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  • Die beiden finance, baby!-Gründerinnen Tessa und Denise
    Teresa Wirth und Denise Haverkamp, die Gründerinnen von "finance, baby!", ©finance, baby!

App-Launch bei “finance, baby!”: Für wen sie gedacht ist und was drinsteckt

2022-05-24T09:45:43+02:0020. Mai 2022|

Finan­zapps gibt es mitt­ler­wei­le Zuhauf. Wir haben mit Deni­se Haver­kamp und Tere­sa (Tes­sa) Wirth, den Grün­de­rin­nen der Frau­en­fi­nanz-Com­mu­ni­ty „finan­ce, baby!“ dar­über gespro­chen, was ihre von ande­ren Apps unter­schei­det und wes­halb sie noch ein ana­lo­ges Haus­halts­buch füh­ren. 

Von Isa­bell Walter

Was kann eure App?

Deni­se: Wir bau­en die App auf drei Haupt­ele­men­ten auf. Für den Lern­part fül­len die Nutzer:innen einen Fra­ge­bo­gen aus und erhal­ten im Anschluss per­so­na­li­sier­te Lear­ning Jour­neys. So errei­chen wir sie in ihrer indi­vi­du­el­len Lebens­si­tua­ti­on und kön­nen genau dort anset­zen, wo es ihnen gera­de am meis­ten hilft. Das zwei­te Ele­ment ist die ver­trau­ens­wür­di­ge Bera­tung mit unse­ren Finanz­ex­per­tin­nen, Jus­ti­ne Iva­ko­vic und Chia­ra Küp­per. Mit den bei­den Finanz­coa­ches arbei­ten wir schon seit einem Jahr zusam­men und sind sogar selbst bei ihnen in der Bera­tung. Im drit­ten Teil, den soge­nann­ten “Trus­ted Part­ners”, wol­len wir den Nutzer:innen die Scheu davor neh­men, ein Depot zu eröff­nen und Finanz­pro­duk­te zu kau­fen. Wir tref­fen eine Vor­auswahl seriö­ser Anbie­ter, die wir auch zum größ­ten Teil selbst tes­ten. Dabei legen wir Wert auf inno­va­ti­ve und nach­hal­ti­ge Pro­duk­te. Die Partner:innen zah­len uns eine klei­ne Ver­mitt­lungs­ge­bühr, die­se ist aller­dings ein Fix­preis und damit unab­hän­gig von den Abschlüs­sen bei den Part­nern. 

Warum habt ihr euch überhaupt für eine App entschieden?

Deni­se: Die Idee, eine App zu laun­chen, hat­ten wir schon in den Anfän­gen der Grün­dung von “finan­ce, baby!”. Wir haben sie jedoch erst hint­an­ge­stellt und uns um unse­re Lern­platt­form geküm­mert. Doch das Feed­back aus unse­rer Com­mu­ni­ty ging zuletzt immer mehr in Rich­tung App und so haben wir es ange­packt. 

Tes­sa: Außer­dem woll­ten wir unse­re Lern­platt­form mobil machen. Gera­de wenn man unter­wegs ist und bei­spiels­wei­se im Zug sitzt, hat man immer wie­der ein paar Minu­ten Zeit, die man mit der App sinn­voll für Finanz­bil­dung nut­zen kann. Sie soll ein All­tags­be­glei­ter wer­den. 

Wie seid ihr das Projekt angegangen?

Tes­sa: Für die tech­ni­sche Sei­te haben wir uns Unter­stüt­zung von einer Ent­wick­le­rin geholt. Sie hat die App für das Apple-Betriebs­sys­tem iOS und für Android pro­gram­miert. Die Inhal­te haben wir uns gemein­sam mit den Finanz­ex­per­tin­nen über­legt, die die App auch wei­ter­hin beglei­ten. Umge­setzt haben wir die Lern­in­hal­te schließ­lich mit einem Video­gra­fen in unse­rem Stu­dio. 

Deni­se: Die Pro­jekt­er­fah­rung habe ich aus mei­nem frü­he­ren Job mit­ge­bracht, wo ich schon App-Laun­ches beglei­tet habe. Das hat uns jetzt natür­lich in die Hän­de gespielt. So konn­ten wir uns ver­mut­lich eini­ge schlech­te Erfah­run­gen erspa­ren.  

Wie habt ihr das Projekt finanziert?

Deni­se: Im ver­gan­ge­nen Juni haben wir eine Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne für die Lern­platt­form gestar­tet und ins­ge­samt 16.000 Euro erreicht. Damals waren wir bei­de noch Teil­zeit für “finan­ce, baby!” tätig. Aber die­se Dop­pel­be­las­tung war nicht ein­fach. Seit Novem­ber ist Tes­sa nun Voll­zeit für unse­re Platt­form da und ich seit Febru­ar. Mit der Grün­dung der GmbH im April haben wir uns schließ­lich auch noch Busi­ness Angels ins Boot geholt. Die App finan­zie­ren wir also aus unse­ren eige­nen Umsät­zen und Fremd­ka­pi­tal. 

Was wollt ihr mit der App erreichen?

Tes­sa: Wir wol­len Frau­en dazu ermu­ti­gen, ihre Finan­zen selbst in die Hand zu neh­men. Unter die­ser Prä­mis­se steht auch die App. Unser lang­fris­ti­ges Ziel ist es, dass Frau­en und Män­ner die glei­chen finan­zi­el­len Chan­cen haben. Dafür kom­bi­nie­ren wir die drei Ele­men­te Finanz­bil­dung, Finanz­be­ra­tung und Finanz­pro­duk­te. 

Wer ist die Zielgruppe?

Deni­se: Wir schlie­ßen mit unse­rer Com­mu­ni­ty nie­man­den aus. Aber expli­zit spre­chen wir Frau­en zwi­schen 18 und 35 Jah­ren an. 

Tes­sa: Die­se Lebens­pha­se ist für vie­le Frau­en von gro­ßen Ver­än­de­run­gen geprägt: der ers­te Job, das ers­te Kind, die ers­te Immo­bi­lie … Genau hier wol­len wir sie abho­len und unter­stüt­zen. 

Was unterscheidet eure App von anderen?

Tes­sa: Das sind vor allem zwei The­men: Einer­seits die Nah­bar­keit und Authen­ti­zi­tät sowie die Ziel­grup­pe. Deni­se und ich haben bei­de kei­nen Finanz­back­ground und haben des­halb ein gutes Ver­ständ­nis für unse­re Com­mu­ni­ty, die sich in der Finanz­welt erst zurecht­fin­den muss. Wir ver­su­chen sehr nah­bar zu sein und der App ein Gesicht zu geben. Unter­stüt­zung erhal­ten wir dabei von den Finanz­be­ra­te­rin­nen sowie künf­tig von wei­te­ren Influ­en­ce­rin­nen und Mul­ti­pli­ka­to­ren. Außer­dem unter­schei­den wir uns in der Ziel­grup­pe. Bei vie­len ande­ren Anbie­tern wird von den Nut­zern ein höhe­res Start­ka­pi­tal erwar­tet. Wir wol­len mit unse­rer App hin­ge­gen auch jun­ge Frau­en abho­len, die kein hohes Ein­kom­men haben und sich eine Finanz­be­ra­tung nicht leis­ten kön­nen.  

Was kostet die App?

Deni­se: Im Monats­abo liegt der Preis für die App bei 8,99 Euro. Für ein Quar­tal zah­len die Nutzer:innen 24,99 Euro und für ein Jah­res­abo wer­den 69,99 Euro berech­net.  

Wo bist du privat schon auf Apps umgestiegen und wo nutzt du lieber analoge Mittel?

Deni­se: Im Gro­ßen und Gan­zen nut­ze ich für die meis­ten The­men eine App. Mein Haus­halts­buch füh­re ich aber noch ana­log. Das liegt dar­an, dass ich noch kei­ne App fin­den konn­te, die wirk­lich auf mei­ne Bedürf­nis­se aus­ge­rich­tet war. Das haben wir aber schon als nächs­tes Pro­jekt auf der Lis­te! 

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