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Teil 1: Versichert? – Aber richtig!



Teil 1: Versichert? – Aber richtig!

2020-05-12T12:08:52+02:0024. April 2020|

Das Leben ist voller Risiken. Gegen die finanziellen Fol­gen viel­er Risiken gibt es Ver­sicherun­gen. Doch nicht jede Police ist sin­nvoll. Und längst nicht alle exis­ten­ziellen Risiken sind auch allen bewusst. In dieser Serie klärt Courage über die wirk­lich großen Risiken auf – und wie man sich gegen deren Fol­gen absichert.

Von Stephan Haber­er

„Prog­nosen sind schwierig – ins­beson­dere, wenn sie die Zukun­ft betr­e­f­fen.“ Dieses Bon­mot wird wahlweise dem Schrift­steller Mark Twain, dem Physik­er Niels Bohr oder dem Poli­tik­er Win­ston Churchill zugeschrieben. Doch ganz egal, von wem der Satz stammt, er stimmt. Ger­ade auch, wenn es um die Absicherung von Risiken geht.

Wer heute schon genau weiß, nie zum Pflege­fall zu wer­den, kann sich jede Pflegev­er­sicherung sparen. Wer weiß: „Ich werde niemals jeman­den schädi­gen“, der benötigt keine Haftpflichtver­sicherung. Doch die Zukun­ft ken­nt kein­er, und deshalb ist es äußerst sin­nvoll, sich gegen Risiken abzu­sich­ern, die die eigene Exis­tenz gefährden kön­nen.

Existenzielle Risiken

Eines gle­ich vor­weg: Gegen Risiken, die nicht exis­ten­zge­fährdend sind, muss man sich auch nicht ver­sich­ern. Wer keine Handy-Ver­sicherung hat, wird nicht Hungers ster­ben, wenn er sich ein neues Handy kaufen muss, weil das alte kaputtge­gan­gen ist.

Auch eine Reis­erück­trittsver­sicherung ist meist unwichtig. Im schlimm­sten Fall zahlt man hohe Stornogebühren und tritt die Reise nicht an. Das wird einen aber nicht in sein­er finanziellen Exis­tenz erschüt­tern.

Die Reise hätte man ja auch bezahlen müssen (und kön­nen), wenn man sie ange­treten hätte. Okay, dafür hätte man dann einen – hof­fentlich – wun­der­schö­nen Urlaub genossen. Aber, Hand aufs Herz, exis­tenzbedro­hend ist der Rück­tritt von ein­er gebucht­en Urlaub­sreise nie.

Aber was sind dann Risiken, die so bedrohlich wer­den kön­nen, dass man sich dage­gen ver­sich­ern sollte? Für Pri­vat­per­so­n­en sind das ger­ade mal sechs Risiken. Aber die haben es in sich, wie schon ein kurz­er Überblick zeigt:

Das Haftungsrisiko

Jed­er, der einem anderen einen Schaden zufügt, ist laut Bürg­er­lichem Geset­zbuch grund­sät­zlich dazu verpflichtet, diesen Schaden zu erset­zen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Schaden mit Absicht zuge­fügt wurde oder nicht. Es reicht, dass man ihn verur­sacht hat.

Bei der kaput­ten Kristal­l­vase kostet das vielle­icht 100 Euro – das lässt sich lock­er aus der eige­nen Tasche bezahlen. Aber was, wenn Du beispiel­sweise – ins Gespräch mit der besten Fre­undin ver­tieft – mit ein­er aus­laden­den Arm­be­we­gung einen Radler von seinem Gefährt holst und dieser so blöd stürzt, dass er Zeit seines Lebens invalide ist?

Auch in solch einem Fall ist der Schädi­ger zum Aus­gle­ich des Schadens verpflichtet. Und das kann dann lock­er in die Mil­lio­nen gehen – Ver­di­en­staus­fall, medi­zinis­che Behand­lun­gen, imma­terieller Schaden­er­satz, Schmerzens­geld. Da ist der finanzielle Ruin pro­gram­miert, es sei denn, man hat eine Haftpflicht-Police abgeschlossen.

Das Berufs-/Erwerbsunfähigkeitsrisiko

Den meis­ten ist nicht klar, was ihr größtes Ver­mö­gen, ihr größtes Kap­i­tal ist. Es ist ihre Arbeit­skraft. Mit dieser erzie­len Men­schen in der Regel ihr Einkom­men. Und rech­net man das nur Pi mal Dau­men durch, wird einem schwindelig: Gehalts- und Preis­steigerun­gen, Auf- und Abzin­sungs­fak­toren außen vor gelassen, ergibt bere­it ein Monatsver­di­enst von 2500 Euro net­to im Jahr 30.000 Euro. In zehn Jahren sind es schon 300.000 und in 40 Jahren rund 1,2 Mil­lio­nen Euro.

Was aber, wenn man plöt­zlich wegen Unfall oder Krankheit auf Dauer nicht mehr arbeit­en kann? Kein­er zahlt dann mehr einen müden Euro für geleis­tete Arbeit und auch die Lohn­fortzahlung im Krankheits­fall endet nach eini­gen Wochen. Gut, wer sich dage­gen gewapp­net hat. Am besten mit­tels ein­er Beruf­sun­fähigkeitsver­sicherung.

Das Krankheitsrisiko

Apro­pos Krankheit: Wer krank ist, kann nicht arbeit­en, wer nicht arbeit­et, erhält als Selb­st­ständi­ge oder Freiberu­flerin gar kein Geld. So kann auch eine länger andauernde Krankheit, ern­ste bis exis­tenzbedro­hende Fol­gen nach sich ziehen. Zudem kann auch die Krankheit selb­st ganz schön teuer wer­den.

Allerd­ings beste­ht in Deutsch­land Kranken­ver­sicherungspflicht. Das heißt, jed­er muss eine Kranken­ver­sicherung abgeschlossen haben. Jedoch muss diese – ins­beson­dere bei pri­vat Kranken­ver­sicherten – nicht unbe­d­ingt ein Kranken­t­agegeld enthal­ten.

Bei geset­zlichen Kranken­ver­sicherun­gen ist dage­gen immer eine Stan­dard-Absicherung einge­baut. Allerd­ings kann es hier – bei län­ger­er Krankheit – ein finanzielles Prob­lem bei der Lohn­fortzahlung im Krankheits­fall geben. Denn dann fließt weniger Geld als im Nor­mal­fall.

Weshalb auch hier eine Kranken­t­agegeld-Police rel­e­vant wer­den kann – ins­beson­dere für geset­zlich Kranken­ver­sicherte, deren Gehalt über der Beitrags­be­mes­sungs­gren­ze der geset­zlichen Kranken­ver­sicherung liegt.

Das Pflegefallrisiko

Die Zahl der Pflegebedürfti­gen steigt und steigt. Ende 2019 gab es mehr als vier Mil­lio­nen Pflegebedürftige. Für 2030 wird mit rund 4,5 Mil­lio­nen Pflegebedürfti­gen gerech­net. Und 2050 wer­den mehr als 5,5 Mil­lio­nen Men­schen auf Pflege angewiesen sein.

Der Haupt­grund für diese starke Zunahme der Pflege­fälle ist eigentlich erfreulich: Die Lebenser­wartung in Deutsch­land steigt von Jahr zu Jahr. Die Men­schen wer­den also immer älter. Doch je älter die Men­schen, desto höher der Anteil an Pflegebedürfti­gen.

Während bei den 70- bis 74-Jähri­gen ins­ge­samt lediglich fünf Prozent pflegebedürftig sind, beträgt deren Anteil bei den über 80-Jähri­gen bere­its 31,7 Prozent. Und bei den über 90-Jähri­gen liegt die Pflege­quote bei rund 66 Prozent.

Doch die geset­zliche Pflegepflichtver­sicherung deckt längst nicht alle Pflegekosten ab. Eine Heimunter­bringung in Pflege­grad V kostet – ein­schließlich Unter­bringung und Verpfle­gung – leicht 5000 Euro und mehr, die Pflegepflichtver­sicherung zahlt derzeit davon ger­ade mal 2005 Euro. Bleiben Monat für Monat 3000 Euro Pflegelücke und mehr. Dafür reicht die geset­zliche Rente nie und das Ersparte geht auch schnell drauf.

Allerd­ings übern­immt im Fall der Fälle, wenn das eigene Ver­mö­gen kom­plett aufge­braucht ist, meist das Sozialamt die Restkosten. Dann bes­timmt aber auch das Amt darüber, in welch­es Heim man kommt. Wer bei­des nicht will – Ver­brauch des eige­nen Ver­mö­gens und Fremdbes­tim­mung –, dem bleibt nur der Abschluss ein­er zusät­zlichen pri­vat­en Pflegev­er­sicherung.

Das Todesfallrisiko

„Wer früher stirbt, ist länger tot“ – und hat von der besten Lebensver­sicherung nichts. Denn anders als es das Wort ver­muten lässt, ist eine Lebensver­sicherung eigentlich dafür da, die finanziellen Fol­gen des Todes eines (Haupt-) Ver­sorg­ers für die Hin­terbliebe­nen abzu­mildern. Dafür reichen aber Ver­sicherungssum­men von 30.000 oder 50.000 Euro meist nicht aus.

Ganz anders ist die Sit­u­a­tion für alle, die keine Ange­höri­gen haben, die sie für den Fall des eige­nen Todes absich­ern müssen: Dann ist oft auch keine Lebensver­sicherung von­nöten. Das trifft grund­sät­zlich auf Sin­gles ohne Kinder zu. Und auf Paare, bei denen bei­de ver­di­enen.

Allerd­ings gibt es auch bei ihnen Sit­u­a­tio­nen, in denen sie eine Lebensver­sicherung abschließen soll­ten, etwa wenn eine gemein­sam erwor­bene Immo­bilie abzuzahlen ist.

Das Langlebigkeitsrisiko

Ein blödes Wort für ein ern­stes Prob­lem. Zwar ist es für jeden, der bei voller Gesund­heit seinen 100. Geburt­stag feiern kann, schön, so lange zu leben. Doch ist es oft ein großes finanzielles Prob­lem, wenn – um es salopp zu sagen – am Ende des Geldes noch Leben übrig ist.

Ander­er­seits will aber auch kein­er gle­ich mit Beginn des Rent­ner­lebens „den Löf­fel abgeben“. Die meis­ten möcht­en möglichst 90 Jahre und älter wer­den. Was im Übri­gen auch gar nicht mehr so außergewöhn­lich ist wie noch vor 20 oder 30 Jahren.

Im Ruh­e­s­tand muss prak­tisch jed­er, der keine Unter­stützung von Kindern oder Staat erhält, von sein­er geset­zlichen Rente oder Pen­sion und dem im Laufe des Lebens Ersparten leben. Angenom­men, zu einem einiger­maßen angenehmen Dasein wer­den im Monat 2000 Euro benötigt. Die geset­zliche Rente deckt davon meist nur einen Teil ab.

Frauen, die 2018 in den alten Bun­deslän­dern neu in Rente gin­gen, erhiel­ten im Schnitt ger­ade mal 688 Euro Monat­srente. In den neuen Bun­deslän­dern beka­men Neurent­ner­in­nen immer­hin 974 Euro Rente im Monat. Den­noch bliebe auch bei ihnen – ohne weit­ere Einkün­fte oder Renten des Part­ners – eine Finan­zlücke von 1026 Euro. Im Monat!

Macht in 30 Jahren grob gerech­net und ohne Infla­tion knapp 370.000 Euro. Jet­zt aber nicht ob dieser riesi­gen Summe denken, „das schaffe ich ja nie“. Denn hier hil­ft ziel­gerichtetes Sparen und der Zins­eszin­sef­fekt. Für Albert Ein­stein übri­gens das achte Weltwun­der. Damit und mit den passenden Pro­duk­ten klappt es mit der Altersvor­sorge.

Gemeinsamkeiten

Allen aufge­führten exis­ten­ziellen Risiken – mit Aus­nahme des Haf­tungsrisikos – ist eines gemein­sam: Die Wahrschein­lichkeit, dass eines dieser Risiken ein­tritt, steigt mit zunehmenden Alter an.

Das heißt, man kön­nte auch jeden Monat einen bes­timmten Betrag zur Seite leg­en – sich­er und gut verzinst (doch wo gibt es bei­des noch?) würde daraus im Laufe der Jahrzehnte dank des Zins­eszin­sef­fek­ts ein Ver­mö­gen entste­hen, das zur Abdeck­ung der finanziellen Fol­gen dieser Risiken aus­re­ichen kann.

Das Prob­lem dabei: Selb­st wenn es math­e­ma­tisch gese­hen sehr unwahrschein­lich ist, dass ein Ereig­nis ein­tritt, heißt das nicht, dass es einen per­sön­lich nicht genau dann trifft. So wer­den die meis­ten Leuten zwar erst im hohen Alter zum Pflege­fall, doch gibt es auch einige wenige, die dieses Schick­sal schon viel früher trifft – etwa infolge eines Unfalls.

Und dann ist es gut, wenn man sich schon frühzeit­ig abgesichert hat. In den weit­eren Fol­gen dieser Serie wird daher erläutert, welche Möglichkeit­en es gibt, sich gegen wirtschaftliche Fol­gen der sechs exis­ten­ziellen Risiken abzu­sich­ern.

Dabei kom­men dann Ver­sicherun­gen ins Spiel. Denn diese sich­ern den vor­ab zwis­chen den Ver­tragsparteien vere­in­barten Worst Case ab und ver­hin­dern den finanziellen Ruin der Ver­sicherten. Jedoch müssen diese ein paar Regeln beacht­en, damit die Ver­sicherun­gen im Fall des Fall­es auch wirk­lich greifen. Außer­dem wird erläutert, welche unter­schiedlichen Arten von Ver­sicherungsver­mit­tlern es gibt, und welche Auswirkun­gen es haben kann, über wen man eine Police abschließt.

Alle bish­eri­gen Absicherung­steile auf einem Blick:

Eine Haftpflicht­po­lice zählt zu den exis­ten­ziell wichti­gen Ver­sicherun­gen. Worauf beim Abschluss dieser Police zu acht­en ist, erläutert Teil 2 der Absicherungsserie.

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