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Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

2021-02-10T10:11:57+01:008. Februar 2021|

Die Beruf­sun­fähigkeitsver­sicherung ist erste Wahl, wenn es um die Absicherung der Arbeit­skraft geht. Nur durch sie erhal­ten Ver­sicherte eine Rente, wenn sie zu min­destens 50 Prozent nicht mehr in ihrem zulet­zt aus­geübten Beruf arbeit­en kön­nen. Ob sie noch andere Tätigkeit­en ausüben kön­nten und warum die Beruf­sun­fähigkeit einge­treten ist, spielt bei Poli­cen mit guten Bedin­gun­gen keine Rolle.

Doch was tun, wenn diese Poli­cen nicht zu bekom­men sind – egal ob aus gesund­heitlichen, beru­flichen oder finanziellen Grün­den? Hier eine Rei­he von Alter­na­tiv­en, die immer noch bess­er sind als gar keine Absicherung. Die Ratin­ga­gen­tur Franke und Born­berg hat jew­eils empfehlenswerte Anbi­eter her­aus­ge­sucht.

Von Astrid Zehbe und Mar­tin Reim

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Sie zahlt erst, wenn der Ver­sicherte gar kein­er Tätigkeit mehr nachge­hen kann, die auf dem Arbeits­markt ange­boten wird. Der Grund für die Erwerb­sun­fähigkeit ist nicht rel­e­vant. Es sind auch psy­chis­che Ursachen abgedeckt. Der zuvor aus­geübte Beruf spielt eben­falls keine Rolle. Selb­st ein Inge­nieur bekäme keine Rente aus dieser Police, wenn er noch als Pfört­ner arbeit­en kön­nte.

Der Schutz ist viel preiswert­er als eine Beruf­sun­fähigkeitsver­sicherung und unter anderem oft für Selb­st­ständi­ge geeignet. Auch für Men­schen mit unbezahlter Tätigkeit wie Haus­frauen oder mit risiko­r­e­ichen Berufen wie Dachdeck­er oder bei Vor­erkrankun­gen ist das oft die einzige Möglichkeit der Absicherung.

Nachteil: Nur wenn jemand fast gar nicht mehr arbeit­en kann (weniger als drei Stun­den täglich), erhält er eine Rente aus dieser Ver­sicherung.

Empfehlenswerte Anbi­eter: Con­ti­nen­tale, Volkswohl Bund.

Schwere-Krankheiten-Versicherung

Sie wird auch Dread-Dis­ease-Ver­sicherung genan­nt und leis­tet bei ver­traglich definierten schw­eren Erkrankun­gen (beispiel­sweise Krebs, Schla­gan­fall oder Herz­in­farkt) eine vere­in­barte Ver­sicherungssumme auf einen Schlag. Psy­chis­che Lei­den und Rück­en­erkrankun­gen, häu­fige Gründe für ein vorzeit­iges Auss­chei­den aus dem Beruf, sind nor­maler­weise nicht abgedeckt.

Ob der Ver­sicherte trotz sein­er Erkrankung noch arbeit­en kann, spielt für die Zahlung keine Rolle. Genau wie für Beruf­sun­fähigkeit­spo­li­cen müssen Kun­den auch für eine Schwere-Krankheit­en-Ver­sicherung Gesund­heits­fra­gen beant­worten.

Die Zeitschrift „Finanztest“ geht indes von weniger stren­gen Richtlin­ien aus.

Empfehlenswerte Anbi­eter: Cana­da Life, Gothaer, Nürn­berg­er, Zurich.

Privater Unfallschutz

Eine Unfal­lver­sicherung springt im Fall ein­er dauern­den Beein­träch­ti­gung der kör­per­lichen oder geisti­gen Leis­tungs­fähigkeit infolge eines Unfalls ein. Unter „dauer­haft“ ver­ste­hen die Ver­sicher­er in der Regel eine Zeitspanne von min­destens drei Jahren.

Ein Bezug zur Erwerb­stätigkeit beste­ht nicht, Beein­träch­ti­gun­gen durch Krankheit­en bleiben eben­falls unberück­sichtigt. Vom Grad der Inva­lid­ität nach einem Unfall hängt es ab, welchen Teil der vere­in­barten Geld­summe Ver­sicherte erhal­ten.

Der Hak­en: Die wichtig­sten Gründe für ein vorzeit­iges Auss­chei­den aus dem Beruf­sleben sind nicht Unfälle, son­dern Krankheit­en wie Depres­sio­nen oder Rück­en­lei­den.

Empfehlenswerte Anbi­eter: Basler, Haftpflichtkasse, Inter­risk, Stuttgarter, VHV.

Grundfähigkeitsversicherung

Sie leis­tet bei Ver­lust bes­timmter Grund­fähigkeit­en wie Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Laufen oder Aut­o­fahren sowie bei Pflegebedürftigkeit. Auch der Ver­lust bes­timmter intellek­tueller Fähigkeit­en ist oft ver­sichert. Aus welchen Grün­den der Ver­lust ein­tritt, ist uner­he­blich. Eben­so, ob jemand nach dem Ver­lust der Fähigkeit­en noch weit­er­ar­beit­en kann oder nicht.

Die Kri­te­rien für eine Renten­zahlung sind sehr streng. Die Ein­buße der Fähigkeit­en des Ver­sicherten muss voraus­sichtlich für min­destens ein Jahr und auch meist voll­ständig beste­hen. Das bedeutet beispiel­sweise: Wer nur leichte Schwierigkeit­en mit dem Sprechen hat, bekommt meist keine Rente, obwohl er seinen Beruf vielle­icht aber – vor allem bei zahlre­ichen Kun­denkon­tak­ten am Tele­fon – dauer­haft nicht mehr ausüben kann.

Empfehlenswerte Anbi­eter: Allianz, Cana­da Life, Gothaer, Nürn­berg­er.

Funktionsinvaliditätsschutz

Sie wird auch als Mul­ti-Risk-Ver­sicherung beze­ich­net und geht weit­er als die Grund­fähigkeitsver­sicherung: Der Schutz ist je nach Tarif erweit­ert um Pflegebedürftigkeit, Unfallinva­lid­ität, Leis­tun­gen bei schw­eren Erkrankun­gen oder Organ­schä­den sowie im Todes­fall.

Die Voraus­set­zun­gen für eine Renten­zahlung sind streng: Die Krankheit muss einen bes­timmten Schw­ere­grad haben. Gezahlt wird in der Regel erst, wenn kör­per­liche Beein­träch­ti­gun­gen dauer­haft beste­hen und nicht heil­bar sind. Kun­den müssen Gesund­heits­fra­gen beant­worten, diese sind aber weniger umfassend als bei BU-Poli­cen. Den­noch kön­nen Kun­den abgelehnt wer­den.

Empfehlenswerte Anbi­eter: Allianz, Cana­da Life, Nürn­berg­er.

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