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Wie komme ich an ein eigenes Depot?


2021-04-07T10:15:12+02:0031. März 2021|

Wert­pa­pie­re zu erwer­ben ist ein­fach. Doch für alle, die das noch nie getan haben, ist das Pro­ze­de­re unge­wohnt. Wie der Kauf von Wert­pa­pie­ren funk­tio­niert, erläu­tern wir auf courage-online.de. Zuerst: Der Weg zum eige­nen Depot.

Von Gise­la Habe­rer 

Sich vol­ler Lust durch modi­sche Shirts, Blu­sen, Röcke, Hosen und Schu­he pro­bie­ren und dann ganz ein­fach zum Schluss an der Kas­se die EC-Kar­te zücken und ein paar neue Lieb­lings­stü­cke nach Hau­se mit­neh­men. Ganz so lust­be­tont und ein­fach wie der Klei­der­kauf ist der Kauf von Wert­pa­pie­ren nicht. Zumal er sich in den Details vom Ein­kauf in klas­si­schen Geschäf­ten oder Online­shops unter­schei­det.

Was wird zum Aktienkauf benötigt?

Wäh­rend jeder und jede ein­fach in den Super­markt gehen kann, sich dort aus dem Regal nimmt, was er oder sie möch­te und an der Kas­se den auf­ge­druck­ten Preis für die Ware zahlt, kann man nicht ein­fach in eine Bör­se gehen und eine Aktie oder sons­ti­ges Wert­pa­pier neh­men und kau­fen. Zwar wer­den an der Bör­se Wert­pa­pie­re gehan­delt, direk­ten Zugang zur Bör­se haben aber nur Spezialist:innen, die für ande­re die Wert­pa­pie­re kau­fen und ver­kau­fen.

Pri­vat­an­le­ge­rin­nen kön­nen die Diens­te die­ser Bör­sen­mak­ler und Bör­sen­mak­le­rin­nen nut­zen, doch müs­sen sie dafür ein Depot bei einer (Online-)Bank eröff­nen. Das ist im Grun­de eine Art Kon­to, nur das auf die­sem Wert­pa­pie­re lie­gen statt Geld.

Wer bietet überhaupt Depots an?

Die aller­meis­ten Ban­ken in Deutsch­land haben auch Wert­pa­pier­de­pots im Ange­bot. Wahr­schein­lich auch die Bank oder Spar­kas­se bei Dir vor Ort. Doch bei Fili­al­ban­ken sind die Gebüh­ren meist recht hoch, was die Ren­di­te Dei­ner Invest­ments deut­lich schmä­lern kann. Dafür kann man sich dort per­sön­lich bera­ten las­sen.

Deut­lich güns­ti­ger sind dage­gen Depots bei Online­ban­ken oder ‑bro­kern. Dafür gibt es bei die­sen meist kei­ne Bera­tung – oder die­se kos­tet zusätz­lich.

Wie kann ich das passende Depot finden?

Eines vor­weg: Das bes­te Depot für alle gibt es nicht. Ob sich ein Depot für Dich eig­net oder nicht, hängt davon ob, wel­che Wert­pa­pie­re Du han­deln willst, wo Du sie han­deln willst, wie oft Du han­deln willst.

Für alle, die ein‑, zwei­mal im Jahr Akti­en kau­fen wol­len und die­se dann am liebs­ten über Jah­re in ihrem Depot lie­gen las­sen wol­len, sind die beim Wert­pa­pier­han­del anfal­len­den Kos­ten und Gebüh­ren weni­ger wich­tig. Hier soll­te dar­auf geach­tet wer­den, dass für das Depot selbst kei­ne Depot­ge­bühr fäl­lig wird. Die meis­ten Online­bro­ker ver­zich­ten ent­we­der kom­plett auf Depot­ge­büh­ren, oder die­se las­sen sich recht ein­fach ver­mei­den.

Für jeman­den, der zehn‑, 20-mal am Tag han­delt, sind dage­gen die Gebüh­ren, die bei jedem Han­del anfal­len, deut­lich wich­ti­ger als die Depot­ge­bühr. Und wer sein Geld aus­schließ­lich in aktiv gema­nag­te Fonds (sie­he Bör­sen­se­rie Teil 6) ste­cken will, soll­te schau­en, dass die Depot­bank beim direk­ten Han­del mit Fonds­ge­sell­schaf­ten auf den meist übli­chen Aus­ga­be­auf­schlag ver­zich­tet.

Und wer mit­tels Spar­plan in kos­ten­güns­ti­gen Index­fonds – soge­nann­te ETFs – in regel­mä­ßi­gen Abstän­den, Geld an der Bör­se anle­gen will, soll­te vor Eröff­nung eines Depots klä­ren, wel­che Bro­ker die­sen Ser­vice anbie­ten – und wo er am güns­tigs­ten ist.

Übri­gens: Beson­ders güns­ti­ge Online­bro­ker haben sich oft auf ein paar Bör­sen­seg­men­te spe­zia­li­siert, bie­ten vie­les nicht an, was bei ande­ren Stan­dard ist. Dafür sind letz­te­re dann aber teu­rer. Online­bro­ker mit umfang­rei­chen Han­dels­mög­lich­kei­ten sind etwa Com­di­rect Bank, Con­sors­bank oder auch Spar­kas­sen-Bro­ker.

Güns­ti­ge Anbie­ter sind dage­gen bei­spiels­wei­se Smart­bro­ker, des­sen Ange­bot zudem recht umfang­reich ist, Onvis­ta Bank und Fla­tex. Letz­te­re aller­dings nur ein­ge­schränkt, da sie von allen Kun­den seit 1. März 2020 eine Depot­ge­bühr von 0,1 Pro­zent des Depot­vo­lu­mens erhebt.

Und wie eröffne ich ein Depot?

Wenn Du Dich für ein teu­re­res Depot bei einer Fili­al­bank ent­schei­dest: ein­fach einen Ter­min ver­ein­ba­ren und gemein­sam mit dem Bera­ter alle erfor­der­li­chen Unter­la­gen aus­fül­len. Auf jeden Fall benö­tigst Du dafür Dei­nen Per­so­nal­aus­weis und Dei­ne Steu­er­iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer (im Fach­jar­gon TIN).

Letz­te­re des­halb, weil die Bank bei Bör­sen­ge­win­nen gleich die dar­auf anfal­len­den Steu­er kas­siert und alle erfor­der­li­chen Daten an den Fis­kus mel­det.

Hast Du Dich für ein güns­ti­ges Online­de­pot ent­schie­den, dann musst Du die Eröff­nungs­un­ter­la­gen von der jewei­li­gen Home­page her­un­ter­la­den und aus­fül­len. Dann gehst Du mit die­sen und Dei­nem „Per­so“ zur nächs­ten Post­fi­lia­le und legi­ti­mierst Dich mit­tels Post-Ident-Ver­fah­ren.

Zudem haben vie­le Online­ban­ken eige­ne Video-Ident-Ver­fah­ren. Hier kannst Du Dich via Video­kon­fe­renz direkt bei dem Online­bro­ker iden­ti­fi­zie­ren. Auch dafür brauchst Du Dei­nen „Per­so“ und die Eröff­nungs­un­ter­la­gen müs­sen elek­tro­nisch an den Bro­ker über­mit­telt wer­den.

Wie geht es dann weiter?

Nach der Legi­ti­ma­ti­on dau­ert es meist eini­ge Tage bis – über meh­re­re Tage ver­teilt – alle Zugangs­da­ten für Dein Depot an Dich über­mit­telt sind. Damit das alles mög­lichst sicher ist, musst Du bei den meis­ten Online­an­bie­tern in die­ser Zwi­schen­zeit immer mal wie­der bestä­ti­gen, dass Du bestimm­te Infor­ma­tio­nen auch tat­säch­lich erhal­ten hast. Erst dann gehen die nächs­ten Daten an Dich raus.

Das kann etwas ner­ven. Ins­be­son­de­re weil Du dann auch noch auf Dei­nem Smart­pho­ne meist noch eine soge­nann­te Pho­to­TAN- oder Ban­king-APP instal­lie­ren musst, die Dir bei jeder Order einen Zah­len­code über­mit­teln, den Du wie­der der Bank zurück­spie­len musst.

Klingt kom­pli­zier­ter als es ist und dient aus­schließ­lich der Sicher­heit. Wenn alle Zugangs­da­ten bei Dir ange­kom­men sind, kann es tat­säch­lich los­ge­hen. Wie ein Wert­pa­pier­kauf genau von­stat­ten geht, erfährst Du im nächs­ten Teil der Serie.

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