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    Kindergeld, @Filippo Bacci/iStock

25 ist das zweite 18: Das ändert sich für Eltern und Kinder

2021-12-16T09:18:53+01:0016. Dezember 2021|

Aus­bil­dung und Stu­di­um kön­nen dau­ern. Vie­le jun­ge Erwach­se­ne ste­hen an ihrem 25. Geburts­tag finan­zi­ell noch nicht auf eige­nen Bei­nen. Dann hat die­ses Datum eine Rei­he von Ände­run­gen zur Fol­ge: Für Eltern wie für Kin­der. Courage-online.de gibt einen Über­blick.  

Von Gise­la Haberer

Je jün­ger Kin­der sind, des­to mehr Unter­stüt­zung erhal­ten Fami­li­en vom Staat. Doch etli­che Fami­li­en­leis­tun­gen enden regu­lär spä­tes­tens mit dem 25. Geburts­tag des Kin­des, so zum Bei­spiel Kin­der­geld und Kin­der­frei­be­trä­ge. Sobald kein Anspruch auf Kin­der­geld mehr besteht, ent­fal­len auch wei­te­re Leis­tun­gen, etwa Kin­der­zu­la­gen zu einem Ries­ter-Ver­trag der Eltern. Zudem müs­sen sich Kin­der spä­tes­tens ab ihrem 25. Geburts­tag selbst kran­ken-und pfle­ge­ver­si­chern. Denn dann endet die Fami­li­en­ver­si­che­rung der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se. Trotz­dem unter­stützt der Staat Eltern wei­ter: über den Fis­kus. 

Eltern: Unterhalt erwachsener Kinder steuerlich absetzbar 

Vie­le 25-Jäh­ri­ge sind noch in Aus­bil­dung oder Stu­di­um und dabei auf Unter­halt der Eltern ange­wie­sen. In die­sem Fall hilft der Fis­kus wei­ter. Dann kön­nen Eltern zwar in ihrer Steu­er­erklä­rung weder Kin­der- noch Aus­bil­dungs­frei­be­trag bean­spru­chen, wohl aber ihre Unter­halts­zah­lun­gen als „außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung“ abset­zen. Statt der Anla­ge Kind nut­zen sie nun die Anla­ge Unter­halt. In 2020 wer­den bis zu 9.408 Euro aner­kannt, 2021 bis zu 9.744 Euro.  

Vorteil bei Nesthocker:innen 

Leben Kin­der noch zu Hau­se, braucht es kei­ne Nach­wei­se. Für sie gilt beim Unter­halt immer der Höchst­be­trag. Sind Kin­der dage­gen aus dem Eltern­haus aus­ge­zo­gen, müs­sen Eltern ihre finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bele­gen.  

Unterhalt: Diese Posten akzeptiert das Finanzamt 

In den Unter­halt zäh­len alle Kos­ten, die Eltern für Lebens­hal­tung, Mie­te, Strom sowie Mobi­li­tät ihres Kin­des über­neh­men. Zusätz­lich kön­nen Eltern die Bei­trä­ge für die Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung ihres Kin­des gel­tend machen, wenn sie auch die­se nach­weis­lich zah­len (Sie­he auch Absatz Höchst­gren­ze).  

Unterhalt: So lässt er sich nachweisen 

Eltern müs­sen ihre Unter­halts­zah­lun­gen ein­deu­tig bele­gen: etwa durch Buchungs­be­le­ge für Über­wei­sun­gen an das Kind, des­sen Vermieter:in, Strom­ver­sor­ger und Kran­ken­ver­si­che­rer. Auch die Über­nah­me von Fahrt­kos­ten wie das Semes­ter­ti­cket lässt sich mit einem Buchungs­be­leg des Giro­kon­tos nach­wei­sen. Geld, das Kin­dern bar zuge­steckt wird, zählt nicht.  

Voraussetzungen für die Anerkennung 

Der elter­li­che Unter­halt ist nur dann steu­er­lich absetz­bar, wenn das erwach­se­ne Kind selbst höchs­tens über Erspar­nis­se von 15.500 Euro ver­fügt und zudem nicht zu viel selbst ver­dient. Erlaubt sind 624 Euro im Jahr plus 180 Euro Kos­ten­pau­scha­le bezie­hungs­wei­se Wer­bungs­kos­ten. Jeder Cent über der Gren­ze wird vom absetz­ba­ren Höchst­be­trag der Eltern abge­zo­gen und nur noch der Rest bei der Steu­er­erklä­rung der Eltern aner­kannt.  

Höchstbetrag: mögliche Grenzverschiebungen 

Der steu­er­lich absetz­ba­re Höchst­be­trag für Kin­des­un­ter­halt kann sich ver­rin­gern, aber auch erhö­hen. Er ver­rin­gert sich, sobald Kin­der eige­ne Ein­künf­te haben, die die erlaub­te Gren­ze über­stei­gen. Er erhöht sich, wenn Eltern auch Bei­trä­ge zur Basis­kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung ihres Kin­des zah­len und die­se Bei­trä­ge nicht als „Son­der­aus­ga­be“ steu­er­lich gel­tend machen.  

Gemeinsamer Haushalt als Paar: Steuerlich unschädlich  

Unter­halt fürs erwach­se­ne Kind ist auch dann steu­er­lich absetz­bar, wenn das Kind mit sei­nem Freund oder sei­ner Freun­din zusam­men­lebt. Solan­ge das Paar nicht ver­hei­ra­tet ist, schul­det kei­ner dem ande­ren Unter­halt. Der Bun­des­fi­nanz­hof geht bei ledi­gen Paa­ren davon aus, dass die Kos­ten für den gemein­sa­men Haus­halt hälf­tig getra­gen wer­den. Das kann dann eben auch aus Unter­halts­zah­lun­gen der Eltern der Fall sein.  

Riester-Vertrag: höhere Einzahlungen – höhere Steuerersparnis 

Für Riestersparer:innen ent­fällt die Kin­der­zu­la­ge mit dem 25. Geburts­tag ihres Kin­des. Die Zula­gen zäh­len als Eigen­bei­trag. Sprich: Mit Weg­fall der Kin­der­zu­la­ge sind die eige­nen Ein­zah­lun­gen zu erhö­hen, um wei­ter­hin die vol­le staat­li­che För­de­rung zu erhal­ten (Zula­ge und Steu­er­vor­teil) zu erhal­ten. Die Bei­trä­ge in den Ries­ter-Ver­trag sind bei der Steu­er­erklä­rung als Son­der­aus­ga­be in der Anla­ge „AV“ (Alters­vor­sor­ge) absetz­bar: Bis zur Höchst­gren­ze von 2.100 Euro. Dar­über gleicht die Steu­er den Weg­fall der Kin­der­zu­la­ge zum Teil aus. 

Unterhalt für erwachsene Angehörige: auch Zahlungen an Eltern absetzbar 

Unter­halt kön­nen übri­gens all jene als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung abset­zen, die für hilfs­be­dürf­ti­ge erwach­se­ne Ange­hö­ri­ge ein­ste­hen: Eltern, die ihre älte­ren Kin­der bis zu deren wirt­schaft­li­chen Selb­stän­dig­keit unter­hal­ten, eben­so wie Kin­der, die für ihre Eltern Unter­halt zah­len, etwa zu deren Pfle­ge, oder ihren Eltern im eige­nen Haus­halt Kost und Logis gewäh­ren. 2020 ist zwar für die meis­ten die Ver­pflich­tung zum Eltern­un­ter­halt ent­fal­len. Denn seit­her wer­den nur noch Kin­der mit einem Jah­res­brut­to­ein­kom­men über 100.000 Euro für ihre pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern zur Kas­se gebe­ten. Doch Kin­der kom­men teils frei­wil­lig für ihre Eltern auf, um „Din­ge in der Fami­lie zu regeln“. Frei­wil­li­ge Unter­halts­leis­tun­gen sind grund­sätz­lich steu­er­lich abzieh­bar, wenn sie belegt wer­den, Empfänger:innen kein oder nur gerin­ges eige­nes Ver­mö­gen haben und ihre Ein­künf­te und Bezü­ge 624 Euro im Jahr (plus 180 Euro Kos­ten­pau­scha­le plus Wer­bungs­kos­ten) nicht über­stei­gen. Wer­den Eltern im Aus­land unter­stützt, gibt es eine wei­te­re Vor­aus­set­zung: Sie müs­sen ihrer so genann­ten „Erwerbs­ob­lie­gen­heit“ nach­kom­men. Sprich: Sie müs­sen ihre Mög­lich­kei­ten nut­zen, selbst Geld zu ver­die­nen, solan­ge sie – noch – nicht im Ruhe­stand sind.

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