Beziehung und Liebe2020-02-10T13:53:52+01:00

Rolle rückwärts in die 50er

„Eines ist klar, die Coro­na-Pan­de­mie hat uns kei­nen bezahl­ten Urlaub geschenkt. Sie ist kei­ne woh­li­ge, ent­schleu­nig­te Nest­zeit“, sagt Col­li­en. „Die­se Zeit hält eine Lupe über unser pri­va­tes Mit­ein­an­der und unse­re Gesell­schaft. Sie zeigt die Pro­ble­me und Schwach­stel­len deut­li­cher denn je.“ Wel­che das sind und wie man ihnen ent­ge­gen­wirkt, ver­rät Ulmen-Fer­nan­des im Inter­view.

„Finger weg von meinem Geld, Schatz“

Der berühm­te Psy­cho­lo­ge und Paar­be­ra­ter Micha­el Mary schrieb meh­re­re Bücher zum The­ma Geld und Lie­be. Wie geht man kon­kret vor, wenn es inner­halb einer Bezie­hung ein Geld­the­ma zu klä­ren gibt? Hier gibt Micha­el Mary vier kon­kre­te Tipps, wie du mit dei­nem Part­ner am bes­ten über Geld redest.

Finanzbildung für Kinder und Eltern

Finanz­bil­dung für die Fami­lie ist die ers­te Form der Ver­mö­gens­bil­dung. Was Akti­en sind, wie Zin­sen funk­tio­nie­ren und wel­che Idee hin­ter Spar­plä­nen und pas­si­vem Ein­kom­men steckt, ist auch für Kin­der inter­es­sant und wich­tig und soll­te schon in jun­gen Jah­ren ver­mit­telt wer­den.

“Geld ist das letzte Beziehungtabu”

Micha­el Mary ist der bekann­tes­te Paar­be­ra­ter, wenn es um das The­ma Geld und Lie­be geht. In Cou­ra­ge ver­rät er, war­um wir mit dem Part­ner leich­ter über Sex als über Geld reden kön­nen und dass Paa­re ihre gemein­sa­men Finan­zen in drei Tem­pe­ra­tu­ren ein­tei­len soll­ten – in küh­les, war­mes und hei­ßes Geld.

Beziehung

In einer Bezie­hung mit dem Part­ner über Geld reden? Gar nicht so ein­fach. Auch in Freund­schaf­ten wird wenig über Geld gere­det – vor allem Frau­en the­ma­ti­sie­ren Geld kaum. Und zwar nicht, weil es lang­wei­lig ist, son­dern vor allem, weil es mit Scham behaf­tet ist, als unro­man­tisch gilt und als nicht salon­fä­hig. Dabei wäre wich­tig, Geld zu the­ma­ti­sie­ren.

Geld­bil­dung ist schon im Kin­des­al­ter wich­tig. Ler­nen Kin­der nicht, ver­nünf­tig mit Geld umzu­ge­hen, wer­den sie auch im Erwach­se­nen­al­ter Pro­ble­me damit haben. Denn Ver­hal­tens­mus­ter ver­er­ben sich, denn Eltern sind Vor­bil­der. Einen guten Umgang mit Geld bei­zu­brin­gen, heißt vor allem, die rich­ti­ge Balan­ce zwi­schen kon­su­mie­ren und spa­ren zu leh­ren. Eltern soll­ten dabei vor Begrif­fen wie Divi­den­den und Zin­sen nicht zurück­schre­cken. Kin­der ver­ste­hen Geld oft bes­ser, als vie­le den­ken — wenn man es nur gut erklärt.

Beziehung und Geld

Auch in Part­ner­schaf­ten ist es wich­tig, Geld- und Finanz­the­men nicht zu tabui­sie­ren. Geld ist einer der häu­figs­ten Kon­flikt­aus­lö­ser in einer Bezie­hung. Prallt das Kon­sum- und Spar­ver­hal­ten auf­ein­an­der, ist es in ers­ter Linie wich­tig, dar­über zu reden. Dabei geht es nicht um Fra­gen wie „Wer bezahlt die Rech­nung im Restau­rant“, son­dern eher „Wel­che Zie­le habe ich? Wel­che Zie­le haben wir?“. Dabei geht es eben nicht nur um das Hier und Jetzt, son­dern auch um die gemein­sa­me finan­zi­el­le Zukunfts­pla­nung in einer Bezie­hung. Risi­ko­le­bens­ver­si­che­rung, Bau­spar­ver­trag und Ehe­ver­trag sind Stich­wor­te, die in die­sem Zusam­men­hang dis­ku­tiert wer­den könn­ten.

Beziehung und Kinder

Hat man gemein­sa­me Kin­der ist ein Geld-Gespräch zwi­schen den Part­nern noch wich­ti­ger, vor allem dann wenn eine Par­tei – in der Regel die Frau – für län­ge­re Zeit zu Hau­se bleibt, um sich um die Kin­der zu küm­mern. Durch die Eltern­zeit gehen Ren­ten­punk­te ver­lo­ren, so dass man zum Bei­spiel eine Aus­gleichs­zah­lung des arbei­ten­den Part­ners in Erwä­gung zie­hen soll­te. Denn nicht umsonst ist Alters­ar­mut weib­lich: Nicht nur die in der Eltern­zeit ver­pass­ten Ren­ten­punk­te, son­dern vor allem die sich oft anschlie­ßen­de Teil­zeit-Arbeit nach der Eltern­zeit fällt vie­len Frau­en auf die Füße. Dazu kom­men ohne­hin nied­ri­ge­re Gehäl­ter, da Frau­en eher in Jobs mit gerin­ge­rem Lohn­ni­veau arbei­ten, zum Bei­spiel im Ein­zel­han­del oder im Sozi­al­we­sen.

Gender-Pay-Gap

Um die­ses Gen­der-Pay-Gap zu schlie­ßen, hilft es auch, mit sei­nen Freun­den und Freun­din­nen über Geld und das eige­ne Gehalt zu reden. Es hilft, den eige­nen Markt­wert ein­zu­schät­zen und sich zu trau­en, höhe­re Gehalts­for­de­run­gen zu stel­len. The­men wie Ver­mö­gens­wirk­sa­me Leis­tun­gen oder Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung eig­nen sich, das Gespräch zu star­ten und dann tie­fer in die Mate­rie ein­zu­stei­gen.

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