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    Roulette, ©lisegagne/iStock

Alkohol, Waffen, Drogen, Glücksspiel – Bad Investments in Sündenaktien

2022-04-03T15:52:10+02:003. April 2022|

ESG und Impact Inves­ting – wäh­rend immer mehr Anleger:innen mit ihren Invest­ments auch der Gesell­schaft und der Umwelt nut­zen wol­len, set­zen „Anti-ESG-Fonds“ auf Glücks­spiel, Dro­gen, Waf­fen und Alko­hol. Hat es sich gelohnt, die Moral über Bord zu wer­fen und hier zu inves­tie­ren? 

Von Ant­je Erhard

B.A.D. – Bet­ting, Alco­hol, Drugs – also Glücks­spiel, Alko­hol und Dro­gen — sind auch an der Bör­se ange­kom­men: Der BAD ETF des Fonds­an­bie­ters Lis­ted Funds ist Ende Dezem­ber in den USA an den Start gegan­gen. Er bil­det den EQM BAD Index nach. Die­ser Index wur­de von der Fir­ma The­ma­tic Invest­ments ent­wi­ckelt und ent­hält Akti­en von Casi­nos, Her­stel­lern von phar­ma­zeu­ti­schen Erzeug­nis­sen sowie von Her­stel­lern oder Händ­lern von Alko­hol und Dro­gen. ESG-Fonds­an­bie­ter schlie­ßen genau die­se Kate­go­rien kate­go­risch aus. Doch mit der immer wei­ter um sich grei­fen­den Lega­li­sie­rung von Can­na­bis und Sport­wet­ten set­zen Fonds­an­bie­ter nun auch auf „Sün­den­ak­ti­en“.  

50 bis 65 Titel wer­den ent­hal­ten sein. Neben der Braue­rei Anheu­ser-Busch InBev, dem Hotel-Casi­no-Betrei­ber Las Vegas Sands oder dem Can­na­bis-Unter­neh­men Cano­py Growth aus Kana­da wird auch in Phar­ma­fir­men wie Pfi­zer, Novar­tis und Moder­na inves­tiert. Seit Jah­res­en­de 2021 hat der B.A.D. ETF (ISIN: US53656F2359) die Zulas­sung in den USA – und hat seit­dem gut acht Pro­zent an Wert ver­lo­ren. 

Um in den Index auf­ge­nom­men zu wer­den, müs­sen die Unter­neh­men eine Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung von min­des­tens zehn Mil­lio­nen US-Dol­lar auf die Bör­sen­waa­ge brin­gen, Dro­gen- und Alko­hol-Akti­en nur eine Mil­li­on, und ein täg­li­ches Tra­ding-Volu­men von einer Mil­li­on US-Dol­lar errei­chen. 

Der ETF ist nicht der ein­zi­ge, der auf eher ver­pön­te Titel setzt. Der Advi­sor­sha­res Ger­ber Kawa­sa­ki, der seit Juli 2021 gelis­tet ist, ist hier eben­falls aktiv, setzt auf Online-Wet­ten und Can­na­bis. Sei­ne Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung beträgt der­zeit 21,8 Mil­lio­nen US-Dol­lar – also ein sehr klei­nes Pro­dukt. Aller­dings ist auch schon ein guter Teil des Wer­tes zunich­te gemacht: Der Wert­ver­lust seit Auf­la­ge: gut 20 Pro­zent. 

Kein Glück mit Glücksspiel: Erhebliche Wertverluste

Ein­zel­ne „Bad“ Bran­chen sind schon län­ger inves­tier­bar. So ist Can­na­bis zum Bei­spiel über den Rize Medi­cal Can­na­bis and Life Sci­en­ces ETF mit Wer­ten wie Novar­tis, Abb­Vie oder Amy­ris oder den HANetf The Medi­cal Can­na­bis and Well­ness ETF zu haben. Wer Glücks­spiel ins Depot holen will, kann das über den HANetf Fischer Sports Bet­ting & iGa­ming ETF. Hier sind Unter­neh­men ver­eint wie Draft Kings, Flut­ter, Ent­ain, MGM Resorts Inter­na­tio­nal, kurz Titel des Solac­ti­ve Fischer Sports Bet­ting and iGa­ming Index.  

Vie­le Anleger:innen scheu­en die­se Bad Invest­ments. Sie dif­fe­ren­zie­ren hier aber auch stark: So ist es für vie­le die eine Sache, in Glücks­spiel oder Can­na­bis zu inves­tie­ren, wäh­rend Waf­fen-Invest­ments viel kon­tro­ver­ser gese­hen wer­den. Ver­pön­te Akti­en gel­ten aller­dings als rela­tiv kri­sen­re­sis­tent.  Doch in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit brach­ten Glücks­spiel und Co wenig Glück: Mit dem Rize Medi­cal Can­na­bis and Life Sci­en­ces ETF haben Anleger:innen auf Jah­res­sicht bis­lang 49 Pro­zent an Wert ver­lo­ren, mit sei­nem Pen­dant HANetf The Medi­cal Can­na­bis and Well­ness ETF  auf Jah­res­sicht 41 Pro­zent.  

Auch der HAN­Tetf Fischer Sports Bet­ting & iGa­ming war bis dato kei­ne gute Wet­te, hat seit sei­ner Auf­la­ge im Som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res 30 Pro­zent an Wert ver­lo­ren (Stand: 16.03.22).  Zum Ver­gleich: Brei­te Indi­zes wie der S&P 500 haben trotz der gegen­wär­ti­gen Kri­se auf Jah­res­sicht 7,5 Pro­zent an Wert gewon­nen.  

Fazit: Die Bör­se ist kei­ne Instanz der Moral. Doch vie­le Anleger:innen scheu­en expli­zit Bad Invest­ments, dif­fe­ren­zie­ren aller­dings stark zwi­schen Geld­an­la­gen in Waf­fen einer­seits und Glücks­spiel ande­rer­seits. Jede:r muss für sich selbst ent­schei­den, womit er bzw. sie sich im Depot wohl­fühlt. 

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