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  • Truthahn-Rally, ©narvikk/iStock

Alle Jahre wieder: Die Truthahn-Rally – Wie die Kurse vor Thanksgiving steigen

2021-11-24T12:12:21+01:0024. November 2021|

Thanks­gi­ving ist der wich­tigs­te Fei­er­tag in den USA, etwa so wich­tig wie bei uns Weih­nach­ten. Und so, wie wir an den Tagen vor Weih­nach­ten im DAX häu­fig eine Weih­nachts­ral­ly erle­ben, stei­gen an der Wall Street zu Thanks­gi­ving häu­fig die Kur­se wäh­rend der so genann­ten Trut­hahn-Ral­ly. 

Von Ant­je Erhard

Am vier­ten Don­ners­tag im Novem­ber wird in den USA Thanks­gi­ving gefei­ert. An der Bör­se stei­gen in der Woche des Ern­te­dank­fes­tes die Kur­se meis­tens. „Bereits in den 60er und 70er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts gab es schon Unter­su­chun­gen hin­sicht­lich die­ser Fei­er­tags-Ano­ma­lie“, sagt Mar­tin Utschnei­der, Lei­ter der Tech­ni­schen Ana­ly­se der Pri­vat­bank Don­ner & Reu­schel.  

Sie begin­ne meist bereits in der Woche vor Thanks­gi­ving, wobei das Han­dels­vo­lu­men his­to­risch betrach­tet immer etwas unter­durch­schnitt­lich sei. „Mon­tag bis meist Mitt­woch unter­lie­gen die Kur­se dabei gewöhn­li­chen Schwan­kun­gen. Ab Mitt­woch Nach­mit­tag wird es dann etwas ‚ruhi­ger’. Die Vola­ti­li­tät geht dann meist spür­bar zurück. Dies hängt auch damit zusam­men, dass am Don­ners­tag die US-Bör­sen geschlos­sen sind. Am Frei­tag haben sie dann nur eini­ge Stun­den offen.“ 

S&P legt im Schnitt 0,7 Prozentpunkte zu – belegt seit 1945 

So endet der Fei­er­tags­han­del am Frei­tag an der Wall Street um 19 Uhr MEZ. Doch bis dahin stei­gen die Kur­se in der Regel mehr­heit­lich: „Der S&P 500 konn­te bei­spiels­wei­se seit 1945 in die­ser Thanks­gi­ving-Ral­ly im Schnitt 0,7 Pro­zent­punk­te zule­gen“, sag­te Mar­tin Utschnei­der. Und das bei einer hohen Wahr­schein­lich­keit. 

Sta­tis­tisch stei­gen an den letz­ten fünf Han­dels­ta­gen im Novem­ber die Kur­se über­wie­gend. War­um das so ist – dar­an schei­den sich aller­dings die Geis­ter: „Eine Erklä­rung könn­ten Anleger:innen sein, die auf fal­len­de Kur­se set­zen“, sagt Mar­tin Utschnei­der. Sie stell­ten vor Fei­er­ta­gen ihre Posi­tio­nen glatt, um Risi­ken über die bör­sen­freie Zeit zu ver­mei­den, da vie­le Amerikaner:innen in ein ver­län­ger­tes Wochen­en­de gehen.  Viel­leicht sei ein­fach auch die Stim­mung posi­ti­ver zu Fei­er­ta­gen. 

Black Friday – Einzelhandel ist wichtiger Indikator 

Für den Ein­zel­han­del ist der Black Fri­day der Auf­takt für das Weih­nachts­shop­ping und damit die wich­tigs­te Zeit im Jahr. Nach die­sem Tag sind die Ein­zel­händ­ler hof­fent­lich „in den schwar­zen Zah­len“, daher der Name.  

Auf das Thanks­gi­ving-Wochen­en­de folgt Cyber Mon­day und steht dem Black Fri­day nur wenig nach. Inzwi­schen wird eine gan­ze Cyber Week „gefei­ert“ – so wich­tig sind die Shop­ping-Tage nach Thanks­gi­ving für den US-Ein­zel­han­del. 

Hohe Umsät­ze wir­ken sich vor allem auf Ein­zel­han­dels-Titel aus, geben aber auch eine wich­ti­ge Indi­ka­ti­on über die Stim­mung der Verbraucher:innen. Wer­den die Erwar­tun­gen des Ein­zel­han­dels nach Thanks­gi­ving ver­fehlt, gilt das als Ach­tungs­si­gnal. 

In die­sem Jahr gelang der Wall Street der Auf­takt in die Thanks­gi­ving-Woche – anders als etwa 2018, als der Dow Jones so schwach in die Woche star­te­te wie seit 2011 nicht und die Nasdaq wie seit dem Jahr 2000 nicht. Der S&P 500 erreich­te in die­sem Jahr zwi­schen­zeit­lich ein neu­es Rekord­hoch. Die Risi­ken könn­ten aller­dings den Bör­sia­nern ein wenig die Vor­freu­de auf den Fest­tags­bra­ten ver­der­ben. 

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