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Teil 8: Wie komme ich an ein eigenes Depot?


2020-05-22T09:27:08+02:0018. Mai 2020|

Wert­pa­piere zu erwer­ben ist ein­fach. Doch für alle, die das noch nie getan haben, ist das Prozedere unge­wohnt. Wie der Kauf von Wert­pa­pieren funk­tion­iert, erläutern wir in zwei Teilen unser­er Börsenserie. Zuerst: Der Weg zum eige­nen Depot.

Von Gisela Haber­er 

Sich voller Lust durch modis­che Shirts, Blusen, Röcke, Hosen und – natür­lich – Schuhe pro­bieren und dann ganz ein­fach zum Schluss an der Kasse die EC-Karte zück­en und ein paar neue Lieblingsstücke nach Hause mit­nehmen. Ganz so lust­be­tont und ein­fach wie der Klei­derkauf ist der Kauf von Wert­pa­pieren nicht. Zumal er sich in den Details vom Einkauf in klas­sis­chen Geschäften oder Onli­neshops unter­schei­det.

Was wird zum Aktienkauf benötigt?

Während jed­er ein­fach in den Super­markt gehen kann, sich dort aus dem Regal nimmt, was er möchte und an der Kasse den aufge­druck­ten Preis für die Ware zahlt, kann man nicht ein­fach in eine Börse gehen und eine Aktie oder son­stiges Wert­pa­pi­er nehmen und kaufen. Zwar wer­den an der Börse Wert­pa­piere gehan­delt, direk­ten Zugang zur Börse haben aber nur Spezial­is­ten, die für andere die Wert­pa­piere kaufen und verkaufen.

Pri­vatan­legerin­nen kön­nen die Dien­ste dieser Börsen­mak­ler und Börsen­mak­lerin­nen nutzen, doch müssen sie dafür ein Depot bei ein­er (Online-)Bank eröff­nen. Das ist im Grunde eine Art Kon­to, nur das auf diesem Wert­pa­piere liegen statt Geld.

Wer bietet überhaupt Depots an?

Die aller­meis­ten Banken in Deutsch­land haben auch Wert­pa­pierde­pots im Ange­bot. Wahrschein­lich auch die Bank oder Sparkasse bei Dir vor Ort. Doch bei Fil­ial­banken sind die Gebühren meist recht hoch, was die Ren­dite Dein­er Invest­ments deut­lich schmälern kann. Dafür kann man sich dort per­sön­lich berat­en lassen.

Deut­lich gün­stiger sind dage­gen Depots bei Onlinebanken oder ‑bro­kern. Dafür gibt es bei diesen meist keine Beratung – oder diese kostet zusät­zlich.

Wie kann ich das passende Depot finden?

Eines vor­weg: Das beste Depot für alle gibt es nicht. Ob sich ein Depot für Dich eignet oder nicht, hängt davon ob, welche Wert­pa­piere Du han­deln willst, wo Du sie han­deln willst, wie oft Du han­deln willst.

Für alle, die ein‑, zweimal im Jahr Aktien kaufen wollen und diese dann am lieb­sten über Jahre in ihrem Depot liegen lassen wollen, sind die beim Wert­pa­pier­han­del anfal­l­en­den Kosten und Gebühren weniger wichtig. Hier sollte darauf geachtet wer­den, dass für das Depot selb­st keine Depot­ge­bühr fäl­lig wird. Die meis­ten Online­bro­ker verzicht­en entwed­er kom­plett auf Depot­ge­bühren, oder diese lassen sich recht ein­fach ver­mei­den.

Für jeman­den, der zehn‑, 20-mal am Tag han­delt, sind dage­gen die Gebühren, die bei jedem Han­del anfall­en, deut­lich wichtiger als die Depot­ge­bühr. Und wer sein Geld auss­chließlich in aktiv gem­anagte Fonds (siehe Börsenserie Teil 6) steck­en will, sollte schauen, dass die Depot­bank beim direk­ten Han­del mit Fonds­ge­sellschaften auf den meist üblichen Aus­gabeauf­schlag verzichtet.

Und wer mit­tels Spar­plan in kostengün­sti­gen Index­fonds – soge­nan­nte ETFs – in regelmäßi­gen Abstän­den, Geld an der Börse anle­gen will, sollte vor Eröff­nung eines Depots klären, welche Bro­ker diesen Ser­vice anbi­eten – und wo er am gün­stig­sten ist.

Übri­gens: Beson­ders gün­stige Online­bro­ker haben sich oft auf ein paar Börsenseg­mente spezial­isiert, bieten vieles nicht an, was bei anderen Stan­dard ist. Dafür sind let­ztere dann aber teur­er. Online­bro­ker mit umfan­gre­ichen Han­delsmöglichkeit­en sind etwa Comdi­rect Bank, Con­sors­bank oder auch Sparkassen-Bro­ker.

Gün­stige Anbi­eter sind dage­gen beispiel­sweise Smart­bro­ker, dessen Ange­bot zudem recht umfan­gre­ich ist, Onvista Bank und Fla­tex. Let­ztere allerd­ings nur eingeschränkt, da sie von allen Kun­den seit 1. März 2020 eine Depot­ge­bühr von 0,1 Prozent des Depotvol­u­mens erhebt.

Und wie eröffne ich ein Depot?

Wenn Du Dich für ein teur­eres Depot bei ein­er Fil­ial­bank entschei­dest: ein­fach einen Ter­min vere­in­baren und gemein­sam mit dem Berater alle erforder­lichen Unter­la­gen aus­füllen. Auf jeden Fall benötigst Du dafür Deinen Per­son­alausweis und Deine Steueri­den­ti­fika­tion­snum­mer (im Fach­jar­gon TIN).

Let­ztere deshalb, weil die Bank bei Börsen­gewin­nen gle­ich die darauf anfal­l­en­den Steuer kassiert und alle erforder­lichen Dat­en an den Fiskus meldet.

Hast Du Dich für ein gün­stiges Onlinede­pot entsch­ieden, dann musst Du die Eröff­nung­sun­ter­la­gen von der jew­eili­gen Home­page herun­ter­laden und aus­füllen. Dann gehst Du mit diesen und Deinem „Per­so“ zur näch­sten Post­fil­iale und legit­imierst Dich mit­tels Post-Ident-Ver­fahren.

Zudem haben viele Onlinebanken eigene Video-Ident-Ver­fahren. Hier kannst Du Dich via Videokon­ferenz direkt bei dem Online­bro­ker iden­ti­fizieren. Auch dafür brauchst Du Deinen „Per­so“ und die Eröff­nung­sun­ter­la­gen müssen elek­tro­n­isch an den Bro­ker über­mit­telt wer­den.

Wie geht es dann weiter?

Nach der Legit­i­ma­tion dauert es meist einige Tage bis – über mehrere Tage verteilt – alle Zugangs­dat­en für Dein Depot an Dich über­mit­telt sind. Damit das alles möglichst sich­er ist, musst Du bei den meis­ten Onlin­ean­bi­etern in dieser Zwis­chen­zeit immer mal wieder bestäti­gen, dass Du bes­timmte Infor­ma­tio­nen auch tat­säch­lich erhal­ten hast. Erst dann gehen die näch­sten Dat­en an Dich raus.

Das kann etwas ner­ven. Ins­beson­dere weil Du dann auch noch auf Deinem Smart­phone meist noch eine soge­nan­nte Pho­toTAN- oder Bank­ing-APP instal­lieren musst, die Dir bei jed­er Order einen Zahlen­code über­mit­teln, den Du wieder der Bank zurück­spie­len musst.

Klingt kom­pliziert­er als es ist und dient auss­chließlich der Sicher­heit. Wenn alle Zugangs­dat­en bei Dir angekom­men sind, kann es tat­säch­lich los­ge­hen. Wie ein Wert­pa­pierkauf genau von­stat­ten geht, erfährst Du im näch­sten Teil der Serie.

Alle Börsense­ri­en­teile auf einem Blick:

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