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Aktie für die Ewigkeit: LVMH

2021-05-07T15:40:45+02:0018. Februar 2021|

LVMH ist der größ­te Luxus­mar­ken­kon­zern der Welt. Mehr als 70 Labels hat das bör­sen­no­tier­te Unter­neh­men im Port­fo­lio. Die Aktie mit den legen­dä­ren Pres­ti­ge­mar­ken gilt als attrak­ti­ves Investment.

Von Simo­ne Gröneweg

Gründungsidee

Hin­ter dem Kür­zel LVMH ver­ber­gen sich die Label Lou­is Vuit­ton und Moët Hen­nes­sy – zwei berühm­te Fir­men mit lan­ger Tra­di­ti­on. Bereits im Jahr 1742 begann der Fran­zo­se Clau­de Moët, Wein aus der Cham­pa­gne nach Paris zu expor­tie­ren. Spä­ter soll Napo­le­on wäh­rend sei­ner Feld­zü­ge einen Vor­rat an Moët-Cham­pa­gner dabei­ge­habt haben. Nach­dem Moët mit der Cognac-Dynas­tie Hen­nes­sy fusio­niert war, wur­de dar­aus der Spi­ri­tuo­sen­her­stel­ler Moët Hennessy.

Lou­is Vuit­ton war der Name eines Pari­ser Kof­fer­ma­chers, der sein Geschäft 1854 eröff­ne­te und damit den Grund­stein für die spä­ter welt­be­kann­te Mar­ke leg­te. Sei­ne Gepäck­stü­cke waren bei rei­se­freu­di­gen Rei­chen beliebt und gal­ten als unver­wüst­lich. 

1987 schlos­sen sich die Unter­neh­men Lou­is Vuit­ton und Moët Hen­nes­sy zusam­men, um feind­li­che Über­nah­me­ver­su­che am Akti­en­markt abzu­weh­ren. Zwei Jah­re spä­ter sicher­te sich der 1949 gebo­re­ne Fran­zo­se Ber­nard Arnault die Mehrheit.

Gegen den Wil­len der Grün­dungs­fa­mi­li­en ernann­te er sich zum Chef. Ihm gehör­te bereits das legen­dä­re Mode­haus Chris­ti­an Dior. Sein Ziel nach der Über­nah­me von Lou­is Vuit­ton und Moët Hen­nes­sy: einen Luxus­kon­zern schaf­fen. Seit­her befin­det sich der Unter­neh­mer auf Shop­ping­tour und hat bereits zahl­rei­che Luxus­la­bels wie Ken­zo, Fen­di und Bul­ga­ri über­nom­men. So wur­de der Kon­zern zum Bran­chen­füh­rer in der Luxus­gü­ter­in­dus­trie. 

Heute

Will­kom­men im Kon­zern der Super­la­ti­ve: 75 Luxus­mar­ken hat Kon­zern­chef Ber­nard Arnault unter dem Dach von LVMH ver­eint. In mehr als 4910 Filia­len welt­weit ver­kauft das Unter­neh­men sei­ne edlen Pro­duk­te. Die noble Palet­te ist breit gefä­chert: Par­füm, Kos­me­tik, Mode, Leder, Wein und Spi­ri­tuo­sen sowie Uhren und Schmuck gehö­ren dazu.

Man ver­fol­ge seit Lan­gem die Stra­te­gie, mit den Stand­or­ten, den Bou­ti­quen und den Toch­ter­ge­sell­schaf­ten fast den gesam­ten Pla­ne­ten abzu­de­cken, wird Arnault zitiert. 

Jeden Sams­tag soll der Chef per­sön­lich ein­zel­ne Geschäf­te inspi­zie­ren, Schau­fens­ter arran­gie­ren und Rat­schlä­ge ertei­len. Angeb­lich bewacht er die Mar­ken wie ein Beses­se­ner, wobei sein Haupt­au­gen­merk auf Lou­is Vuit­ton lie­ge. 

Das Impe­ri­um scheint nicht kom­plett, denn zuletzt griff LVMH zum 183 Jah­re alten ame­ri­ka­ni­schen Juwe­lier Tif­fa­ny. Der Deal ver­lief nicht rei­bungs­los. Als die Bran­che wegen der Pan­de­mie in Tur­bu­len­zen geriet, drück­te Arnault den Kauf­preis um 425 Mil­lio­nen US-Dol­lar. Am Ende stimm­ten die Tif­fa­ny-Aktio­nä­re dem nied­ri­ge­ren Gebot zu und ver­hin­der­ten damit wohl einen Gang vor Gericht. Im Weih­nachts­ge­schäft erziel­te der Juwe­lier einen Umsatz in Rekord­hö­he – ein wei­te­rer Erfolg für Arnault.

Harte Fakten

Das Jahr 2020 war nicht ein­fach für den Kon­zern. Beson­ders im ers­ten Halb­jahr litt LVMH unter den Fol­gen der Pan­de­mie. Die Gesell­schaft ver­öf­fent­licht ihre Finanz­da­ten nicht für ein­zel­ne Mar­ken, son­dern für die Berei­che Par­füm & Kos­me­tik, Mode & Leder, Wein & Spi­ri­tuo­sen, Uhren & Schmuck sowie Ein­zel­han­del. 

Im Bereich Mode & Leder mit den Labels Lou­is Vuit­ton, Chris­ti­an Dior und Fen­di erziel­te sie 2019 mehr als 40 Pro­zent des Umsat­zes und fast zwei Drit­tel der Gewin­ne. Lag der Umsatz 2019 noch bei 53,7 Mil­li­ar­den Euro, sank er in den ers­ten neun Mona­ten des ver­gan­ge­nen Jah­res um 21 Pro­zent auf 30 Mil­li­ar­den Euro.

Im zwei­ten Quar­tal betrug das Minus 38 Pro­zent, im drit­ten Quar­tal waren es sie­ben Pro­zent. Das Unter­neh­men pro­fi­tier­te vom Wirt­schafts­auf­schwung in Chi­na. Ange­sichts der gesam­ten Ent­wick­lung schlug der Vor­stand einen Spar­kurs ein und kürz­te die Divi­den­de für die Aktio­nä­re zuletzt auf 4,80 Euro.  

Steckbrief

Die Gesell­schaft fir­miert an der Bör­se unter dem voll­stän­di­gen Namen LVMH Moët Hen­nes­sy – Lou­is Vuit­ton S.A. (ISIN: FR 000 012 101 4) und ist sowohl im fran­zö­si­schen Leit­in­dex CAC 40 als auch im Euro Sto­xx 50 vertreten.

Etwa 163 000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ver­zeich­net der Luxus­kon­zern, des­sen Fir­men­sitz sich in Paris befin­det. Der Vor­stands­vor­sit­zen­de Ber­nard Arnault hat das Unter­neh­men nicht nur auf­ge­baut, son­dern sorgt auch für Management­nach­wuchs aus der Familie.

Er war zwei­mal ver­hei­ra­tet und hat fünf erwach­se­ne Kin­der. Bis auf das jüngs­te sind schon alle Spröss­lin­ge im Kon­zern aktiv. Toch­ter Del­phi­ne ist Vize­che­fin von Lou­is Vuit­ton, Sohn Fré­dé­ric seit Som­mer 2020 Chef der fran­zö­si­schen Uhren­mar­ke TAG Heu­er, die zum Kon­zern gehört.

Der Chart

Nicht nur die edlen Pro­duk­te locken zum Kauf, son­dern auch der Kurs­ver­lauf der LVMH-Aktie. Nach dem Absturz im Früh­jahr erhol­te sich der Kurs wie­der. Die Hoff­nung auf einen Coro­na-Impf­stoff beflü­gel­te das Papier zusätz­lich. Bei der Gesell­schaft han­delt es sich um ein ech­tes Bör­sen­schwer­ge­wicht. 

Die Ana­lys­tin­nen und Ana­lys­ten sind voll des Lobes. Sie glau­ben an den Luxus und sehen wei­te­res Kurs­po­ten­zi­al. Die ambi­tio­nier­ten Erwar­tun­gen stel­len sicher eine hohe Mess­lat­te dar, aber die Fach­leu­te gehen davon aus, dass die Nach­fra­ge nach Luxus­gü­tern aus Chi­na und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten hoch bleibt und der Kon­zern davon profitiert.

Zudem besitzt LVMH die Finanz­kraft, auch die digi­ta­len Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft zu meis­tern. Fazit: Geeig­net für alle, die lang­fris­tig in die Luxus­bran­che inves­tie­ren möch­ten.  

Aussichten

Wäh­rend der Pan­de­mie fie­len gro­ße Emp­fän­ge und Fei­ern aus, Thea­ter- und Opern­auf­füh­run­gen sowie Rei­sen fan­den nur begrenzt statt. Flug­hä­fen und Pracht­stra­ßen blie­ben leer. Es man­gel­te an Kauf­ge­le­gen­hei­ten. Dar­un­ter litt die Luxus­bran­che. Exper­tin­nen und Exper­ten der Bera­tungs­ge­sell­schaft Bain & Com­pa­ny gehen davon aus, dass sich deren Markt erst 2022 oder gar spä­ter erholt hat.

Gene­rell gilt: Ob Mode, Kos­me­tik oder Schmuck, für anspruchs­vol­le Pro­duk­te geben Men­schen gern Geld aus. Die Mode­bran­che hat aber ein Image­pro­blem: Sie ver­ur­sacht laut Ver­ein­ten Natio­nen mehr CO2-Emis­sio­nen als See­schiff­fahrt und Luft­fahrt zusammen.

Nach­hal­tig­keit sei das neue Must-have, ergab 2019 eine Stu­die der Unter­neh­mens­be­ra­tung McK­in­sey. Wer künf­tig noch teu­re Taschen oder Jacken ver­kau­fen will, muss sich also etwas ein­fal­len las­sen. LVMH ging bereits eine Part­ner­schaft mit der bri­ti­schen Desi­gne­rin und Umwelt­ak­ti­vis­tin Stel­la McCart­ney ein.

Im Dezem­ber 2020 gab es für die Beleg­schaft die LVMH Cli­ma­te Week mit vir­tu­el­len Kon­fe­ren­zen zum The­ma Kli­ma­wan­del. Gemein­sam will man eine Stra­te­gie erar­bei­ten. Für die Abneh­mer der Luxus­pro­duk­te könn­te das künf­tig ein zusätz­li­ches Kauf­ar­gu­ment dar­stel­len. 

Noch mehr Infos für dich

Vom Ehrenamt in die Festanstellung

Ria Kor­t­um ist stu­dier­te Heil­päd­ago­gin und seit 2017 bei der Deut­schen Kin­der­krebs­stif­tung für „Pro­jekt­ma­nage­ment und psy­cho­so­zia­le The­men“ zustän­dig. Zuvor enga­gier­te sich die Mut­ter von Zwil­lin­gen, die selbst sehr jung an Krebs erkrank­te, ehren­amt­lich für die Stif­tung. “Ein Ehren­amt kann dabei hel­fen, aus­zu­lo­ten, wo die eige­ne beruf­li­che Rei­se hin­ge­hen soll”, ermu­tigt Rita Kor­t­um. Ein bewe­gen­des Plä­doy­er für Mut und Beharrlichkeit. 

Neun Buchhandlungen, die einen Besuch wert sind

Man­che Buch­lä­den sind schö­ner als ande­re. Dabei sind die spek­ta­ku­lärs­ten Schatz­häu­ser fast so ver­schie­den wie die Inhal­te der Bücher, die sie anbie­ten. Ange­sichts die­ser Buch­hand­lun­gen möch­te man nie wie­der im Inter­net bestel­len. Ein Plä­doy­er in neun Beispielen.

Baseball-Caps als Sammlerobjekte

Base­ball-Caps trägt heu­te jeder. Bei pro­mi­nen­ten Vor­be­sit­zern kön­nen sie rich­tig teu­er wer­den. Doch auch ohne pro­mi­nen­te Vor­be­sit­zer kön­nen Base­ball-Caps mit extra­va­gan­ten und limi­tier­ten Designs begehr­te Samm­ler­ob­jek­te wer­den. Das Muse­um Base­ball Hall of Fame in Coo­pers­town im Bun­des­staat New York zeigt auch Caps in ihren Ausstellungsräumen.

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