depot einge­bucht. Und Du bist Aktionärin gewor­den.

Und wenn man andere Wertpapiere als Aktien kaufen will?

Auch beim Kauf von anderen Wert­pa­pieren läuft die Order im Prinzip genau­so ab wie beim Aktienkauf. Mit eini­gen Ein­schränkun­gen: Willst Du Anteile an aktiv gem­anagten Invest­ment­fonds erwer­ben, kannst Du das heutzu­tage bei vie­len Fonds eben­falls über die Börse machen, dann ist das Prozedere gle­ich.

Oder Du kauf­st die Fond­san­teile direkt bei der Fonds­ge­sellschaft, die den Fonds man­agt. Dann dauert der Kauf meist einen Tag und es gibt meist keine Möglichkeit, mit Lim­its zu arbeit­en.

Das gle­iche gilt auch für den soge­nan­nten außer­börslichen Han­del: Hier han­delst Du meist direkt mit den Fir­men, die bes­timmte Wert­pa­piere her­aus­geben – im Fach­jar­gon „emit­tieren“ genan­nt –, daher auch der Begriff: Emit­ten­ten-Han­del. Der Vorteil: Du sparst Dir Gebühren, die beim Börsen­han­del anfall­en.

Die Nachteile: Du musst den Preis akzep­tieren, den der Emit­tent stellt. Und: Der außer­börsliche Han­del wird nicht so streng überwacht wie der Börsen­han­del. Aber das sind dann schon Infos für Fort­geschrit­tene.

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